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Brandenburg/Havel Ungewisse Zukunft für die Solarfabrik
Lokales Brandenburg/Havel Ungewisse Zukunft für die Solarfabrik
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00:36 27.07.2015
Bei Bosch In Hohenstücken wird nicht produziert, sondern die Dünnschichttechnologie entwickelt Quelle: Foto: Johanna Solar
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Brandenburg an der Havel

In der Belegschaft des Unternehmens Bosch Solar CISTech im Industriegebiet Hohenstücken herrscht Unruhe, weil der Konzern in Stuttgart den Standort angeblich schließen will. Eine solche Absicht bestätigt Unternehmenssprecher Christian Hoenicke gegenüber der MAZ allerdings nicht. Eine solche Option sei ihm nicht bekannt, betont er auch auf mehrfache Nachfrage.

In den einst als Solarmodulfabrik geplanten Hallen arbeiten inzwischen rund 170 Beschäftigte. „Es gilt weiterhin, dass der Standort als Entwicklungsaktivität von Bosch gefahren wird“, kommentiert der Unternehmenssprecher den aktuellen Stand. Auf Nachfrage ergänzt Christian Hoenicke, dass Bosch „verschiedene Optionen“ prüfe, wie die Aktivität in Brandenburg fortgeführt werden kann. Dabei sei an zwei Optionen gedacht: die Kooperation mit einem Partnerunternehmen oder der Verkauf der Brandenburger Solarmodulfabrik.

Es wird eng für den Standort

Nach Informationen der MAZ ist die Zahl der Interessenten zuletzt allerdings deutlich geschrumpft, so dass es enger wird für den Standort.

Auf die Frage nach der Dauer der Prüfphase antwortet das Unternehmen ausweichend. Bosch führe seinen Entwicklungsstandort in Brandenburg bis zu einer Entscheidung weiter und nehme sich dabei die Zeit, die „bestmögliche Option für unsere Mitarbeiter zu finden“.

20 Millionen Fördermittel

Die Solarfabrik in Brandenburg wurde im Jahr 2006 errichtet. Zur Gründungszeit hieß das Unternehmen Johanna Solar. Geplant war kein Entwicklungs-, sondern ein Produktionsstandort.

Die damaligen Eigentümer aus Oldenburg hatten für den Aufbau der Fabrik rund 20 Millionen Euro staatlicher Förderung erhalten

Etwa 550 000 Solarmodule pro Jahr wollten die ersten Eigentümer herstellen und verkaufen. Bosch hingegen nutzte das Werk von Beginn an als reinen Entwicklungsstandort.

Ende 2009 übernahm der Bosch-Konzern das Werk im Hohenstückener Industriegebiet und benannte Johanna Solar um in Bosch Solar CISTech. Der Name nimmt Bezug auf die Dünnschichttechnologie.

Die Dünnschichtmodule aus Hohenstücken bestehen nicht wie klassische Solarmodule aus dem knappen Rohstoff Silizium, sondern aus Kupfer Indium, Gallium, Schwefel und Selen. Die Technologie hatte der südafrikanische Professor Vivian Alberts aus Johannesburg im vergangenen Jahrzehnt entwickelt.

Ein ausdrückliches Dementi zu Schließungsplänen möchte sich der Bosch-Sprecher nicht abringen lassen. „Das sind Spekulationen, die nichts bringen, und zu Gerüchten äußern wir uns grundsätzlich nicht“, sagt Hoenicke.

170 Mitarbeiter seit 2014

Auch die Arbeitnehmervertretung baut darauf, dass sich ein Investor für die Technik und den Entwicklungsstandort interessiert. „Soweit wir wissen, ist Bosch in entsprechenden Gesprächen“, sagt der Brandenburger Betriebsratsvorsitzende Bodo Paetzel. Ein ähnlicher Tenor ist vom Gesamtbetriebsrat in Stuttgart zu hören. Dessen Vorsitzender Alfred Löckle: „Wir gehen davon aus, dass den ursprünglichen Planungen gemäß für den Standort ein Investor gefunden wird, mit dem es gelingt, die am Standort entwickelte Technologie erfolgreich zu vermarkten.“ Sollte dies nicht gelingen, müsse man über die Zukunft des Standortes natürlich neu nachdenken, sagt der Mann, der zugleich Vizechef des Bosch-Aufsichtsrates ist.

Den Fortbestand des Werkes als Entwicklungsaktivität hatte das Unternehmen der MAZ bereits am Jahresanfang bestätigt. Die Brandenburger Bosch-Tochter, die als „Johanna Solar“ mit einem anderen Eigentümer vor rund neun Jahren an den Start gegangen war, arbeitet an unterschiedlichen Pilotprojekten für interne und externe Kunden. Sie testet den Einsatz der Dünnschichttechnologie in Gebäudefassaden. Die Zahl der Mitarbeiter war im vergangenen Jahr auf 170 Beschäftigte gestiegen.

Von Jürgen Lauterbach

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