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„Unsere Leidenschaft ist das Singen“

Die Tirrel-Schwestern aus Golzow „Unsere Leidenschaft ist das Singen“

Die Welt von Johanna und Laura Tirrel aus Golzow ist der klassische Gesang. Die Schwestern haben schon einige Erfolge erzielt. So waren sie bisher viermal bei „Jugend musiziert“ und schafften es dreimal entweder solo oder im Duett bis zur Bundesebene. Bei ihrem nächsten Auftritt am 6. September beim Golzow-Tag singen sie nicht klassisch, sondern alte Schlager.

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Die singenden Schwestern: Laura (l.) und Johanna Tirrel aus Golzow .

Quelle: Claudia Nack

Golzow. Das anmutig-heitere Lied „Die Schwestern“ von Johannes Brahms singen Laura und Johanna Tirrel aus Golzow am liebsten. Es steht meist am Anfang ihrer Auftritte. „Weil es uns treffend widerspiegelt“, so die Schwestern mit einem strahlenden Lächeln.

Sie teilen eine Leidenschaft _ den klassischen Gesang. Beim Golzow -Tag am 6. September machen sie eine Ausnahme. „Wir singen Schlager der 50er und 60er Jahre“, verraten sie. „Ich will ’nen Cowboy als Mann“ zum Beispiel oder „Lollipop“. Begleitet werden die Tirrel-Schwestern ab 15 Uhr von Musiker Thommy Krawallo, der sich in der alten Dorfschule ein Tonstudio eingerichtet hat und aus der Berliner Band Wenzel einen Gitarristen mitbringt.

Johanna (18) hat in Bad Belzig gerade das Abitur abgelegt und will ab dem nächsten Jahr in Berlin studieren. Am liebsten klassischen Gesang, doch das Mitbewerberfeld sei groß. Musiklehrerin sei Plan B. Die 15-jährige Laura besucht am Fläming-Gymnasium eine 10. Klasse. Nach dem Abi will sie ein Gesangs- oder ein Jurastudium aufnehmen. „Wir haben immer schon gesungen“, sagen die Schwestern. Bei Schulfesten, Familienfeiern, Geburtstagen, in der Kirche, im Chor der Rochow-Schule. „Deren Leiterin Cornelia Brand und Gastwirtin Brigitte Bürger haben angeregt, dass beide zur Musikschule gehen“, erzählt Mutter Sabine Tirrel. Die Eltern unterstützen die Talente ihrer Kinder. Sohn Tobias (13) ist gerade aufs Sportgymnasium Potsdam gekommen.

Viermal bei „Jugend musiziert“-Wettbewerben dabei

„Singen ist unsere Leidenschaft, weil es uns Spaß macht und wir gemerkt haben, dass wir damit Leute berühren können“, sagen Johanna und Laura. „Doch es ist nicht nur Talent, sondern auch harte Arbeit.“ Seit 2008 bekamen sie in der Stadt Brandenburg Unterricht bei Gesangslehrerin Carmen Dahlke und schafften es als Duett bereits zwei Jahre später bei ihrer ersten Teilnahme „Jugend musiziert“ zum Landeswettbewerb, wo sie auf Anhieb zu den Siegern gehörten. „Wir hatten damals auch eine Zulassung zum Bund, konnten aber nicht fahren, weil Laura noch zu jung war“, erzählt Johanna, die sich ein Jahr später solo bis zur Bundesebene qualifizierte. 2013 schafften es die wieder vereinten Schwestern als Duett und hatten sich große Hoffnungen gemacht. Doch ausgerechnet am Tag des großen Auftrittes in Nürnberg brachte Johanna wegen einer schweren Mandelentzündung keinen einzigen Ton heraus. Dafür wurde sie im gleichen Jahr im Rahmen der Lotte-Lehmann-Workshopwoche mit dem Förderpreis der Stadt Perleberg entschädigt.

Bisher waren die Schwestern viermal bei „Jugend musiziert“ und schafften es dreimal entweder einzeln oder im Duett bis zur Bundesebene. „Unser nächstes Ziel ist 2016“, erklärt Laura, die sich im vorigen Jahr in Wolfsburg den ersten Preis als Beste ihrer Altersgruppe ersang. „Mein bisher größter Erfolg“, sagt die 15-Jährige. Und die das Schauspiel liebende Johanna schwärmt von ihrer Rolle als Barbarina in „Hochzeit des Figaro“ mit dem Jungen Opernensembles Mo(t)zart“, wo sie sporadisch mitwirken. Für einen Auftritt bei der Ministerpräsidentenkonferenz in Potsdam verzichteten beide sogar auf ihre Klassenabschlussfahrten.

Jungstudenten an der Musikhochschule „Hanns Eisler“

Im letzten Jahr wechselten die Schwestern von Brandenburgs Musikschule als Jungstudenten nach Berlin zur Musikhochschule „Hanns Eisler“, wo sie zweimal die Woche von der ehemaligen Wagner-Sängerin Uta Priew viel lernen. Außerdem erhalten sie Klavierunterricht an der Kreismusikschule, Theorie und Sprecherziehung, hinzu kommt das Üben. „Es ist nicht einfach Schule und Musik unter einen Hut zu bringen“, räumen beide ein. Die Zeit für andere Hobbys und Freunde müssen sie sich einteilen. Auf das Voltieren haben sie verzichtet. „Doch Singen ist nun einmal unsere Welt und Applaus eine schöne Anerkennung für die Arbeit “, sagen sie , auch wenn es Gleichaltrigen schwerfalle, dies zu verstehen. „Am liebsten singen wir klassisch, weil wir Gefühle so am besten rüber bringen können.“ Ihre Lieblingskomponisten seien Mendelssohn-Bartholdy, Schumann, Schubert, Mozart, Puccini.

Nach dem Golzow-Tag erklingen die glockenklaren Sopranstimmen der Tirrel-Schwestern am 11. Oktober in der Prützker Kirche wieder klassisch.

Von Claudia Nack

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