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Brandenburg/Havel Übergriffe im Camp: Ermittlungen gegen 15-Jährigen und DRK
Lokales Brandenburg/Havel Übergriffe im Camp: Ermittlungen gegen 15-Jährigen und DRK
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08:41 18.11.2016
Das Zeltlager in Lenzen ist sehr beliebt. Quelle: DRK
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Brandenburg/H

Die Brandenburger Polizei ermittelt nicht nur wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe gegen einen 15 Jahren alten Feriencamp-Betreuer des Deutschen Roten Kreuzes, sondern inzwischen auch gegen den DRK-Kreisverband Brandenburg/Havel wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht. Das ergibt sich aus Angaben der Polizei und weiterführenden MAZ-Recherchen. Die Polizeiermittlungen stehen kurz vor dem Abschluss.

Sieben Strafanzeigen liegen der Brandenburger Kriminalpolizei zu Verdachtsmomenten von Sexualdelikten sowie zur Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht vor, bestätigte am Donnerstag Polizeidirektionssprecher Heiko Schmidt. Zu Einzelheiten macht er wegen der noch laufenden Ermittlungen und aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine weiteren Angaben.

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Bekannt ist gleichwohl, dass sich die Ermittlungen auf Vorgänge während des Rot-Kreuz-Zeltlagers in Lenzen beziehen, an dem vom 20. August bis 1. September fast sechzig Kinder und Jugendliche aus Brandenburg/Havel teilgenommen hatten.

Eltern von Campteilnehmern hatten zunächst Strafanzeige erstattet gegen einen 15 Jahre alten, inzwischen in Berlin lebenden Betreuer, der in etwa gleichaltrige Jungen drangsaliert und sexuell genötigt haben soll. Er soll seine Opfer, eine Gruppe von fünf Jungen, auch geschlagen haben.

Die betreffenden Jugendlichen informierten den Campleiter des DRK, der den Schüler daraufhin sofort nach Hause schickte und ihn bei der örtlichen Polizei anzeigte.

Eltern haben nun auch den Kreisverband des DRK angezeigt

Mehrere Tage später zeigten Eltern nach MAZ-Informationen auch den DRK-Kreisverband und dessen Geschäftsführer an. Der Vorwurf: Das Rote Kreuz habe nur zwei volljährige Betreuer mit auf die Reise ins Feriencamp geschickt, zu wenige um für eine derart große Freizeitgruppe die Aufsicht zu gewährleisten. Das könnte eine strafrechtlich relevante Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sein.

DRK-Geschäftsführer Andreas Griebel hatte der MAZ auf damalige Anfrage versichert, dass an dem betreffenden Feriencamp in Lenzen fünf Betreuer teilgenommen hätten, die älter sind als 18 Jahre.

Das Camp ist eines der beliebtesten Ferienangebote des DRK

Die Ermittlungsverfahren werden nach Angaben von Polizeisprecher Schmidt gegenwärtig noch von der Kriminalpolizei bearbeitet. Schmidt: „Die Ermittlungen stehen kurz vor dem Abschluss. Eine zeitnahe Abgabe an die Staatsanwaltschaft ist vorgesehen.“

Das Sommerzeltlager des DRK-Kreisverbandes Brandenburg/Havel in Lenzen ist nicht irgendein Ferienangebot, sondern eine beliebte, seit 25 Jahren angebotene Reise, an der manche Kinder und Jugendliche sogar mehrmals teilgenommen haben. Ex-DRK-Chef Wolfgang Reitsch hatte das immer wieder aufgelegte Camp zu einer Erfolgsgeschichte gemacht.

Der beschuldigte 15-Jährige war selbst jahrelang Teilnehmer. Der ehrenamtlich im Jugendrotkreuz engagierte Schüler hatte sich für die Aufgabe als „Hilfsbetreuer“ empfohlen. Anvertraut war ihm eine Gruppe von sechs Jungen.

Von Jürgen Lauterbach

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