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Brandenburg/Havel Trinkwasser versickert im Fiener Bruch
Lokales Brandenburg/Havel Trinkwasser versickert im Fiener Bruch
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10:40 18.02.2016
So sah es 2015 an der Viesener Havariestelle aus. Doch noch immer versickert irgendwo in der Gemeinde Rosenau Trinkwasser im Boden. Quelle: Amt Wusterwitz
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Amt Wusterwitz

An der Viesener Ortsdurchfahrt wurde Rainer Thiel fündig. Eine Geräuschanalyse brachte den Rohrdiagnostiker auf die Spur eines Lecks in der Trinkwasserhauptleitung. Unbemerkt war dort Wasser in erheblichen Mengen in die ebenfalls undichte Regenentwässerung ausgetreten. Am Ende versickerte das kostbare Trinkwasser in einem Graben in der Nähe des Sportplatzes - bis das Dilemma entdeckt und behoben wurde. Das alles passierte im Frühjahr 2015.

Doch weitere Trinkwasserverluste entlang der Trasse Viesen-Rogäsen-Zitz belasten nach wie vor die Kalkulation. „Mit der Havariebeseitigung in Viesen konnten wir das Defizit in der Gemeinde Rosenau erst um rund 35 Prozent senken“, teilte Amtsdirektorin Gudrun Liebener in dieser Woche dem Amtsausschuss mit. Das Gremium verabschiedete nämlich den Haushalt für das Amt Wusterwitz. Trink- und Abwasser sind gesonderte Bestandteile des Etats. Alle amtsangehörigen Gemeinden haben die Selbstverwaltungsaufgabe der Trinkwasserversorgung zum 1. Januar 2015 an das Amt übertragen.

In Zitz gibt es schon seit den 1930er-Jahren eine zentrale Trinkwasserversorgung. Die alte Hauptleitung existiert immer noch. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die im vergangenen Jahr aufgelaufene Differenz zwischen der von der Brawag in Rechnung gestellten und der in drei Ortsteilen von Rosenau abgelesenen Menge ist besorgniserregend. Während die Brawag in ihrem Mahlenziener Wasserwerk am Zähler für Rosenau (ohne Warchau) 37 180 Kubikmeter registrierte, bringen es die Kunden zusammen nur auf 24 500 Kubikmeter. „Und das geht schon seit 2009 so“, berichtet Amtsdirektorin Liebener. Wo bleibt das ganze Wasser? Diagnostik-Experte Thiel vermutet in Viesen ein weiteres Leck, doch wegen des großen Rosenauer Gemeindegebietes kann sich das Amt Wusterwitz aus finanziellen Gründen nur schrittweise eine Einkreisung weiterer Leckagen leisten. Allein die Viesener Suchaktion samt Tiefbauarbeiten schlug mit einigen zehntausend Euro zu Buche. Dazu gehörte auch die Reparatur von zwei Schieberkreuzen.

„Der nächste Schritt sollte unbedingt die Installation von Distriktzählern für jeden dieser drei Rosenauer Ortsteile sein“, sagte Michael Weise, der im Amt Wusterwitz für Wasser und Abwasser zuständig ist. Dann nämlich würden sich die Wasserverluste den jeweiligen Ortslagen zuordnen lassen. Spekuliert wird darüber, ob möglicherweise das Zitzer Ortsnetz von einer größeren Schadstelle betroffen ist. In dem Dorf liegt die Hauptleitung seit 1936 im Boden. Die Zitzer konnten sich früh eine zentrale Versorgung samt eigenem Wasserwerk leisten. Nicht vergessen ist ein Leitungsbruch im Winter 2002/03, wo zwei Zitzer Hauskeller unter Wasser gesetzt wurden. „Wir wollen den Verlusten auf den Grund gehen. Aber das wird nicht ohne Investitionen funktionieren“, meint Verwaltungschefin Liebener.

An das Amt übertragen

Die Gemeinden Bensdorf, Rosenau und Wusterwitz haben die pflichtigen Selbstverwaltungsaufgaben der Trinkwasserversorgung an das Amt Wusterwitz übertragen. Ein Zweckverband gibt es nicht. Für die technische Betriebsführung der Wasserversorgungsanlage wurde ein Vertrag mit der Brawag GmbH geschlossen.

Die Lieferung von Wasser für das Amt Wusterwitz erfolgt von der Brawag über das Wasserwerk Mahlenzien. Von dort führt unter anderem eine Versorgungsleitung in die Gemeinde Rosenau nach Viesen, Rogäsen und Zitz. Der Ortsteil Warchau wird von Wusterwitz aus versorgt.

Derzeit gelten im Amt Wusterwitz moderate Mengenpreise. Trinkwasser kostet im gesamten Amtsgebiet in diesem Jahr 1,31 brutto je Kubikmeter. 2,25 Euro kostet der Kubikmeter Abwasser in den zentral angeschlossenen Gemeinden Wusterwitz und Bensdorf. Auch im Abwassernetz sind Erneuerungen fällig. „Für die Sanierung von Pumpwerken werden rund 160 000 Euro gebraucht“, hat Kämmerin Ramona Meyer ausgerechnet. Die Ortsteile der Gemeinde Rosenau werden dezentral entsorgt.

Von Frank Bürstenbinder

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