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Brandenburg/Havel Unruhestifter von Plaue war vorher friedlich
Lokales Brandenburg/Havel Unruhestifter von Plaue war vorher friedlich
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18:14 18.08.2016
Der Plauer Kirchturm. Quelle: Gunter Dörhöfer
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Brandenburg/H

Der 36 Jahre alte Mann, der am Dienstag ohne Vorwarnung zwei Bürger in Plaue geschlagen und zumindest einen von ihnen erheblich verletzt hat, war zwar schon polizeibekannt, ist aber bisher nicht mit Gewaltstraftaten aufgefallen. Ob er inzwischen wieder aus der Psychiatrie entlassen wurde und wieder frei, müsste bereits entschieden worden sein. Doch Polizei, Klinik und Gericht machen dazu keine Angaben.

Wie berichtet war der Brandenburger am frühen Dienstagnachmittag im Friseursalon in der Genthiner Straße aufgefallen und hatte einen Kunden geschlagen. Folgenreicher waren die Schläge ins Gesicht des Friedhofsgärtners wenig später im und vor dem Glockenturm in Plaue. Der 50-jährige kam zur Behandlung in die Klinik.

Nach Angaben von Polizeisprecher Heiko Schmidt hatte der psychisch auffällige Mann am Dienstag weitere Passanten in Plaue mit einem Knüppel und Worten bedroht. Als Hilfe gerufen wurde, kam die Polizei, nahm den Mann fest und wies ihn fürs erste ein in die Psychiatrie auf dem Görden.

Nach Informationen der MAZ handelt es sich bei dem Angreifer um einen Brandenburger, der in der Stadt lebt und unter Betreuung steht, weil er an einer Psychose leidet. Seine Krankheit verläuft – soweit bekannt – in Schüben. Er stellte bislang keine andauernde Gefahr dar. Ob der besagte kranke Mann nun längere Zeit in der Fachklinik bleibt oder schon wieder ein freier Mann ist, hängt von ihm selbst ab oder von Einschätzung der Fachärzte und Richter.

Der Fast-Zwei-Meter-Mann, der zugeschlagen hat, weil er die Plauer Kirchenglocken läuten hören wollte, könnte sich selbst freiwillig in klinische Behandlung begeben.

Ob er das getan hat ist nicht bekannt. Falls nicht, müsste zunächst ein Facharzt entschieden haben, ob er zur akuten Gefahrenabwehr noch in der Klinik bleiben muss. Falls der behandelnde Psychiater zu diesem Schluss gekommen, müsste er dies kurzfristig beim Amtsgericht beantragen.

Ein Straftäter, der zwangseingewiesen wurde, genießt gesetzliche Schutzrechte. „Wir müssen in jedem einzelnen Fall in die Klinik fahren, den Betreffenden anhören und uns einen persönlichen Eindruck verschaffen“, erklärt Amtsgerichtsdirektorin Adelheid van Lessen. Das muss spätestens 24 Stunden nach der Zwangseinweisung geschehen. Denn die auch die Zwangseinweisung zur Gefahrenabwehr bedeutet zugleich eine Freiheitsberaubung.

Die Gerichtsdirektorin macht deutlich, dass in Deutschland etwa ein Prozent der Bevölkerung von einer psychotischen Erkrankung betroffen ist. Keinesfalls seien alle diese Menschen gewalttätig. „Es ist wesentlich wahrscheinlicher im Straßenverkehr verletzt zu werden als durch einen psychotisch erkrankten Menschen“, versichert Adelheid van Lessen.

Ein erfahrener Polizist spricht für den Fall der Freilassung von einem Restrisiko, das nie zu vermeiden sei. Denn Prognosen, wie sich der Täter danach wohl verhalten wird, seien mit Unsicherheiten behaftet. Inwiefern der Mann für seine Taten in Plaue bestraft wird, entscheidet sich erst später. Ob ihm der Prozess gemacht wird, hängt wesentlich von der fachärztlichen Einschätzung ab, ob er zur Tatzeit steuerungs- und damit schuldfähig war. Das Fachgutachten ist oft maßgeblich für den Schuld- oder Freispruch und für die Höhe der Strafe.

Von Jürgen Lauterbach

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