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Trump-Show ohne Lacher

Brandenburg an der Havel Trump-Show ohne Lacher

Trump im Original ist schon oft zum Lachen, in der Trump-Show des StattKaberett am Samstag im Fontane-Klub in Brandenburg ist den Zuschauern dagegen das Lachen vergangen. Kann das trotzdem funktionieren als Kabarett?

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Karen Schneeweiß und Steffan Drotleff mit ihrer Trump-Show im Gelben Salon des Fontane-Klubs.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Wer schon mal über die Aufführungen des StattKabaretts Tränen gelacht hat, der hat von der „Trump-Show“etwas anderes erwartet als einen Kabarettabend, der ganz und gar ohne Lacher auskommt. Andererseits: Was gibt es über Trump noch zu sagen, über das nicht bereits weltweit gelacht wurde. Gut, Nordkoreas Kim Jong-un hat wohl noch nicht über ihn gelacht.

„Politisches Kabarett muss nicht unbedingt lustig sein“, gibt Event-Theater-Chef Hank Teufer zu bedenken. Bitterböse und urkomisch sollte die Show sein, hat der Veranstalter versprochen. Karen Schneeweiß und Steffan Drotleff brachten die Dortmunder Fassung des Stückes von Mike Daisey auf die Bühne des Fontane Klubs. Die beiden haben fantastisch gespielt. Es lag also nicht an ihnen, dass das Stück so beklemmend wirkte, dass niemand lachte.

Ein Mann als Geschöpf von Roy Cohn

In einer stark gekürzten Fassung erzählten sie Trumps Werdegang. Berichteten über einflussreiche Menschen in seinem Leben. Der Vater, der mit dem Bau von Schrottimmobilien im New Yorker Viertel Queens reich wurde. Der Anwalt Roy Cohn, der mit allen Wassern gewaschene Jurist war jüdisch und antisemitisch zugleich. Er schlief mit vielen Männern und hasste Homosexuelle. In der McCarthy-Ära stiftete er viel Unheil. Er brachte Trump das Machtspiel bei und rühmte sich später, dass er Trump Junior geprägt habe, dass der Mann sein Geschöpf sei.

Erklärt wurde auch das Trump-Prinzip, Lügen zu verbreiten und sie gleich wieder zurückzuziehen, bis niemand mehr wisse, was wirklich stimmt und was nicht. Menschen, die an objektive Fakten nicht mehr glauben, werden in ihren Reaktionen unberechenbar und sind für seriöse Politik nicht mehr zu erreichen. Und das gilt weltweit.

Ein Stück Anstand geht verloren

Mit die stärksten Passagen hatte das Stück mit der Darstellung der „Scheiß drauf“-Einstellung der Menschen hierzulande. Eigentlich gehört es sich nicht, unflätige Hassbotschaften im Internet zu posten. Jedes Mal, wenn das passiert und sich ein Mensch mit dem Gedanken „scheiß drauf“ über seine Hemmungen hinwegsetzt, gehe ein Stück Anstand verloren. Bis aller Anstand in der Gesellschaft aufgebraucht sei.

Info: Eine weitere Aufführung ist am 13. Mai um 20 Uhr im Fontane-Klub.

Von Ann Brünink

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