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Umzug der Tafel auf Eis gelegt

Verein sagt die Rückkehr zum Roten Kreuz ab Umzug der Tafel auf Eis gelegt

Der Verein Brandenburger Tafel legt seine Pläne, in den Neubau des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) umzuziehen, auf Eis. Wie Vorstandsmitglied Adelheid van Lessen der MAZ sagte, „wissen wir im Moment nicht, ob wir auf das DRK-Gelände zurückziehen“. Das hat einen triftigen Grund.

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Reger Betrieb in der Wilhelmsdorfer Straße: Die Brandenburger Tafel erfreut sich großer Nachfrage.

Quelle: V. Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Eine geplante Rückkehr in die Grüne Aue, dorthin also, wo die Tafel 16 Jahre ihre Räume hatte, scheint damit vom Tisch. Der dortige Rot-Kreuz-Neubau für 680.000 Euro wird Anfang Juli eingeweiht. Im Februar 2014 ist die Tafel in die Wilhelmsdorfer Straße 16 umgezogen. Der Mietvertrag dort laufe bis Ende 2016, so Adelheid van Lessen.

„Wir schätzen das DRK sehr“, Kreisgeschäftsführer Wolfgang Reitsch unterstütze die Tafel stets, „aber wir sind vom Platzbedarf her größer geworden.“ Der vorgesehene 75 Quadratmeter große Raum im Neubau werde nicht reichen. Reitsch zeigte sich enttäuscht: „Damit sind die Würfel gefallen.“ Der Raum werde nun anders genutzt.

Geplant hatte das DRK eigens einen Kühlraum für die Tafel zusätzlich zu dem Zimmer für die Ausgabe der Lebensmittel. „Ich kann den Raum nicht aufblasen, um ihn größer zu machen“, sagte Reitsch. Es sei lange geplant gewesen, dass die Tafel wieder beim DRK einziehe. Die Ausgabestelle hätte auch gut zur Kleiderspende gepasst, die es in dem Gebäude gebe, sagte Reitsch, der aus seinem Unmut keinen Hehl macht.

Nach dem Umzug der Tafel hatten sich Kunden der Ausgabestelle beschwert, sie fühlten sich in der Wilhelmsdorfer Straße wie auf dem Präsentierteller. Auf dem DRK-Gelände standen sie geschützt vor Blicken auf einem Hof.

Die Tafel

Die Brandenburger Tafel verteilt im Jahr über 200 Tonnen Lebensmittel und wurde 1997 gegründet und ist als mildtätiger Verein anerkannt.
Seit 18 Jahren versorgt die Tafel Hilfsbedürftige. Der Verein hat derzeit 23 Mitglieder.
Die Ausgabezeiten sind montags bis freitags von 14.30 Uhr bis 17 Uhr. Losnummern werden ab 14 Uhr ausgegeben.
Die erste Tafel Deutschlands wurde 1993 in Berlin gegründet. Anfang des Jahres 2012 waren es bereits mehr als 900 Tafeln in ganz Deutschland. Die Tafel ist eine Nonprofit-Organisation, die unter dem Motto „Essen, wo es hingehört“ verhindert, dass Lebensmittel vernichtet werden.
Bundesweit engagieren sich 25.000 Menschen als ehrenamtliche Tafelhelfer und geben Essen aus.

Derweil wirbt der ehrenamtlich engagierte Vorstand für jüngere Mitglieder. Wie Adelheid van Lessen sagte, sucht der Verein Brandenburger mittleren oder jüngeren Alters, die sich für die Tafel einsetzen wollen. „Wir haben im Vorstand das Problem, dass wir langsam überaltern“, sagt die Direktorin des Brandenburger Amtsgerichtes. Wie sie sind auch die übrigen Mitglieder seit vielen Jahren dabei. In ihrer Freizeit werben sie Spender und kontrollieren die Finanzen.

Die Ausgabestelle von Lebensmittel für sozial schwache Menschen versorgt jede Woche zwischen 1100 und 1400 Brandenburger, darunter viele Familien und noch mehr Alleinstehende. Nach Angaben van Lessens stehen an jedem Ausgabetag zwischen 60 und 100 Männer und Frauen an, um Lebensmittel kurz vor dem Verfallsdatum zu erhalten. Pro Ausgabe zahlen sie je Haushaltsgröße bis zu drei Euro.Voraussetzung ist der Besitz eines Familienpasses, den das Sozialamt ausgibt.

Die Ausgabestelle ist auf Spenden von Geschäften angewiesen. Jeder neue Spender sei willkommen, beschreibt Adelheid van Lessen die Situation. Bis nach Berlin müssen die Tafel-Mitarbeiter fahren, um Obst, Milch, Joghurt, Nudeln, Reis, Gemüse, Brot und Kuchen einzusammeln. „Mal reicht es aus, ist sogar üppig, mal ist es wenig. Wir merken, dass die Händler besser disponieren.“ Der Lebensmitteleinzelhandel kalkuliert genauer, wie viel Ware er ordern muss und bleibt damit auf weniger Lebensmitteln sitzen. Das bekommen die Tafeln zu spüren.

Info

Weitere Informationen zur Tafel unter www.brandenburger-tafel.de.

Auch Privatleute spenden. Gisela und Manfred Mohr schenkten der Tafel anlässlich ihrer goldenen Hochzeit 1500 Euro. „Die Freude darüber ist riesengroß“, so Vorstandsvorsitzende Gabriele Beer. Das Geld soll helfen, ein neues Kühlfahrzeug zu kaufen.

Nach Anfangsproblemen am neuen Standort in der Wilhelmsdorfer Straße hat sich die Situation dort entspannt. Im Hof haben Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Göttin ein Carport aufgebaut, das nun Schutz bei Regen für die Wartenden bietet. Zwei Bänke auf dem Hof stehen bereit für jene, die sich beim Warten ausruhen möchten.

In der Brandenburger Tafel arbeiten neben der Leiterin der Ausgabestelle acht von der Agentur für Arbeit unterstützte Männer und Frauen. Hinzu kommen sechs ehrenamtliche Helfer. Getragen wird die Tafel von dem Verein mit seinen 18 Mitgliedern.

Von Marion von Imhoff

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