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Brandenburg/Havel Türkei legt gegen Konzert Protest ein
Lokales Brandenburg/Havel Türkei legt gegen Konzert Protest ein
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14:00 28.04.2016
Dresdner Sinfoniker beim Konzert. Quelle: Filip Zorzor
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Brandenburg an der Havel

Ein Konzertprojekt der Dresdner Sinfoniker mit armenischen und türkischen Gästen, das am Sonntag, 1. Mai um 17 Uhr in der St.-Gotthardtkirche in Brandenburg an der Havel in der Kammermusik-Version zu erleben sein wird, ist überraschend zum Politikum geworden. Die Türkei fordert von der EU-Kommission das von ihr unterstützte Musikprojekt nicht mehr zu fördern.

Der türkische EU-Botschafter bei der Europäischen Union hat von der EU-Kommission die Einstellung der Unterstützung des Konzertprojekts „Aghet“ zum Genozid an den Armeniern verlangt, sagt Markus Rindt, Intendant der Sinfoniker, im Gespräch mit der Märkischen Allgemeinen. Rindt sprach von einem „Angriff auf die Meinungsfreiheit“. Das Projekt, das im November 2015 in Berlin Premiere hatte und Ende 2016 in Istanbul gastieren soll, sieht Rindt aber nicht in Gefahr.

Die bei der EU-Kommission angesiedelte Exekutivagentur für Bildung, audiovisuelles und Kultur stehe hinter „Aghet“, versichert der Intendant. Etwa 200 000 Euro an EU-Mitteln sind in das Projekt geflossen, weitere 200 000 Euro fließen aus anderen Quellen.

Konzertprojekt zum “Aghet“

Anlässlich des 100. Jahrestages des Völkermordes an den Armeniern initiierten die Dresdner Sinfoniker gemeinsam mit dem Gitarristen und Komponisten Marc Sinan das Konzertprojekt, das im November 2015 uraufgeführt wurde. Im Türkischen steht ağıt für das Klagelied. Aghet – Katastrophe ist einer der Ausdrucke, die von den Armeniern für jenes Unglück verwendet werden, das 1915 über sie hereinbrach. Führende armenische Intellektuelle des Osmanischen Reiches wurden in Istanbul Verhaftet – eine Entwicklung, die in Deportationen der Armenier ganz Anatoliens endete, in Massenmord und Todesmärschen in die syrische Wuste. Bis zu 1,5 Millionen Menschen fanden den Tod. Für die Armenier ist das ein Völkermord, die Türken als Nachfolger des osmanischen Reiches lehnen diesen Begriff ab.

Markus Rindt, der Intendant des Dresdner Projektorchesters, das aus zahlreichen Musikern besteht, die in renommierten Ensembles tätig sind, lebt in der Stadt Brandenburg. Er hatte das neueste Projekt des Orchesters auch dem Außenminister und Brandenburger Bundestagsabgeordneten Frank-Walter Steinmeier (SPD) vorgestellt, der in der Folge die Schirmherrschaft für den Brandenburger Auftritt übernahm und ein Grußwort schrieb.

„Entschärfung“ im Internet

Auf Verlangen der türkischen Botschaft wurden die Projektbeschreibung und weitere Informationen zu dem Projekt von der Website der EU-Kommission genommen, teilt Rindt mit. Angeblich, um die Formulierungen zu entschärfen. Diese von den Künstlern kritisierte Verfahrensweise sei „ein Warnsignal, dass die türkische Regierung selbst vor Einflussnahme auf freie Meinungsäußerung in Kunst und Kultur in Europa nicht zurückschrecke.“

„Sie wollten, dass niemand davon erfährt und dass die Begriffe Genozid und Völkermord getilgt werden“, sagte Rindt gegenüber Spiegel-Online. Für die Musiker sei ein solches Einknicken nicht akzeptabel. Die Türkei verlange „einen Maulkorb“ für Wahrheiten, die ihr nicht passen würden. Der Genozid an den Armeniern und dessen Leugnung durch die türkische Regierung ebne den Boden für „die maßlose Gewalt gegenüber der kurdischen Bevölkerung. Das Appeasement durch die EU-Kommission macht Europa zum Mittäter“, klagt Marc Sinan. Der Komponist hat deutsche, türkische und armenische Wurzeln. Er ist einer der Initiatoren des Werks.

Wie Markus Rindt betont, sei das Kunstprojekt keine Anklage sondern der Versuch, einen Dialog in Gang zu setzen und den Prozess der Versöhnung zu beschleunigen. Nach den Aufführungen in Dresden und Brandenburg soll das Werk auch in Istanbul, Belgrad und Jerewan zu hören sein.

Von Benno Rougk

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