Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Treffpunkt für Jung und Alt schließt die Pforten

Gaststätte in Brielow Treffpunkt für Jung und Alt schließt die Pforten

Am Nikolaustag feierte die Brielower Seniorengruppe ihre letzte Weihnachtsfeier in der Gaststätte Schwedenlinde. Diskussionsthema war der Abriss des Gaststättengebäudes und der von vielen geforderte Neubau barrierefreier Wohnungen. Zwar bedauern einige die Schließung der Gaststätte, doch sie sehen den Bedarf altersgerechter Wohnungen.

Voriger Artikel
Eine Plastik-Tüte voll Schulden
Nächster Artikel
Darum habe ich nicht Frau Dr. Tiemann gesagt

Ein letztes Dankeschön: Birgit (links) und Horst Berger mit Waltraud Geyer, der Leiterin der Brielower Seniorengruppe.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brielow. Am 31. Dezember gehen in der Gaststätte Schwedenlinde in Brielow die Lichter aus, doch bis es soweit ist, wird der Betreiber Horst Berger noch einige Gäste in der Weihnachtszeit begrüßen. So wie die Seniorengruppe aus Brielow, die am Nikolaustag ihre letzte Weihnachtsfeier dort ausrichteten. „All die Jahre hat Herr Berger nie eine Saalmiete verlangt“, sagte Waltraud Geyer, Leiterin der Seniorengruppe Brielow. „Wir freuen uns für ihn, dass er jetzt in seinen wohlverdienten Ruhestand geht.“

Der Saal wurde von der Gruppe viel genutzt. Sie feierte dort Jahrestage oder zu besonderen Anlässen. „Wir hatten eine schöne Zeit hier. Es war ein Treffpunkt für Jung und Alt“, bemerkte Harald Jett, einer der Senioren. „Wenn die Gaststätte weg ist, scheint die Sonne nicht mehr so stark hier im Ort“, ergänzte sein Tischnachbar Manfred Nickel.

„Hatten schöne Zeit hier“

Zwar bedauern viele der aus der Seniorengruppe, dass die Gaststätte schließt, finden aber auch das Konzept altersgerechter Wohnungen, die auf diesem Grundstück entstehen sollen, gut. Oft tauschen sie sich darüber bei ihren monatlichen Treffen aus. Harald Jett beispielsweise unterstützt den Bau von barrierefreien Wohnungen: „Etwas, das sich mehr für die Gemeinde rentiert, gibt es gar nicht“, ist er überzeugt. „Der neue Betreiber würde die Pacht jahrzehntelang an die Gemeinde zahlen.“ Für ihn wäre das brach liegende Gemeindegrundstück in der Hauptstraße eine gute Option, um ein neues Haus für die Feuerwehr zu bauen, die gerade in beengten Verhältnissen untergebracht sei.

Wenn die Gemeinde das Schwedenlinde-Grundstück jedoch nicht kaufen, abreißen und dort eine neue Wohnanlage bauen würde, befürchten viele, dass in ein paar Monaten eine Ruine entsteht und das Dorfbild zerstört wird. „Am Ende wird sich alles anhand nüchterner Fakten der Wirtschaftlichkeitsberechnung entscheiden“, ist sich Amtsdirektor Guido Müller sicher. Dabei wird analysiert, ob sich der Bau und der Betrieb einer barrierefreien Wohnanlage auf dem Areal rentieren würde. Dafür hatte sich eine Mehrheit der Gemeindevertreter ausgesprochen.

Nüchterne Fakten entscheiden schlussendlich

Das Ergebnis wird in dieser Woche erwartet. Auch für Guido Müller ist klar: Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen ist da. Es gebe keinen geeigneten schon bestehenden Wohnraum im Ort, den man renovieren könne. Deshalb sei ein Neubau angebracht. Müller: „Wichtig für den Ort ist eine vernünftige Nachnutzung des Platzes. Ein Leerstand wäre unschön.“

Bürgermeister Rainer Britzmann plädiert ganz klar für einen Neubau: „Altersgerechte Wohnungen in Brielow sollten den Standard der heutigen Zeit haben“, erklärte er. Zudem würde der Neubau der Gemeinde und den vielen Senioren zu Gute kommen. „Ich habe schon erste mündliche Anmeldungen für Seniorenwohnungen. Einige fragen schon, wann denn der erste Spatenstich beginnt.“ Den Verkauf der brach liegenden Fläche in der Brielower Hauptstraße lehnt er ab. Dort könne man viele Ideen der Bürger verwirklichen: Beispielsweise eine Kleinsportanlage.

Plädoyer für einen Neubau

In jedem Fall möchte er die Diskussion darüber öffentlich führen und alle Brielower Senioren mit einbeziehen. Dreieinhalb Jahre lang hatte der Betreiber der Schwedenlinde Horst Berger nach einem Nachfolger gesucht, doch das Gebäude war den Interessenten oft zu groß oder zu weit entfernt von einer Stadt. Am Anfang war er traurig, die Gaststätte zu schließen, doch jetzt nicht mehr. „Es ist zwar schade, dass ich aufhöre, aber ich habe auch genug“, resümierte er am Sonntagnachmittag. Auch Horst Berger wünscht sich eine vernünftige und sinnvolle Nachnutzung des Geländes – „ein Neubau hat für den Ort eine Perspektive“.

Von Melanie Höhn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg