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Brandenburg/Havel Überfall-Serie: Polizei reagiert, „Satu“ warnt
Lokales Brandenburg/Havel Überfall-Serie: Polizei reagiert, „Satu“ warnt
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16:16 15.04.2018
Sebastian "Satu" Kopke aus Brandenburg an der Havel steht vor dem Steintorturm. In der Nähe gab es in der vergangenen Woche mehrere Raubüberfälle. Quelle: Facebook/Privat
Brandenburg/H

Die Brandenburger Polizei reagiert auf die drei Raubüberfälle in der Brandenburger Innenstadt, bei denen binnen einer Woche drei Männer zu Opfern wurden.

„In Absprache mit der Inspektionsleitung haben wir lageangepasste polizeiliche Maßnahmen vorbereitet“, teilt Direktionssprecher Oliver Bergholz mit, ohne Details zu nennen. Der Brandenburger Extremsportler „Satu“ warnt aufgebrachte Brandenburger davor, „den Helden zu spielen und dabei die eigene Gesundheit zu riskieren“.

Satu setzt sich für seine Stadt ein – aber ohne Gewalt

Auf seiner Facebookseite ist Sebastian „Satu“ Kopke (37) mit grimmigem Gesicht vor dem Steintorturm zu sehen. Der aus Fernsehshows bekannte Brandenburger, der Stahlstangen mit seinem Hals verbiegt, Feuer spuckt und Steinblöcke mit dem Kopf zerschlägt, schreibt nur eine kurze Bemerkung dazu: „Unsere schöne und SICHERE Stadt Brandenburg an der Havel. I love my save City.“

Wie die Reaktionen zeigen, verstehen viele Menschen worauf der Extremsportler, Überlebenstrainer und Schulbegleiter anspielt: auf drei Raubüberfälle der jüngsten Vergangenheit.

Überfallserie beschäftigt die Stadt seit einer Woche

1. Am 24. März überfallen Unbekannte einen 44 Jahre alten Passanten an der Brandenburger Stadtschleuse, rauben ihn aus, schlagen ihn brutal zusammen. Zuvor fragen sie in gebrochenem Deutsch nach Zigaretten.

2. In der gleichen Nacht erpressen drei Männer in der Hauptstraße in gebrochenem Deutsch Geld von einem 18-Jährigen. Der junge Mann zahlt und bleibt unverletzt.

3. In der Nacht zu Ostersonntag überfallen Unbekannte in der Nähe des Steintorturms einen 29-jährigen, fordern mit osteuropäischem Akzent Geld und Zigaretten, schlagen und treten ihr Opfer schließlich zusammen, rauben den Mann aus.

Polizei vermutet einen Zusammenhang, sagt aber nicht viel

Die Polizei erkennt „mögliche Zusammenhänge der Straftaten im Rahmen der kriminalpolizeilichen Sachbearbeitung“ und bearbeite die Sachverhalte entsprechend. Um das Ermittlungsergebnis nicht zu gefährden, gibt sie keine Details bekannt über Parallelen und zu den bislang erhaltenen Informationen, also Zeugenaussagen.

User-Reaktionen auf der Facebook-Seite der MAZ

Auf der Facebookseite „MAZ Brandenburg“ haben die viele Brandenburger auf den jüngsten brutalen Raubüberfall in der Stadt reagiert. Eine Auswahl – im Original wiedergegeben:

Doreen Dilauro: „Wie wäre es denn mal mit Beamte in Zivil zu schicken. Ist doch nicht normal,das jetzt das zweite Wochenende hintereinander, so was passiert. Muss es erst einen Toten geben damit endlich eingegriffen wird?“

Laura Toffel: „In einem Land in dem nicht mal mehr Männer nachts heil und sicher zu Hause ankommen.”

Franzi Mia: „Kann man denn jetzt nur noch bewaffnet das Haus verlassen oder wenn’s dunkel ist, gar ganz zu Hause bleiben? Es ist doch schon lange nicht mehr normal was hier abläuft.“

Konny Schiller: „Da es kaum bis keine Polizei mehr gibt was möchte man da erwarten. Aber wir können ja weiter einsparen.“

Anna Tornow: „Wenn ich schon höre: Kriminalpolizei ermittelt . . . Wie wäre es mit mehr Personal, Ausrüstung und in den richtigen Gegenden Streife fahren.“

Mandy Kietzmann: „Willkommen in Klein Chicago.“

Zwar gibt es keine Sonderermittlungsgruppe, aber die Polizei bereitet „lageangepasste polizeiliche Maßnahmen“ vor, die bereits umgesetzt würden. Sprecher Bergholz: „Genaue Angaben dazu können wir aber auch aus einsatztaktischer Sicht nicht machen.“ Auch zu der Schwere der Verletzungen, die die Opfer davon getragen haben, sagt die Polizei nichts.

Auch Facebook-Kommentare werden ausgewertet

Die Beamten werten die Diskussionen und Kommentare in den sozialen Medien aus. Sebastian Kopkes Facebook-Eintrag zum Beispiel haben 250 Menschen angeschaut und 50 kommentiert.

Gleich mehrere erklären ihre Bereitschaft, sich in den Nachtstunden in der Nähe des Steintorturms zu versammeln und die Räuber und Schläger gemeinsam in Empfang zu nehmen. „Ick bin dabei“, lauten mehrere Kommentare.

Als Aufruf zur Selbstjustiz will Kopke sein Foto auf keinen Fall verstanden wissen. „Das ist kein Aufruf zur Gewalt, für die Strafverfolgung ist einzig die Polizei zuständig“, betont er und fügt hinzu: „Niemand soll sich zum Affen machen und den Helden spielen, das ist viel zu gefährlich.“

Es hat auch nicht angezeigte Überfälle gegeben

Er vermutet, dass die Täter von außen in die Stadt kommen, Angst und Schrecken verbreiten, aber wissen was sie tun. Sehr wahrscheinlich seien sie bewaffnet.

Satu will auf das Problem hinweisen, statt es unter den Teppich zu kehren. Denn er wisse von weiteren (versuchten) Überfällen, die nicht angezeigt wurden. Ein Beinahe-Opfer habe sich rechtzeitig mit seinem E-Bike in Sicherheit gebracht.

Dass vielen anderen Menschen ebenso an der Sicherheit ihrer Stadt liegt wie ihm, gefällt dem Muskelmann, der Selbstverteidigung unterrichtet. „Keiner soll den Helden spielen“, warnt er noch einmal.

Von Jürgen Lauterbach

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