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Unbekannter sabotiert Bau eines Schulweges

Grüningen: Baufirma will Arbeit einstellen Unbekannter sabotiert Bau eines Schulweges

„Jede Nacht passiert etwas anderes“: Wahrscheinlich ein Einzeltäter sabotiert in Grüningen bei Wenzlow (Potsdam-Mittelmark) den Bau eines Gehweges und schadet damit enorm der Baufirma. Die will aus Sorge vor weiteren Angriffen die Arbeiten einstellen. Dabei soll der Gehweg für einen sicheren Schulweg sorgen.

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Karsten Markowski zeigt die durchgeschnittenen Luftschläuche seines Baggers.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Grüningen. Als Karsten Markowski nach dem langen Wochenende auf die Baustelle zurückkehrte, stand sein Bagger auf Plattfüßen. Mit einem Seitenschneider waren die Luftschläuche an den Ventilen durchschnitten worden. Wieder stand der Gehwegbau in Grüningen still. Die Attacke auf das Baufahrzeug der Wenzlower Holz- und Tiefbau GmbH (HTB) ist nur der vorläufige Höhepunkte einer Sabotage-Serie an der ausgerechnet ein wichtiges Vorhaben zur Schulwegsicherung zu scheitern droht.

Denn die Firma (HTB) ist drauf und dran den Laden hinzuschmeißen. „Jede Nacht passiert etwas anderes. Wenn jemand diese Baustelle auf den Kieker hat, dann können wir nicht weiter bauen“, sagte Geschäftsführer Dirk Mai der MAZ am Mittwoch. Er sieht das Amt Ziesar als Auftraggeber in der Pflicht für die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen zu sorgen.

Die große Rüttelplatte ist derzeit nicht funktionsfähig

Die große Rüttelplatte ist derzeit nicht funktionsfähig.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Baustelle befindet sich an einer heiklen Stelle in Grüningen. Im Kurvenbereich des Ortseingangs aus Richtung Brandenburg begegnet sich der Verkehr an einem Knotenpunkt aus drei Hauptrichtungen. Fahrzeuge kommen aus Brandenburg, aus Wollin und von der A 2 sowie aus Richtung Ziesar. Außerdem müssen sich noch die Kraftfahrer aus Wenzlow einfädeln. Drei aufeinander abgestimmte Ampeln führen den Verkehr einspurig an der Gehwegbaustelle vorbei. Fällt eine Signalanlage aus, ist das Chaos perfekt.

Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels verurteilt die Angriffe auf die Grüninger Baustelle

Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels verurteilt die Angriffe auf die Grüninger Baustelle: „Die Polizei muss uns schützen.“

Quelle: Silvia Zimmermann

So war es, als ein Unbekannter eine Ampel am Ortseingang aus Richtung Brandenburg umstürzte. Zwei weitere Angriffe an selber Stelle folgten. Schließlich wurden sogar das Kabel für die Antennensteuerung durchtrennt. Folge: Die Anlage spielte verrückt, die Verkehrsteilnehmer waren irritiert. Es ist ein Wunder, dass es im Nadelöhr von Grüningen bislang nicht zu Karambolagen gekommen ist. Klaus Dräger aus Brandenburg ist alarmiert. Seine Firma hat die Ampeln zur Verkehrssicherung aufgestellt: „Es kommt mal vor, dass jemand eine Ampel aus Frust über die Wartezeit umschmeißt. Aber eine solche Zerstörungswut wie in Grüningen habe ich noch nicht erlebt.“ Anzeigen sind gestellt.

Der aus drei Richtungen kommenden Verkehr wird mit Ampeln an der Baustelle vorbeigeleitet

Der aus drei Richtungen kommenden Verkehr wird mit Ampeln an der Baustelle vorbeigeleitet.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Auf der Baustelle selbst liegen die Nerven blank. Während der Bagger wieder repariert ist, muss eine Rüttelplatte eine Zwangspause einlegen. An dem Gerät wurden in einer Nacht die Kraftstoff- und Luftleitungen gekappt. „Wir stehen und kommen nicht weiter“, fluchen die Kollegen. In der Nacht zum Mittwoch setzte sich der Spuk fort. Unbekannte hatten sämtliche Baustellenbaken umgeworfen. Die Kosten für Reparaturen und Stillstandszeiten belaufen sich inzwischen auf mehrere tausend Euro.

Für Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels ein Unding. „Drei Jahre haben wir um Fördermittel aus der Schulwegsicherung des Landes gekämpft, um an dieser gefährlichen Stelle vernünftige Gehwege zu schaffen. Jetzt, wo wir das Geld haben und bauen können, stellt sich jemand auf kriminelle Art und Weise quer“, beklagt sich Bartels. Der Verwaltungschef will es nicht hinnehmen, dass sehr wahrscheinlich ein Einzelner die Baumaßnahme blockiert. Bartels sieht dabei vor allem die Polizei in der Pflicht.

Grüningen soll für rund 140 000 Euro einen beidseitigen Gehweg mit zwei neuen Bushaltestellen bekommen. 75 Prozent der Summe wird gefördert. Die Anlieger müssen sich mit zehn Prozent beteiligen. Der Knotenpunkt wird verbreitert und erhält eine Insel als Querungshilfe für Fußgänger. Bis Weihnachten sollte alles fertig sein.

Von Frank Bürstenbinder

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