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Umgelegt: Schornstein in Stärkefabrik gesprengt

Brandenburg an der Havel Umgelegt: Schornstein in Stärkefabrik gesprengt

Der markante Schornstein der alten Stärkefabrik in Brandenburg an der Havel ist Geschichte. Experten einer Spezialfirma haben den Schlot am Freitagnachmittag gesprengt. Mit insgesamt 5,75 Kilogramm Dynamit brachten sie den Riesen zu Fall. Zwei Sekunden nach einem Doppelknall neigte sich der Schlot und stürzte um.

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Die letzten Minuten des Schornsteins sind angebrochen

Quelle: Jast

Brandenburg/H. Die 20 Dynamit-Patronen mit einem Sprengstoffgewicht von insgesamt 5,75 Kilogramm waren strategisch gut verteilt an dem 45 Meter hohen Schornstein der ehemaligen Stärkefabrik. Zwei Sekunden nach einem Doppelknall neigt sich der Schlot und stürzte exakt in das vorbereitete Fallbett aus Erde und weichem Untergrund, damit die berstenden Ziegel nicht weiter durch die Luft fliegen. Kleine Wasserfontänen sorgen dafür, dass der aufsteigende Staub schnell gebunden wird.

Zuvor hatte Sprengmeister Günter Franke gemeinsam mit Vertretern von Ordnungsamt und Polizei die leeren Fabrikgebäude im 250 Meter großen Sperrkreis um den Schornstein abgesucht, damit sich nicht zufällig noch ein Obdachloser darin aufhält. „Wir haben ihm am Morgen alles erklärt, er hat versprochen, dem Gelände fernzubleiben. Aber sicher ist sicher“, sagt Klaus-Peter Schulz, Geschäftsführer der Sortier- und Baustoffrecycling SBR GmbH Görlitz. Das Unternehmen ist beauftragt, die alte Fabrik komplett abzutragen. „Wir haben es mal überschlägig berechnet – es werden wohl 20.000 Kubikmeter Schutt sein, die von hier abzufahren sind. Bis Ende Februar müssen wir das Areal komplett beräumt übergeben.“ Wenn die Hochbauten beseitigt sind, wird zwischendurch auch die hiesige Kampfmittelräumfirma Röhll mit ihren Detektoren über das vier Hektar große Baufeld gehen und nach Munitionsresten suchen.

Umgefallen und zerbröselt

Umgefallen und zerbröselt:

Quelle: jast

„Wir hoffen, dass im kommenden Jahr hier ein Ort entsteht, an dem sich die Kunden und Einwohner sehr wohl fühlen werden“, sagt Isarkies-Geschäftsführer Christoph Kagerer als Vertreter der Bauherren. Zudem werde auf 3280 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Rewe-Center entstehen, dass es in dieser Form und Größe noch nicht in Brandenburg an der Havel gebe. „Und 80 zusätzliche Arbeitsplätze in der Stadt sind wohl auch nicht so schlecht“, sagt Kagerer.

Zudem entstehen 135 Wohnungen auf der Brache. Hier ist Stephan Skalda der Bauherr. „Wir bauen im kommenden Jahr Eigentums- und Mietwohnungen in Größen von 1,5 bis vier Zimmern. Für uns plant Timo Jacob, Geschäftsführender Gesellschafter der S&P Sahlmann GmbH Potsdam – das Büro hat mehr Erfahrungen mit dem Bauen in solchen Größenordnungen.“ An diesem Freitag wolle man aber erst einmal einen Startschuss mit Knalleffekt feiern.

Kleine Wasserfontänen sorgen dafür, dass der aufsteigende Staub schnell gebunden wird

Kleine Wasserfontänen sorgen dafür, dass der aufsteigende Staub schnell gebunden wird.

Quelle: jast

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) sagt, sie freue sich über die neue Entwicklung am Standort. Gleichzeitig verteidigte sie ihre ablehnende Haltung während der vergangenen Jahre, frühere Bebauungspläne hatte sie immer wieder mit Beanstandungen erfolgreich torpediert. „Das waren keine Entscheidungen, um irgendjemanden zu ärgern. Wir wollten eine harmonische Stadtentwicklung begleiten und dabei niemanden bevorzugen oder andere übervorteilen.“ Nun sei es gelungen, eine tragfähige Lösung zu finden, dass diese in Kombination mit Wohnungen ausfällt, finde sie umso schöner.

In den Ursprungsplänen von vor neun Jahren ging es noch um ein mindestens 5000 Quadratmeter großes Edeka-Center, um mehrere Tausend Quadratmeter Verkaufsflächen inb Fachmarktzentren sowie um Spielhallen und ähnliche gewerbliche Nutzung.

Danach sollten entlang des Uferstreifens noch Stadtvillen entstehen, auch diese Idee wurde verworfen.

Geblieben ist aber das Anlegen und Freigeben eines Uferweges mit Begleitgrün sowie das Erneuern der Spundwand an der Brandenburger Niederhavel. Das sei in den städtebaulichen Verträgen mit der Stadt ausdrücklich so geregelt und könne auch nicht umgangen werden, beteuern die Vertreter der Fiorma Isarkies.

Von André Wirsing

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