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Brandenburg/Havel Wenn die Polizei auf sich warten lässt
Lokales Brandenburg/Havel Wenn die Polizei auf sich warten lässt
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10:21 26.02.2016
Ein Diebstahl rechtfertigt keine Blaulichtfahrt, sagt die Polizei. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

„Wann wacht die Regierung auf? Vor 20 Minuten habe ich einen Überfall in unserem Studio durch einen nicht-deutschsprachigen Bürger gemeldet. Bis jetzt ist noch niemand von unseren Freunden und Helfern überhaupt in Sicht. Ich rate allen Händlern und Dienstleistern die Türen zu verschließen.“

Diese Sätze schreibt die Brandenburger Kosmetikunternehmerin Jasmin Sorge am Mittwoch gegen 14.15 Uhr im sozialen Netzwerk Facebook. Sogleich erhält sie jede Menge Resonanz, Mitgefühl und Unterstützung. Ihre Facebook-Partner äußern sich aber auch enttäuscht, dass die Polizei so lange auf sich warten ließ.

Was war geschehen? Jasmin Sorge berichtet: Gegen etwa 13.45 Uhr nutzt ein Fremder die Gunst der Minute, in der die Tür des Kosmetikstudios in Domlinden entgegen sonstiger Gewohnheit kurz geöffnet ist, weil eine Kundin nur etwas aus dem Auto holen will.

Überfall im Kosmetikstudio

Der unbekannte Mann, offenbar kein Deutscher, treibt ihre Angestellte in der Kabine in die Enge, baut sich „Nasenspitze an Nasenspitze“ vor ihr auf, so dass sie große Angst bekommt. Die Angestellte stößt gleichwohl den Angreifer von sich, so dass er flüchtet. Unbemerkt bleibt einige Minuten lang, dass ihr Handy gestohlen wurde.

Die Angestellte ruft die Chefin zur Hilfe, die um 13.50 Uhr die Polizei alarmiert und von dem Überfall berichtet. Jasmin Sorge weiter: Bei der Notrufnummer 110 habe allerdings so lange niemand abgehoben, dass sie auf die Nummer der Polizeiinspektion ausweicht, also Telefon 5600.

Der Hilferuf wird erhört, doch nach dem Empfinden der Geschäftsfrau tut sich gefühlte Ewigkeiten nichts. Deshalb schreibt die Chefin den Facebook-Eintrag, zumal sie die Hoffnung aufgegeben hat, dass der Täter nun noch gestellt wird. Erst nach mehr als einer halben Stunde sei die Polizei erschienen, heißt es. Die Beamten seien auch sehr einfühlsam und bemüht gewesen. Doch sicher fühle sie sich nicht mehr. Und auf schnelle Polizeihilfe will sich Jasmin Sorge für die Zukunft nicht mehr verlassen.

Die Unternehmerin hat Videokameras installieren lassen und „Selbstverteidigungswaffen“ für das Geschäft besorgt. Sie will auch andere Händler aufrütteln, zumal dies nicht der erste Überfall in jüngerer Zeit gewesen sei.

Hilferuf wird erhört

Aus polizeilicher Sicht handelte es sich nicht um einen Überfall, sondern um einen Diebstahl. Die eingesetzten Beamten hätten um Punkt 14 Uhr von der Polizeiinspektion den Auftrag erhalten und seien um 14.19 Uhr vor Ort gewesen. Da es sich aber um einen einfachen Diebstahl handelte, der zwar für die Geschädigte sehr ärgerlich ist, führen die Beamten nicht mit Blaulicht und Sirene. Durch Einsatzlagen und Verkehr könne es zu zeitlichen Verzögerungen kommen, erklärt die Polizei am Donnerstag.

Jasmin Sorge will weder den Beamten noch ihrer Dienststelle in Brandenburg Vorwürfe machen. Sie sieht die Politik am Zuge, für ausreichend Sicherheit und entsprechendes Polizeipersonal zu sorgen. Ihre verängstigte Angestellte habe die ganze Nacht nicht geschlafen.

Bei dem Täter soll es sich um einen etwa Ende 20- bis Anfang 30-jährigen Mann mit dunkler Hautfarbe handeln. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 0 33 81 / 56 00 entgegen.

Von Jürgen Lauterbach

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