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Übergriffe durch Betreuer – Schatten fällt auf DRK-Camp

Ermittlungen wegen sexuellen Übergriffs Übergriffe durch Betreuer – Schatten fällt auf DRK-Camp

Das DRK-Camp in Lenzen (Prignitz) ist bei Jugendlichen sehr beliebt. Viele der 56 Teenager sind begeistert. Doch nun gibt es üble Vorwürfe, die einen Schatten auf das Camp werfen. Ein 15-jährige Betreuer soll gleichaltrige Jugendliche sexuell genötig haben. Beim DRK will man trotz der Vorwürfe keine voreiligen Schlüsse ziehen.

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Kinder und Jugendliche spielen Volleyball in Lenzen.
 

Quelle: privat

Brandenburg/H.  Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Brandenburg/Havel will wegen der Ermittlungen gegen einen ihrer Ferienbetreuer nicht „voreilig die falschen Schlüsse ziehen. Für Geschäftsführer Andreas Griebel (32) gibt es noch zu viele Fragezeichen. Er habe sechs verschiedene Varianten gehört, was im Camp passiert sein soll.

Daher will der hiesige DRK-Chef erst einmal, das Ergebnis der Polizeiermittlungen abwarten, die sich wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung gegen einen 15 Jahre alten Jugendrotkreuzler richten. Griebel sieht das Feriencamp nicht in Gefahr. „Alle wollen wieder nach Lenzen“, betont er.

Seit fast 25 Jahren ist das Sommerzeltlager des DRK-Kreisverbandes in Lenzen eine Erfolgsgeschichte. Viele der jungen Teilnehmer sind so begeistert, dass sie jahrelang immer wieder mitfahren.

 Einen großen Anteil an dem Erfolg hat Wolfgang Reitsch, langjähriger Geschäftsführer des Roten Kreuzes in Brandenburg/Havel. Trotz seines Ruhestandes leitet der als hoch engagiert bekannte Sozialpädagoge noch immer Kinder- und Jugendfreizeiten. So auch vom 20. August bis 1. September, als er das Camp in Lenzen mit 56 Kindern und Jugendlichen beaufsichtigte.

Angebot der psychologischen Beratung

Nach den noch unaufgeklärten Vorfällen im Feriencamp Lenzen hat das DRK den Eltern angeboten, psychologische Beratung und Hilfe für die betroffenen Jugendlichen zu vermitteln, berichtet Geschäftsführer Andreas Griebel.

Seit 1994 bietet der DRK-Kreisverband das Kinder- und Jugendcamp in Lenzen an der Elbe an.

Zum Programm gehören Diskos, Nachtwanderungen, Radtouren, ein Neptunfest und ein Indianerspektakel.

Die Teilnahme am zwölftätgigen Camp kostete 260 Euro.

Seit Ende August fällt gleichwohl ein Schatten auf das beliebte Zeltlager der Rotkreuzler in Lenzen. In der Nacht zum 29. erlebten fünf Jugendliche offenbar furchtbare Minuten der sexuellen Nötigung.

Mutmaßlicher Täter war kein Erwachsener, sondern ein als Campbetreuer eingesetzter Schüler, der etwa genauso alt ist wie die mutmaßlichen Opfer: 15 Jahre. Das, was die fünf Jungen wenig später Campleiter Reitsch berichteten, war so gravierend, dass der Pädagoge diesen Helfer umgehend nach Hause schickte und die Polizei einschaltete.

Seither ermittelt die Polizei wegen zweier Straftaten gegen den 15 Jahre alten Verdächtigen, der früher in Brandenburg/Havel lebte, nun aber in Berlin wohnt. Der Jugendliche steht im Verdacht der sexuellen Nötigung und der Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger.

Beschuldigter war schon häufiger im Camp dabei

DRK-Geschäftsführer Andreas Griebel will nicht gleich den Stab brechen über den Heranwachsenden. Er kennt den 15-Jährigen seit langer Zeit persönlich, da sich der Schüler ehrenamtlich beim Jugendrotkreuz in der Stadt Brandenburg engagiert hat und wiederholt auch Teilnehmer des Lenzen-Sommercamps gewesen ist. Nach so langem Engagement habe er sich empfohlen für eine verantwortliche Aufgabe. Griebel beschreibt dessen Rolle im Camp als „Hilfsbetreuer“. Ihm anvertraut war eine Gruppe mit sechs Jungen. Der Geschäftsführer widerspricht Informationen der MAZ, dass viel zu wenige Erwachsene das letzte Lenzener Zeltlager dieses Sommers betreut hätten. Wolfgang Reitsch sei keineswegs der einzige Erwachsene gewesen, vielmehr waren Griebel zufolge insgesamt fünf Betreuer älter als 18 Jahre.

Der Chef des Roten Kreuzes berichtet, dass nicht einmal die mutmaßlich Betroffenen nach den Geschehnissen des 28./29. August abreisen wollten. Das Camp habe daher wie vorgesehen am 1. Septembe

r geendet. Einige Eltern seien zwar herbei geeilt, doch dann ohne ihre Kinder nach Hause gefahren.

Polizei hält sich mit Auskünften zurück

 Als alle am 1. September nach Brandenburg zurückkehrten, wurden sie beim DRK in der Grünen Aue bereits von der Polizei erwartet. Mit ihren Eltern fuhren laut Polizei „zwei geschädigte Jugendliche“ mit zur Dienststelle, wo Kripo-Beamte sie anhörten.

Um die Minderjährigen zu schützen, gibt die Polizei keine weiteren Auskünfte. Nach Abschluss der Ermittlung wird der Sachverhalt voraussichtlich an die Staatsanwaltschaft Berlin übermittelt, heißt es.

Von Jürgen Lauterbach

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