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Treppe ewig defekt: Brecht-Schule verzweifelt

Schulsanierung Treppe ewig defekt: Brecht-Schule verzweifelt

Nachdem bis zur Buga die Grünachse Nord vom Marienberg bis zum Silokanal über den Vorplatz zum Bertolt-Brecht-Gymnasium hinweg fertiggestellt war, wollte der Liegenschaftsbetrieb von Brandenburg an der Havel auch den Eingang zur Schule verschönern und eine neue Haupttreppe spendieren – doch endete dies in einem Fiasko, das nunmehr ein Jahr andauert.

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Ute Krüger und Jörg Wesoly vom Gebäude- und Liegenschaftsmanagement vor der Schule.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Ein Jahr lang schon können die Schüler des Brechtgymnasiums ihr Haus nicht durch den repräsentativen Haupteingang betreten, sondern müssen die Hintertür nehmen. Der Grund ist eine verfahrene Situation auf der Baustelle der Vortreppe. „Wir haben uns für ein komplettes Ersetzen entschieden, weil die alte Treppe marode war“, sagt Projektleiterin Ute Krüger vom städtischen Gebäude- und Liegenschaftsmanagement GLM. Zuerst seien nur die Granitplatten auf der Plattform lose gewesen, beim Demontieren wurde entdeckt, dass der Betonunterbau bröselte, verwittert und marode war.

Der eigentliche Haupteingang zum Gymnasium

Der eigentliche Haupteingang zum Gymnasium.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Also wurde die Medewitzer Bau GmbH aus Wiesenburg beauftragt alles zu erneuern. „Der Beton entsprach aber nicht der Qualität die ausgeschrieben war“, sagt Jörg Wesoly, Technikchef beim GLM. Herausgekommen war dies, als die Firma Metallbau Maserowski versuchte, die Geländer anzubringen. Nach der ersten Aufregung wurde aus derm Beton ein Bohrkern gezogen und in Olaf Fischers Ingenieurbüro in Plauerhof untersucht. „Wir haben das sogar zweimal gemacht, mit verschiedenen Bohrkernstärken“, sagt Ute Krüger. Es sei ein Unterschied, ob ein fünf Zentimeter starker Bohrkern in die Druckprüfung komme oder ein 10-Zentimeter-Bohrkern. Auch das Unternehmen hat ein weiteres Büro mit der Prüfung beauftragt. Beide kommen allerdings zu dem Schluss, dass die Betonqualität nicht ausreiche.

Bis zur kommenden Woche hat das Bauunternehmen nun Zeit, einen Lösungsvorschlag vorzulegen, sagt Wesoly, „im schlimmsten Fall droht der Rückbau“. Der würde das Podest und die Rolli-Rampe betreffen, die Treppe selbst sei in Ordnung. Es ist ein Glück, dass im vergangenen Schuljahr kein Schüler auf die Rampe angewiesen war, er wäre mit dem Rollstuhl gar nicht aus eigener Kraft ins Haus gekommen. „Die Schule ist sehr lange ruhig geblieben“, lobt Wesoly, „es ist uns mittlerweile selbst unangenehm, obwohl wir alles richtig gemacht haben im Ausschreibungsverfahren“. Er weiß aber auch, dass die Verärgerung beim Team um Schulleiter Uwe Schröder jede Woche größer wird.

Barrierefreie Schule

Das Bertolt-Brecht-Gymnasium besuchten im vergangenen Schuljahr 549 Schüler. Sie werden betreut von 42 Lehrkräften.

Zu den Besonderheiten der Schule zählt, dass die Schülerinnen und Schüler nach dem Unterricht umfassendes soziales Engagement in Einrichtungen der Stadt zeigen.

Die Schule ist barrierefrei ausgebaut.

Es gibt einen offenen Ganztagsbetrieb.

Betrieben wird ein Schülerradio, es gibtr einen Schulförderverein und eine internationale Partnerschaft mit einer Schule in Magnitogorsk.

„Uns sind die Hände gebunden“, rechtfertigt sich Wesoly. Man müsse auf die Nachbesserungsvorschläge der Medewitzer Bau GmbH warten, schließlich sei die in der Gewährleistung. „Sie kann es auch nicht auf einen Lieferanten schieben, weil die Firma alleiniger Vertragspartner ist.“ Anderweitige Auseinandersetzungen müsse sie zivilrechtlich durchsetzen. Die Stadt und das GLM können auch nicht irgendeine andere Firma mit dem Beheben der Schäden beauftragen, weil sie dann auf ihre Ansprüche auf eine ordnungsgemäße Leistung durch die Medewitzer verzichten würden.

Immerhin hat die Stadt schon rund 60 000 Euro aus dem Investitionshaushalt des GLM investiert, dafür will sie die entsprechende Leistung sehen. Der Geschäftsführer der Baufirma Berndt Schubotz reagierte gestern nicht auf Anfragen und Rückrufbitten der MAZ.

Also wird sich das Drama noch bis ins neue Schuljahr hinein ziehen. Eine Reparatur bis zum Schulbeginn ist ausgeschlossen, im schlimmsten Fall geht es auch noch über den Winter – wenn die Auseinandersetzung auch noch juristisch geführt werden muss.

Von André Wirsing

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