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Umjubelte Saison auf dem Lehnschulzenhof

Theaterfrühling Viesen Umjubelte Saison auf dem Lehnschulzenhof

Der Theaterfrühling hat sich am Samstag aus Viesen verabschiedet. Wolfram Scheller hat seine erste Saison als Leiter der Lehnschulzenhofbühne hinter sich gebracht. Dabei war er so erfolgreich, dass er am Samstag erst einmal Stühle heranschleppen musste, um alle Theaterbegeisterten auf der kleinen Zuschauertribüne unterzubringen.

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Thaddäus Meilinger (l.) als Gerichtsrat und Jörg Seyer als Dorfrichter Adam auf der Bühne im Viesener Lehnschulzenhof

Quelle: Christine Lummert

Viesen. Der Theaterfrühling hat sich am Samstag aus Viesen verabschiedet. Eine der diesjährigen Eigenproduktionen kam noch einmal auf die Bühne im rustikalen Ambiente der Scheune auf dem vierseitigen Lehnschulzenhofs. Wolfram Scheller hat seine erste Saison als Leiter der Lehnschulzenhofbühne hinter sich gebracht. Dabei war er so erfolgreich, dass er am Samstag erst einmal Stühle heranschleppen musste, um alle Theaterbegeisterten auf der kleinen Zuschauertribüne unterzubringen. „Alle Veranstaltungen waren ausverkauft“, erklärte er und hatte deshalb am Ende noch gute Nachrichten für die Besucher parat. „Zum ersten Mal wird es in diesem Jahr einen Hofbühnensommer geben.“ Am ersten Septemberwochenende öffnen sich noch einmal die Scheunentore zum Theatergenuss. Auf die Bühne kommen dann mit dem „Kirschgarten“ ein Viesener Klassiker vergangener Jahre, sowie die beiden aktuellen Produktionen aus diesem Jahr, „Ich werde nicht hassen“ und „Derzerb Rochnek Rug“.

Wer die Chance am vergangenen Wochenende noch nicht genutzt hat, bekommt dann also noch einmal die Möglichkeit zu sehen, wie „Der zerbrochene Krug“ wieder zusammengesetzt wird. Es lohnt sich auf jeden Fall Wolfram Schellers Inszenierung von Kleists Stück anzusehen.

Jörg Seyer spielt den Dorfrichter Adam, der im spartanischen Bühnenbild von Horst Vogelgesang dem Zuschauer ganz abgerissen in langen Unterhosen und offener Strickjacke mit reichlich ramponiertem Äußeren entgegen taumelt. Im Hintergrund läuft dabei auf der Scheunenwand eine kurze Einspielung, in welcher der noch heile Krug durch die heile Dorfwelt getragen wird, während Matthias Claudius‘ Abendlied erklingt.

Ist der Mond aber erst einmal aufgegangen, legt sich im Dorf aber keineswegs alles zur Ruh und den Dorfrichter Adam verfolgen seine nächtlichen Tollheiten am nächsten Tag. Ausgerechnet jetzt steht Gerichtsrat Walter (Thaddäus Meilinger) vor der Tür und will kraft seiner Autorität prüfen, wie Adam seine Gerichtsverhandlungen durchführt.

Stella Maria Adorf füllt als Frau Rull, die ihrem zerbrochenen Krug nachweint, und als alte Tante Brigitte, die mit Rollator tief gebückt über die Bühne hinkt, gleich zwei Rollen hervorragend aus und gibt den Anstoß für den Zusammenbruch des ohnehin schon mitgenommenen Dorfrichters. Mit Paula Schmelzer als Eve Rull und Jakob Spiegler als Eves Verlobtem Ruprecht stehen zudem zwei Nachwuchsschauspieler des Jugendtheaters des Brandenburger Theaters auf der Bühne und wissen durchaus zu überzeugen als Liebespaar, dem durch Dorfrichter Adams Eskapaden übel mitgespielt wird.

Von Christine Lummert

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