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Unfall-Poller bei Butzow soll verschwinden

Wieder Sturz auf Radweg Unfall-Poller bei Butzow soll verschwinden

Auf dem Storchenradweg zwischen Butzow und Ketzür hat es wieder einen schlimmen Unfall gegeben. Samt Fahrrad stürzte Manfred Nickel aus Brielow über einen Poller. Wegen der Verletzungen musste der begeisterte Radfahrer drei Monate pausieren. Der Vorfall hat ein Nachspiel.

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Manfred Nickel musste nach einem schlimmen Poller-Sturz drei Monate pausieren.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Butzow. Manfred Nickel(72) hat geschrien vor Schmerz. Samt Fahrrad war der Brielower über einen Poller gestürzt – mitten auf dem Storchenradweg am Butzower Beetzseeufer. Zwei tiefe Fleischwunden am linken Oberschenkel zog sich Nickel bei dem Unfall zu. Der wöchentliche Ausflug mit der Radlergruppe des Sportvereins Nordstern Radewege war damit für den Rentner beendet. Sportfreunde leisteten erste Hilfe und alarmierten den Rettungsdienst. In der Notaufnahme mussten die Verletzungen genäht werden. „Wenigstens sind alle Knochen und die künstliche Hüfte heil geblieben“, berichtet Nickel. Doch drei Monate lang blieb der begeisterte Radfahrer außer Gefecht gesetzt. Für ihn steht fest: „Die Poller nutzen niemandem, jedoch sind sie für Radfahrer eine große Gefahr“.

Ähnlich denkt eine knappe Mehrheit in der Gemeindevertretung von Beetzseeheide. Nickels Sturz hatte nämlich ein politisches Nachspiel. Mit einer Stimme Mehrheit wurde vor wenigen Tagen die Entfernung des mit Beton gefüllten Metallzylinders beschlossen. Sehr zum Unbehagen von Bürgermeister Eberhard Pinkpank: „Das wird eine Katastrophe. Wir nehmen das Ding weg und überlassen den Weg damit den Autofahrern.“ Ob seine Befürchtungen berechtigt sind, bleibt umstritten. Amtsdirektor Guido Zimmermann bestätigte am Dienstag der MAZ, dass die Verwaltung den Rückbau des Pfahls veranlassen wird. „Der Poller ist ohne Nutzen. Autos können daran einfach vorbei fahren.“

Nutzlos und gefährlich

Nutzlos und gefährlich. Dieser Poller soll jetzt verschwinden.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Manfred Nickel aus Brielow ist nicht der erste Nutzer, der vom Storchenradweg geradewegs in die Notaufnahme kam. „Ich genoss die Landschaft, als ich plötzlich gegen diesen Poller knallte. Darauf war ich einfach nicht gefasst“, erinnert sich Heidrun Spitz. Die Folge war eine schwere Blutung im Beckenbereich und ein Abtransport ins Klinikum. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat Poller schon längst auf den Index gesetzt. „Poller beschwören Unfälle herauf und gehören deshalb weggeflext“, geißelte die Geschäftsführerin des Brandenburger Landesverbandes, Lea Hartung, bereits 2015 die Poller-Manie der Kommunen.

Andere Zusammenstöße, die glimpflich ausgingen, gelangen nie an die Öffentlichkeit. So hat sich selbst Butzows Altbürgermeister Horst Kemmeries mit einer der berüchtigten Absperrungen zwischen Butzow und Ketzür angelegt. „Ich dachte immer, das passiert mir nie. Dann hat es doch gerummst. Zum Glück ist nichts schlimmes geschehen“, erinnert sich Kemmeries. Gänzlich pollerfrei ist der Storchenradweg aber noch nicht. Zwar sind einige Absperrungen auf illegale Weise verschwunden, dennoch müssen Radfahrer weiter Obacht geben.

Vorsicht, Radfahrer-Falle in Ketzür

Vorsicht, Radfahrer-Falle in Ketzür. Dieser Poller auf dem Storchenradradweg bleibt vorerst stehen.

Quelle: Frank Bürstenbinder

So zum Beispiel beim Auffahren auf die Asphalttrasse in Höhe des Ketzürer Badestrandes. „Es besteht nicht die Absicht auch diesen Poller zu entfernen. Auf der Straße müssen Radfahrer ja auch aufpassen“, meint Beetzseeheide-Bürgermeister Pinkpank. Weitere Stolperfallen für Radfahrer gibt es unverändert auf den Gebieten anderer Anliegergemeinden des Storchenradweges rund um den Beetzsee. Amtsdirektor Guido Müller sieht grundsätzlichen Gesprächsbedarf mit der kreislichen Verkehrsbehörde. Denn die Behörde gab einst mit verkehrsrechtlichen Anordnungen ihren Segen zur Pollerplanung. Die gute Absicht dahinter: Schutz der Radwege vor Autorennen.

Von Frank Bürstenbinder

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