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Trio Scho bringt Kirche zum Kochen

Kiewer Tramway nach Meßdunk Trio Scho bringt Kirche zum Kochen

Tango, Swing und Jazz: Das Berliner Trio Scho swingt in der Meßdunker Kirche und bringt das Publikum zum Kochen. „Kiewer Tramway“ heißt das neue Programm, wie die gleichnamige CD. Seit über zwei Jahren bemühte sich der Verein „Justkultur“, die drei ukrainischen und russischen Vollblutmusiker zu engagieren. Das Warten hat sich gelohnt.

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Ukrainer zu Gast bei Freunden in Meßdunk.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Meßdunk. Nein, wir waren nicht einfach bei einem Konzert in Meßdunk. Wir waren zu Gast bei ukrainischen Freunden. „Dobryy vechir, dorogije drusja“, wurden die Gäste in der Meßdunker Kirche von Gennadij Desatnik begrüßt. Wer mit dem Schul- Russisch aufgewachsen ist, verstand sofort. Dieser Mann wünscht uns, seinen Freunden, einen Guten Abend. Das war ein hoch vergnügtes Wiedererkennen der vergessen geglaubten Sprache.

„Ras, dwa, ras, dwa, tri“ zählt Gennadaij ein und man kann sich seines Charmes nicht erwehren. Das einnehmende Lachen und die unglaubliche Spielfreude des Sängers, Gitarristen und Violinisten und seiner beiden Bandkollegen an Bass und Akkordeon sind wie ein Sog. Sofort möchte man los tanzen. Beim ersten Lied über die schöne Stadt Odessa, oder wie die drei Musiker singen: „Adjessa“.

Vor 25 Jahren in der Ukraine gegründet, kam das Trio 1994 aus Poltava nach Berlin. Im Gepäck russische Tangos, Swing und Romanzen, jüdische Musik aus Odessa und Volkslieder. Eines davon: „Kiewer Tramway“. Diesen Titel trägt auch ihr Programm mit dem sie am Sonnabend nach Meßdunk gereist sind. Seit über zwei Jahren bemühte sich der Verein „Justkultur“ die drei Vollblutmusiker zu engagieren. Das Warten hat sich gelohnt.

„U tschornowo Morja“ singt das Trio und alle Anwesenden stimmen, aufgefordert von Gennadij, in den Refrain des Liedes über das schwarze Meer mit ein. Hach, einfach herrlich diese melancholische Sehnsucht. Der sympathische Ukrainer, der jeden Titel vorab ins Deutsche übersetzt, schwärmt von der Akkustik der Kirche und redet den Gästen mit überschäumender Lebenslust gut zu: „Tanzen und trinken Sie! Nasdarowje!“

Er schnappt sich die Violine und entlockt ihr ein schelmisches Lachen, auf das Valery Khoryshman mit dem Akkordeon virtuos antwortet. Begleitet und angetrieben von Alexander Franz am Bass wird daraus ein rasendes Klangabenteuer, das mit dem jiddischen Ausruf „Mazel tov“ (Viel Glück) endet und einen begeisterten Applaus erntet.

Das Trio Scho in der Meßdunker KIrche

Das Trio Scho in der Meßdunker KIrche

Quelle: V. Maloszyk

Und Glück hatten die Besucher dieses besonderen Konzertes, denn sie konnten professionelle Musiker in beinahe intimer Atmosphäre, wie sie nur in Meßdunk möglich ist, erleben.

„Eine selbst gebrannte Hommage an unsere Heimatstadt Poltava“, wird das nächste Stück angekündigt und Igor, ein Landsmann, der zufällig im Publikum sitzt, freut sich besonders darüber. Auf die ulkige Nummer „Kiewer Tramway“ (Straßenbahn), ein Mix aus Russisch, Ukrainisch und Jiddisch, was für ein Spaß, folgt ein Twist, der wie ein spanischer Flamenco klingt. „Zwei mal kurz klatschen bitte“, wird das Publikum angelernt und dann geht’s mit ras, dwa, tri, cha, cha, cha weiter.

Einfach wunderbar. Als wäre diese kleine Kirche für die drei Musiker geschaffen, die auch mit Instrumentalstücken Leidenschaft, Originalität und Perfektion beweisen.

Wieder erklingt ein „selbst gebranntes“ Stück. Ein Bossa Nova. Der Text stammt von Karsten Troyke. „Die heile Welt ist manchmal ein Latte Macchiato auf dem Dach“. Klar, sie singen auch deutsch und transportieren ihren Bandnamen „Scho“, der auf russisch „schto“ heißt, in ein kesses berlinerisches „wat denn“.

Sie verschmelzen französische Chansons mit Russisch, singen mit den Gästen im Chor „Natalie“ oder einen Walzer von Schostakowitsch und spielen Tango, Rock`n Roll und sogar Jazzstandards wie Puttin` on the Ritz.

Unbezahlbar ist dabei das verschmitzte Lächeln des Bassisten, das mitreißende Temperament des sich verausgabenden Sängers und das furiose Spiel des Mannes am „Weltmeister“- Akkordeon.

„Heute hat die Meßdunker Kirche gekocht“, ruft Gennadij in den Abend und ist sich mit dem Publikum einig: „Lasst uns bald wieder zusammen singen“.

Von Ina Schidlowski

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