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Tschirch-Schüler helfen Stadtteilbibliothek

Brandenburg an der Havel Tschirch-Schüler helfen Stadtteilbibliothek

Ob bei Veranstaltungen helfen oder Zeitschriften sortieren: Bei der Bibliotheks-AG in der Stadtteilbibliothek Hohenstücken in Brandenburg an der Havel kommt keine Langeweile auf. Die Schüler bekommen einen Einblick in die Arbeit einer Bücherei und die Mitarbeiter sind froh um die Unterstützung. Für die AG haben die Kinder aber noch andere gute Gründe.

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Kevin Weilert, Tina Nimz und Justin Gedosch (v.l.n.r.) von der Bibliotheks-AG in der Stadtteilbibliothek Hohenstücken.

Quelle: Annika Jensen

Brandenburg/H. Bücher sind das Tor zur Welt. Bibliotheken der Schlüssel. Das ist in Brandenburg an der Havel nicht nur durch die Bücherkinder akzeptiert. Auch in der Stadtteilbibliothek im Bürgerhaus Hohenstücken wissen Kinder um die Bedeutung von Buch und Bibliothek. Dort werden die Damen hinter dem Schalter nämlich seit ein paar Jahren von einer Schüler-Arbeitsgemeinschaft (AG) der Otto-Tschirch-Schule unterstützt. „Sie helfen uns, Veranstaltungen vorzubereiten“, sagt Tina Nimz, Mitarbeiterin der Bibliothek. „Sie haben ein Plakat gestaltet, auf dem sie sich vorstellen.“

Die Schüler haben eine Spielzeugtonne verschönert, die mitsamt der enthaltenen Spiele ausgeliehen werden können. Sie helfen bei Spielnachmittagen und bei sonstigen Arbeiten, die in einer Bibliothek so anfallen. „Wir überlegen uns aber natürlich schon Aufgaben, die machbar sind.“

An diesem Nachmittag sind allerdings nur zwei der sechs Schüler aus der Arbeitsgemeinschaft dabei. Kevin Weilert (15) und Justin Godesch (13) sitzen mit der Schere und bunten Ausdrucken in den Händen an einem Tisch in der Bibliothek. Die ausgeschnittenen Karten sind für den Kindertag und zeigen eine Rallye für die jüngsten Bibliotheksbesucher.

Die vier Mädchen der Gruppe haben eine gute Ausrede, nicht zur vereinbarten Uhrzeit aufzuschlagen: sie waren nämlich schon da. Sie hatten Unterrichtsausfall an dem Tag und waren früher in die Bibliothek gekommen.

„Ich habe mich für die Bibliotheks-AG entschieden, weil sie nicht so lange läuft am Nachmittag“, sagt Justin und grinst. „Aber sie bringt auch Spaß."

Er und seine fünf Mitstreiter haben sich in ihrer Schule für eine AG entscheiden müssen. Ab der 7. Klasse geht es mit den Kursen neben den konventionellen Unterrichtsfächern los. Zur Wahl stehen weitere spannende und unterhaltsame AGs wie Kochen und Backen oder Billard oder kreatives Gestalten. „Es ist nicht so langweilig, weil man nicht immer dasselbe tut“, sagt Justin. Er erzählt von einem Mitschüler, der schon jetzt von seiner Wahl der Theater-AG die Nase voll habe, weil er immer noch das gleiche Theaterstück probe.

Justins Freund Kevin hatte einen anderen Beweggrund, in die Bibliotheks-AG zu gehen. „Ich bin schon seit Jahren Mitglied in der Bibliothek und leihe regelmäßig Bücher aus. Ich lese einfach viel.“ Für ihn habe es deswegen sehr nahe gelegen, diese AG zu belegen. „Es ist ein Einblick in die Bibliotheksarbeit und in den Alltag der Mitarbeiter, zumindest ein wenig.“

Um den kompletten Alltag der Bibliotheksangestellten kennenzulernen, sind sie nämlich nicht lange genug da. Jeden Mittwoch ab 14 Uhr helfen sie für eine Stunde. Betreut werden sie von ihrer Lehrerin Karin Richter. Sie unterrichtet Naturwissenschaften und kümmert sich nebenbei um alle AGs. Allerdings bleiben die Bibliotheks-Schüler sehr selbstständig. Nur selten schaut ihnen Richter auf die Finger.

Die AG gibt es seit knapp fünf Jahren. Damals war Richter auf Nadin Sternberg, die Leiterin der Stadtteilbibliothek, und ihre Kollegen zugekommen und hatte gefragt, ob die Möglichkeit für eine AG bestünde. Sternberg sagte sofort zu. „Es war gleich ein sehr netter und offener Kontakt“, sagt Richter. Und auch die Mitarbeiter in der Bibliothek sind begeistert. „Die Zusammenarbeit mit der Otto-Tschirch-Schule ist eine Bereicherung“, fasst Tina Nimz das Verhältnis zusammen.

Kevin und Justin wollen die AG im nächsten Jahr weitermachen. „Mir gefallen die anderen Angebote einfach nicht so sehr wie die Bibliotheks-AG“, sagt Justin und schneidet an seinem letzten Bogen Papier für den Tag.

Von Annika Jensen

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