Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Umgelegt: Schornstein in Stärkefabrik gesprengt
Lokales Brandenburg/Havel Umgelegt: Schornstein in Stärkefabrik gesprengt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:47 15.09.2017
Die letzten Minuten des Schornsteins sind angebrochen Quelle: Jast
Anzeige
Brandenburg/H

Die 20 Dynamit-Patronen mit einem Sprengstoffgewicht von insgesamt 5,75 Kilogramm waren strategisch gut verteilt an dem 45 Meter hohen Schornstein der ehemaligen Stärkefabrik. Zwei Sekunden nach einem Doppelknall neigt sich der Schlot und stürzte exakt in das vorbereitete Fallbett aus Erde und weichem Untergrund, damit die berstenden Ziegel nicht weiter durch die Luft fliegen. Kleine Wasserfontänen sorgen dafür, dass der aufsteigende Staub schnell gebunden wird.

Zuvor hatte Sprengmeister Günter Franke gemeinsam mit Vertretern von Ordnungsamt und Polizei die leeren Fabrikgebäude im 250 Meter großen Sperrkreis um den Schornstein abgesucht, damit sich nicht zufällig noch ein Obdachloser darin aufhält. „Wir haben ihm am Morgen alles erklärt, er hat versprochen, dem Gelände fernzubleiben. Aber sicher ist sicher“, sagt Klaus-Peter Schulz, Geschäftsführer der Sortier- und Baustoffrecycling SBR GmbH Görlitz. Das Unternehmen ist beauftragt, die alte Fabrik komplett abzutragen. „Wir haben es mal überschlägig berechnet – es werden wohl 20.000 Kubikmeter Schutt sein, die von hier abzufahren sind. Bis Ende Februar müssen wir das Areal komplett beräumt übergeben.“ Wenn die Hochbauten beseitigt sind, wird zwischendurch auch die hiesige Kampfmittelräumfirma Röhll mit ihren Detektoren über das vier Hektar große Baufeld gehen und nach Munitionsresten suchen.

Umgefallen und zerbröselt: Quelle: jast

„Wir hoffen, dass im kommenden Jahr hier ein Ort entsteht, an dem sich die Kunden und Einwohner sehr wohl fühlen werden“, sagt Isarkies-Geschäftsführer Christoph Kagerer als Vertreter der Bauherren. Zudem werde auf 3280 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Rewe-Center entstehen, dass es in dieser Form und Größe noch nicht in Brandenburg an der Havel gebe. „Und 80 zusätzliche Arbeitsplätze in der Stadt sind wohl auch nicht so schlecht“, sagt Kagerer.

Zudem entstehen 135 Wohnungen auf der Brache. Hier ist Stephan Skalda der Bauherr. „Wir bauen im kommenden Jahr Eigentums- und Mietwohnungen in Größen von 1,5 bis vier Zimmern. Für uns plant Timo Jacob, Geschäftsführender Gesellschafter der S&P Sahlmann GmbH Potsdam – das Büro hat mehr Erfahrungen mit dem Bauen in solchen Größenordnungen.“ An diesem Freitag wolle man aber erst einmal einen Startschuss mit Knalleffekt feiern.

Kleine Wasserfontänen sorgen dafür, dass der aufsteigende Staub schnell gebunden wird. Quelle: jast

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) sagt, sie freue sich über die neue Entwicklung am Standort. Gleichzeitig verteidigte sie ihre ablehnende Haltung während der vergangenen Jahre, frühere Bebauungspläne hatte sie immer wieder mit Beanstandungen erfolgreich torpediert. „Das waren keine Entscheidungen, um irgendjemanden zu ärgern. Wir wollten eine harmonische Stadtentwicklung begleiten und dabei niemanden bevorzugen oder andere übervorteilen.“ Nun sei es gelungen, eine tragfähige Lösung zu finden, dass diese in Kombination mit Wohnungen ausfällt, finde sie umso schöner.

In den Ursprungsplänen von vor neun Jahren ging es noch um ein mindestens 5000 Quadratmeter großes Edeka-Center, um mehrere Tausend Quadratmeter Verkaufsflächen inb Fachmarktzentren sowie um Spielhallen und ähnliche gewerbliche Nutzung.

Danach sollten entlang des Uferstreifens noch Stadtvillen entstehen, auch diese Idee wurde verworfen.

Geblieben ist aber das Anlegen und Freigeben eines Uferweges mit Begleitgrün sowie das Erneuern der Spundwand an der Brandenburger Niederhavel. Das sei in den städtebaulichen Verträgen mit der Stadt ausdrücklich so geregelt und könne auch nicht umgangen werden, beteuern die Vertreter der Fiorma Isarkies.

Von André Wirsing

Brandenburg/Havel Grundschüler besuchen Höfe in Fohrde - Landjugend läutet Kreiserntefest ein

Der Tag vor dem Kreiserntefest gehört traditionell der Landjugend. Pritzerber Grundschüler besuchten Höfe und Aussteller in der Fohrder Hauptstraße. Es gab Einführungen in die Welt der Landtechnik. Besonders groß war der Andrang beim Melken. Auch wenn die Kuh nur Wasser gab.

15.09.2017

Die Brandenburger Berufsfeuerwehr setzt ihre Einsatzserie auf der Autobahn fort. Zwischen Brandenburg und Netzen war am Vormittag eine 78-jährige Peugeot-Fahrerin auf einen Opel aufgefahren. Ihr Wagen überschlug sich. Die schwer verletzte Frau kam ins Krankenhaus. Die A 2 war für zwei Stunden voll gesperrt.

15.09.2017
Polizei Überfall in Brandenburg an der Havel - Mann wehrt sich gegen brutale Räuber

In Brandenburg an der Havel wurde am Freitag ein 40-jähriger Mann von zwei Unbekannten angesprochen und nach einer Zigarette gefragt. Danach bedrohten die beiden Männer das Opfer mit einem Messer und forderten seine Geldbörse. Doch mit der Ausbeute waren sie anscheinend nicht zufrieden.

15.09.2017
Anzeige