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Unterm Dach von St. Gotthardt in Brandenburg

Schaustelle Stadtkern Unterm Dach von St. Gotthardt in Brandenburg

Zum bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ haben am Samstag mehr als 60 Besucher der den mittelalterlichen Dachstuhl der St.Gotthardtkirche erkundet. Im Funzellicht ihrer Taschenlampen tasteten sich die Brandenburger die schmalen Stiegen hinauf, zu atemberaubenden Aussichten.

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Blick ins Gebälk des Turmes der St.Gotthardtkirche bevor es ganz nah an den Dachstuhl ging. Denkmalschützerin Anja Heinecke (rechts) erklärt die über 800 Jahre alte Bauweise.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Hilfe! Was tut dieser Archäologe da nur? Er kann doch nicht einfach den historischen Dachstuhl der St. Gotthardtkirche anbohren.

Anja Heinicke von der städtischen Denkmalschutzbehörde ist begeistert, als Stefan Dalitz ein Stück Holz in Zigarrenformat präsentiert. Denn die dendrochronologische Probe kann Informationen zur Baugeschichte oder zur Geschichte der Forstwirtschaft liefern.

Zum bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ hatte man alle Interessierten am Samstagnachmittag eingeladen, den mittelalterlichen Dachstuhl von Sankt Gotthardt zu erkunden. Und interessiert waren die Brandenburger. Mehr als 60 Besucher tasteten sich die schmalen Stiegen hinauf und fachten ein Funzelkonzert mit ihren Taschenlampen an. Angeführt von Architekt Klaus Schmidt, vom Architekturbüro Dr. Krekeler Generalplaner GmbH, marschierten die staunenden Gäste im Gänsemarsch und den Kopf einziehend hoch über den Gewölbebögen und ließen sich in die geheimnisvolle Welt eines frisch sanierten Kirchendaches entführen.

Archäologe Stefan Dalitz bohrt den historischen Dahlstuhl von Sankt Gotthardt an

Archäologe Stefan Dalitz bohrt den historischen Dahlstuhl von Sankt Gotthardt an.

Quelle: Ina Schidlowski

Für Schmidt ist es das schönste Dach Brandenburgs. „Weil wir bei der Sanierung ausschließlich alte Ziegel wiederverwendet haben“, begründet der Architekt seine Aussage. Das sind so genannte Klosterbiber, erklärt er und dass die Lattung vollständig erhalten werden konnte.

„Jeder einzelne der über 122 000 Ziegel wurde von Hand geprüft und einem Klopftest unterzogen“, beschreibt Anja Heinicke die Vorgehensweise bei der Sanierung. Ein ganzer Wald sei im Dachgestühl der Kirche ganz ohne Gerüst und ohne Kran in der Zeit von 1456 bis 1472 verbaut worden. Wie das funktionierte, konnte die Denkmalschützerin genau erklären.

Die umfangreiche Sanierung 2014/2015 kostete rund 670 000 Euro. Fördermittel aus Bund und Land, sowie zahlreiche Spenden haben die Sanierung ermöglicht.

Pfarrer Philipp Mosch hofft aber weiterhin auf fleißige Spender, denn die Gemeinde muss noch das Darlehen in Höhe von 90 000 Euro zurückzahlen.

Von Ina Schidlowski

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