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Brandenburg/Havel Und fertig ist die Kreislaufwirtschaft
Lokales Brandenburg/Havel Und fertig ist die Kreislaufwirtschaft
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02:16 21.11.2015
Grünabfall im Container auf dem Wertstoffhof der Mebra. Foto: Melanie Höhn
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Brandenburg an der Havel

Kühle Windböen wehen derzeit durch die Havelstadt, in den nächsten Tagen werden die letzten Blätter von den Bäumen gefallen sein. Dann fängt der Winter an. „Man kann in den Baumkronen erkennen: Die Laubzeit neigt sich dem Ende entgegen“, sagt Stephan Köpping, Prokurist bei der Märkischen Entsorgungsgesellschaft Brandenburg (Mebra).

Nasses Laub kann schmierig werden wie Glatteis

Bis es soweit ist, hat der Fachbetrieb noch alle Hände voll zutun, um die Blätter tausender Bäume in der Stadt aufzusammeln. Denn nasses Laub kann schmierig werden wie Glatteis, weiß Köpping. Er betont vor allem die Verkehrssicherungspflicht, denn nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Radler und Fußgänger kann es gefährlich werden. Sobald die Temperatur bald unter vier Grad Celsius sinkt, ist der Winterdienst zuständig.

Einsatz des Laubsaugers. Quelle: Melanie Höhn

Mit dem Fahrzeug bewegt er sich in Schrittgeschwindigkeit

Um sieben Uhr morgens beginnt der Dienst für Klaus Pietsch, in Ausnahmefällen auch schon früher. Er arbeitet schon seit 1968 bei der Stadtwirtschaft und ist seit 1973 Kehrmaschinenfahrer. Mit dem Fahrzeug bewegt er sich in Schrittgeschwindigkeit vorwärts, etwa drei bis fünf Stundenkilometer. Er hat verschiedene Routen durch die Stadt und beseitigt das Laub auf Fahrbahnen sowie auf den Rad- und Fußwegen. „Ich fange zum Beispiel beim Hauptbahnhof an, fahre weiter in Richtung Schmerzke und ins Gewerbegebiet. Die Fahrt endet dann am Jakobsgraben“, sagt er. Manche Bäume lauben auch schon im Frühjahr, deshalb ist die Maschine schon ab April im Einsatz.

100 Tonnen Straßenkehricht im Monat

Im Monat sammelt die Mebra etwa 100 Tonnen Straßenkehricht, ein Gemisch aus derzeit 90 Prozent Laub und Bodenmaterial, auf. „Viele Leute wissen, wann die Kehrmaschine im Einsatz ist und fegen ihr Laub auf die Straße“, bemängelt Stephan Köpping. „Das ist aber verboten.“ An Orten wie dem Katharinenkirchplatz wird ein Laubsauger verwendet – dort werden die Blätter zu großen Häufen zusammengekehrt.

Ein Mitarbeiter der Mebra reinigt eine kleine Kehrmaschine. Quelle: Melanie Höhn

Wenig Baumbestand, viel Beton

Ein immer wieder auftretendes Problem im Herbst: Kastanien verstopfen die Saugschächte. Das sei ärgerlich, weil die Fahrer dann die eigentliche Arbeit nicht mehr fortsetzen können und erst einmal die Maschine aussschalten und den Schacht freilegen müssen, ergänzt der Anlagenleiter Sebastian Höhne. Ende nächster Woche werden die Laubarbeiten dann beendet sein. Was die Maschinen nicht schaffen, bringen weitere vier bis sechs Mitarbeiter der Mebra mit Besen und Schaufel zu Ende. Im Vergleich zum gesamten Landkreis habe die Havelstadt jedoch wenig Baumbestand und viel Beton, dementsprechend auch weniger Laub als andere Orte, fügt Stephan Köpping hinzu.

Kein Laub mehr auf den Gehwegen. Quelle: Melanie Höhn

Prognose für November: 520 Kubikmeter

Schon seit Oktober läuft auch die Abgabe von Laub und Grünabfällen auf dem Wertstoffhof in der August-Sonntag-Straße auf Hochtouren. Im September und Oktober wurden hier etwa 400 Kubikmeter Grünabfall angenommen. Die Prognose für November: 520 Kubikmeter. „Viele kaufen sich auch einen Laubsack, in den bis zu 20 Kilogramm passen und stellen ihn neben ihre Bio-Tonne“, sagt Stephan Köpping. Neben der Mebra ist auch die Firma Remondis an der Kompostierung beteiligt, die die Laubsäcke einsammelt. Etwa zehn Mitarbeiter der Entsorgungsgesellschaft nehmen den Grünabfall an, wiegen ihn und transportieren ihn zum Kompostwerk nach Fohrde. Dort schlagen sie die Mieten, wie Komposthaufen auch genannt werden, um. Vor etwa drei Jahren wurde der Wertstoffhof in Brandenburg an der Havel neu errichtet. Die Mitarbeiter, die ehemals in Fohrde arbeiteten, sind nun alle in der Havelstadt beschäftigt. „Vor allem wegen der Bürgernähe wurde das umstrukturiert, damit wir einen besseren Service anbieten können“, erklärt der Prokurist Köpping.

Und fertig ist die Kreislaufwirtschaft

Auf dem Wertstoffhof-Gelände kommt am Ende der komplette Bioabfall in einen Container. Derzeit fällt jeden Tag so viel Grünabfall an, dass der Inhalt des 33 Kubikmeter großen Behältnisses einmal am Tag nach Fohrde befördert wird. Stephan Köpping: „Und fertig ist die Kreislaufwirtschaft.“

Von Melanie Höhn

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