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Trechwitzer Bäume kommen in die Jahre

Rückschnitt sorgt für Protest Trechwitzer Bäume kommen in die Jahre

Der Baubetriebshof der Gemeinde Kloster Lehnin hat in Trechwitz die Kettensäge angesetzt. Mehrere Bäume entlang der Friedhofsmauer mussten aus Gründen der Verkehrssicherheit gestutzt werden. Doch die Aktion vor der berühmten Knobelsdorff-Kirche löst nicht nur Jubel aus.

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Silvia Tillmann ist traurig über die gestutzten Bäume rund um die Trechwitzer Friedhofsmauer.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Trechwitz. „Ich brauchte mehr als ein Taschentuch, um mich zu beruhigen“, erinnert sich Silvia Tillmann. Die in Trechwitz lebende Notärztin ist im Dorf als großer Baum-Fan bekannt. Um so trauriger ist die promovierte Medizinerin über die jüngste Kettensägenaktion rund um den Friedhof mit der berühmten Knobelsdorff-Kirche in der Mitte.

„Die Bäume waren mal unser Bonbon, jetzt sind sie ruiniert“, beklagt sich Silvia Tillmann. Und das ausgerechnet vor Weihnachten. Abends, wenn Scheinwerfer die Kirche in mystisches Licht tauchen, würden die gekappten Bäume besonders furchtbar aussehen, findet die Trechwitzerin. Sie befürchtet, dass nun andere Bäume verstärkt den Unbilden des Wetters ausgesetzt sind, weil der gegenseitige Schutz fehlt.

Äste wurden gefährlich

In der Tat haben Männer des Baubetriebshofes der Gemeinde Kloster Lehnin vor wenigen Tagen mehrere der viele jahrzehntealten Kastanien und Linden stark zurückgeschnitten. Koordinator Martin Bertz verteidigt die Arbeiten: „Natürlich sehen die Bäume gerade im Winter nicht schön aus. Aber die Gemeinde hat sich an die Verkehrssicherungspflicht zu halten. Der Rückschnitt ist auch auf Bitte der Kirchengemeinde erfolgt, weil bereits starke Äste zu Boden gefallen waren. Niemand kann wollen, das erst etwas passieren muss.“

Die Baum-Experten in der Gemeinde gehen davon aus, dass die Linden im Frühjahr wieder ausschlagen. Wie sich die gestutzten Kastanien in Zukunft entwickeln, müsse dagegen abgewartet werden. Der Baubetriebshof verzeichnet nicht nur in Trechwitz vermehrte Abgänge beim Altbaumbestand. Viele Bäume entlang der Ortsdurchfahrten wurden vor 80 bis 100 Jahren gepflanzt. Für eine Linde eigentlich kein Alter. „Offensichtlich machen Umwelteinflüsse den Bäumen zu schaffen“, vermutet der für den Baubetriebshof zuständige Verwaltungsmitarbeiter Bertz.

Nachpflanzungen fehlen

Was SilviaTillmann, die sich vor einiger Zeit für die Begrünung der Knobelsdorffstraße ausgesprochen hatte, dagegen vermisst, ist ein Plan für Ersatzpflanzungen. So müsste ihrer Ansicht nach ein Gesamtkonzept für die künftige Begrünung des Friedhofs samt Umfeld her. Von der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde Jeserig, die auch für den Trechwitzer Friedhof zuständig ist, war am Donnerstag keine Stellungnahme zu bekommen.

Die Trechwitzer Kirche bietet zusammen mit dem Friedhof ein für den Altkreis Brandenburg außergewöhnliches historisches Ensemble. Das jede Nacht angestrahlte Bauwerk wurde 1750 auf den Resten der Vorgängerkirche von 1408 erbaut. Architekt und Baumeister war immerhin der berühmte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, welcher bekanntlich das Schloss Sanssouci in Potsdam errichtete. 1990 wurde die Trechwitzer Barockkirche umfassend restauriert. Bekannt ist das Gotteshaus unter anderem für seinen „schwebenden“ Taufengel, der als einer der schönsten der Mark Brandenburg gilt.

Von Frank Bürstenbinder

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