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Trotz der Risiken ist Riva vorsichtig optimistisch

Brandenburg an der Havel Trotz der Risiken ist Riva vorsichtig optimistisch

Das vergangene Jahr ist für die Riva-Elektrostahlwerke in Brandenburg an der Havel und Hennigsdorf deutlich besser gelaufen als noch das Jahr 2016. Die Stahlwerker der Riva-Gruppe haben in 2017 wieder die gewohnten Produktionsmengen erreicht, Kurzarbeit konnte vermieden werden. Aber die Unternehmensführung ist trotzdem nur verhalten optimistisch.

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Produktion im Riva-Elektrostahlwerk in Brandenburg an der Havel.

Quelle: Vokmar Maloszyk

Brandenburg/H. Das vergangene Jahr ist für die Riva-Elektrostahlwerke in Brandenburg/Havel und Hennigsdorf deutlich besser gelaufen als das Vorjahr. Die Stahlwerker der Riva-Gruppe haben 2017 wieder die gewohnten Produktionsmengen erreicht. Doch trotz „vorsichtigem Optimismus“ steht das Unternehmen laut Geschäftsleitung vor „heute wesentlich größeren Risiken“ als im Jahr 2016, das von Kurzarbeit geprägt war.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl weist als sechsgrößten Stahlproduzenten aus in Deutschland mit einer Jahresproduktion von 2,3 Millionen Tonnen m Jahr 2015. Nur Thyssen Krupp (12,4 Millionen Tonnen), Arcelor-Mittal ((8,8) und Salzgitter (6,8) sind wesentlich größer.

Das Jahr 2016 war für die Elektrostahlwerke in Brandenburg/Havel und Hennigsdorf deutlich schwieriger mit besonders in Brandenburg stark gedrosselter Produktion und Kurzarbeit für zeitweise mehr als 80 Prozent der Belegschaft in Brandenburg/Havel. Im Vergleich dazu war 2017 für die Brandenburger Walzdrahtspezialisten ein stabiles Jahr.

„Nach den anfänglichen Schwierigkeiten diesen Jahres konnten wir ab dem zweiten Quartal an Stabilität gewinnen“, teilt ein Sprecher der Geschäftsführung der B.E.S.Brandenburger Elektrostahlwerke GmbH in der Woltersdorfer Straße mit.

Im Vergleich zum durch Kurzarbeit geprägten Vorjahr habe das Unternehmen 2017 die gewohnten Produktionsmengen geleistet. Die Bedingungen am Markt seien aber weiterhin kritisch. Die durchaus starken Einflüsse aus Russland, Weißrussland und zunehmend aus der Türkei forderten die Werke in Brandenburg ständig aufs Neue. Stabile und faire Rahmenbedingungen seien „mehr denn je ein Schlüssel für unsere Produktion im Land Brandenburg“, heißt es.

Hintergrund

Der erste Warnstreik bundesweit und im IG-Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen findet am heutigen Donnerstag um 10 Uhr beim Getriebehersteller ZF in der Caasmannstraße mit, teilt die IG-Metall-Sekretärin Stefanie Jahn mit. Die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie endet vor fünf Tagen.

Die IG Metall fordert unter anderem 6 Prozent mehr Geld für zwölf Monate und die 35-Stunden-Woche.

Vom aktuellen Arbeitskampf in der Metall- und Elektorindustrie sind die Brandenburger Elektrostahlwerke (BES) nicht betroffen, denn sie unterliegen einer anderen Tarifzuständigkeit.

Im März 2017 hatten die BES das Tarifergebnis der Fläche Stahl Ost übernommen. Der Anerkennungstarifvertrag gilt bis Ende 2018.

Die Geschäftsführung sieht Licht und Schatten. Wörtlich heißt es: „Auch wenn Kurzarbeit für uns aktuell kein Thema ist, stehen wir heute wesentlich größeren Risiken gegenüber.“ Die eigene Branche sei Themen wie EEG-Umlage, CO2-Strompreiskompensation und Mantelverordnung vollends unterlegen, also zum Beispiel den Abgaben auf den Strompreis und dem staatlich gewährten Ausgleich für Unternehmen wie Riva, die stromintensiv produzieren.

Änderungen an solchen Stellen würde Riva mit aller Härte treffe, betont die Geschäftsführung. Die Brandenburger Elektorstahlwerke müssten die durch ungünstige Rahmenbedingungen verursachten Defizite in der eigenen Kostenstruktur dadurch ausgleichen, dass sie bessere Qualität abliefert als die Konkurrenz.

„Wir sind vorsichtig optimistisch und hoffen auch für das Jahr 2018 mit einem Positivtrend“, teilt der Sprecher der Geschäftsführung mit. Wie angekündigt wurde am Standort Brandenburg/Havel der Bereich Weiterverarbeitung des Walzdrahtes mit dem neuen Hallenschiff und Neueinstellungen gestärt, so dass mehr als 800 Beschäftigte am Standort in Lohn und Brot sind.

Zu den 14 bestehenden Ausbildungsverhältnissen hat das Werk in der Woltersdorfer Straße im vergangenen Jahr 13 neue vereinbart. In Hennigsdorf kamen zu den acht bestehenden nur sechs neue Ausbildungsverhältnissen hinzu. Riva bedauert, dass es immer schwieriger werde Schulabgänger zu finden, „die akzeptable Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern haben und somit eine solide Basis für die Erstausbildung mitbringen“.

Seit September haben drei Schulabsolventen ihr duales Studium in den Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik an der TH Brandenburg angetreten. Die Bewerbungsverfahren für 2018 laufen.

Wie viele Unternehmen muss auch das Riva-Stahlwerk den anstehenden Generationenwechsel organisieren. Aktuell und in den kommenden Jahren sei weiterhin mit Abgängen in die Ruhephase der Altersteilzeit und in die gesetzliche Rente zu rechnen. Das Unternehmen plant daher mit „Eigengewächsen“ , also den selbst ausgebildeten Jungfacharbeitern. Zudem greife man auf berufserfahrene Fachkräfte zurück, die auf dem Markt sind.

Von Jürgen Lauterbach

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