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Brandenburg/Havel Und plötzlich galoppieren wieder Reiter
Lokales Brandenburg/Havel Und plötzlich galoppieren wieder Reiter
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02:15 18.09.2015
Andreas Herzog mit Hyperspektralkamera vor der Wandmalerei im oberen Kreuzgang des Brandenburger Doms. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Der Zahn der Zeit hat an den aus dem 15. Jahrhundert stammenden Wandmalereien im oberen Kreuzgang des Brandenburger Doms genagt. Wo sich einst Damen mit prachtvollen Gewändern und galoppierende Reiter zeigten, sind heute nur noch Fragmente zu erkennen. Mit Hilfe einer Hyperspektralkamera, die auch Wellenlängen im Infrarotbereich aufnimmt, und einer am Fraunhofer-Institut in Magdeburg exklusiv entwickelten Software werden diese verblichenen Kunstschätze nun wieder sichtbar.

Spezialkamera mit 51 Farbkanälen

„Während das menschliche Auge alle wahrgenommenen Farbtöne aus Rot, Grün und Blau zusammensetzt, verfügt diese Kamera über 51 Farbkanäle“, erläutert Andreas Herzog. Der gebürtige Brandenburger ist Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF). „Diese Kamera kann Farbtöne voneinander unterscheiden, die für das menschliche Auge gleich wirken“, erklärt er. Durch die Kombination von Farbkanälen mit den größten Kontrasten erkennt sie Strukturen, die eigentlich nicht mehr zu sehen sind. Kernstück dieser Technik ist eine spezielle Software, die vor fünf Jahren von der IFF-Arbeitsgruppe um Professor Udo Seiffert entwickelt wurde. „Sie fasst Methoden der Statistik, des maschinellen Lernens und der Musterkennung zusammen“, so Herzog.

Aus den Daten, die bei einer Hyperspektralaufnahme anfallen, werden rund 200 Bilder erstellt, auf denen teils Motive zum Vorschein kommen, die von Kunstexperten interpretiert werden können. Außerdem lässt sich feststellen, ob Malereien in mehreren Etappen entstanden oder irgendwann restauriert worden sind. Um auch großflächige Gemälde auf gekrümmten Wänden in höher Auflösung abbilden zu können, arbeiten die Forscher mit Vermessungstechnikern der bgis GmbH aus der Havelstadt zusammen, die Gesamtpanoramen erstellen. „Bisher analysierten wir Daten für Biologen, Landwirte, Pflanzen- und Saatgutzüchter. Zum Beispiel die Keimfähigkeit von Samen, Nährstoffgehalt oder Krankheiten bei Pflanzen“, erklärt der Fraunhofer-Wissenschaftler.

Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten

„Wir suchten nach neuen Einsatzmöglichkeiten, denn wir sind am Forschen interessiert.“ Referenzprojekt auf dem Gebiet der Wandmalerei sei der Brandenburger Dom, der sein 850-jähriges Jubiläum feiert und wo es bisher den Testlauf gab. Der Kontakt kam über Christian Radeke vom Dommuseum zustande, sagt Herzog, der selbst in der Havelstadt wohnt. Demnächst plane das Landesamt für Denkmalpflege mit Hilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Dom ein Projekt. „Wir hoffen, dass wir dabei sind“, so Herzog. Bereits angelaufen sei ein Vorhaben mit dem Archäologischen Landesmuseum zur systematischen Erfassung mobiler Kulturgüter mit der Hyperspektralkamera. Hier kooperiere man mit mehreren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Unter Experten galten die Wandmalereien im oberen Kreuzgang lange als verloren. Sie wurden im 15. Jahrhundert vom Nürnberger Humanisten und Historiker Hartmann Schedel beschrieben und Mitte des 19. Jahrhunderts von Kunstmäzen Alexander von Minutoli in einer Publikation erwähnt. Danach sind die Werke offenbar bei Renovierungsarbeiten überstrichen worden. Kunsthistoriker und Restauratoren hatten die Fragmente wiederentdeckt und von 2002 und 2005 restauriert. Nun erhofft man sich weitere Details.

Von Claudia Nack

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