Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Über 400 Rotarmisten begraben

Brielow: Gedenken an Kriegsende Über 400 Rotarmisten begraben

In Brielow sind über 400 Rotarmisten und Zivilisten begraben. Sie kamen bei Kriegsende 1945 in Brandenburg und in der Beetzsee-Region ums Leben. Kommunalpolitiker und Bürger legten am Sonntag einen Kranz auf dem komplett neugestalteten sowjetischen Ehrenfriedhof nieder.

Voriger Artikel
Sina Schmidt muss schwer schleppen
Nächster Artikel
Oldtimertreffen auf der Burg Ziesar begeistert

Mit einer Kranzniederlegung auf dem sowjetischen Friedhof in Brielow gedachten am Sonntag Kommunalpolitiker, Vertreter des Amtes Beetzsee und Bürger des Kriegsendes vor 71 Jahren.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brielow. „Die jungen Menschen hatten ihr Leben noch vor sich. Der Krieg hat es ihnen genommen. Wir können heute froh sein, dass zumindest Mitteleuropa eine lange Periode des Friedens erlebt.“ Mit diesen Worten gedachte am Sonntag Beetzsee-Bürgermeister Rainer Britzmann den über 400 Kriegstoten, die auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Brielow ihre letzte Ruhestätte fanden. Bürgermeister, Abgeordnete und Einwohner aus allen fünf Kommunen des Amtes Beetzsee waren zusammengekommen, um an den 71. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zu erinnern. Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht war der 2. Weltkrieg am 8. Mai 1945 auf europäischem Boden beendet.

Amtsdirektor Guido Müller und Havelsee-Bürgermeister Günter Noack legten stellvertretend für die Öffentlichkeit einen Kranz am Fuße des vom roten Sowjetstern bekrönten Obelisken nieder. „Der Friedhof ist uns eine Mahnung nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen. Auch vor unseren Haustüren und in unsere Familien hat der 2. Weltkrieg schlimme Folgen hinterlassen“, meinte Havelsee-Bürgermeister Noack. Nach der Neugestaltung der Kriegsgräberanlage vor zwei Jahren war der Amtsausschuss der Empfehlung Noacks gefolgt, sich jährlich zu einem öffentlichen Gedenken an den Gräbern der Rotarmisten zu treffen. Bereits am 1. Mai waren Vertreter der russischen Botschaft in Brielow, um die Gefallen mit einem Blumengesteck zu ehren.

Havelsee-Bürgermeister Günter Noack (r) und Amtsdirektor Guido Müller legen einen Kranz nieder

Havelsee-Bürgermeister Günter Noack (r.) und Amtsdirektor Guido Müller legen einen Kranz nieder.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Der sowjetische Soldatenfriedhof am Brielower Ortseingang war 1947 angelegt und 2013/14 komplett neugestaltet worden. Zehn zusätzliche Grabstellen wurden angelegt. Dafür stellte der Bund über den Landkreis Potsdam-Mittelmark rund 400 000 Euro zur Verfügung. Der Sanierung nach Plänen des Bad Belziger Landschaftsarchitekten Gunnar Lange ging eine intensive Abstimmung mit dem Brandenburger Innenministerium, der Botschaft der Russischen Föderation und der Denkmalschutzbehörde vor aus. Träger der Kriegsgräberstätte ist das Amt Beetzsee, in der nach neuesten Recherchen 402 sowjetische Offiziere, Soldaten und Zivilisten ihre letzte Ruhe gefunden haben. Darunter sind 19 Rotarmisten, die Ende April 1945 bei heftigen Kämpfen mit der Wehrmacht im Raum Brielow ihr Leben verloren. Nach der Wiedereröffnung der Anlage erfolgte eine Ergänzung mit einer Stele vor dem Eingang mit Informationen zur Geschichte des Ehrenfriedhofs.

Von Frank Bürstenbinder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg