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Unterricht im Altenpflegeheim

Lehniner Schüler machen bei Demenz-Projekt mit Unterricht im Altenpflegeheim

Im Pflegeheim auf dem Lehniner Klostergelände kommen Schüler einmal in der Woche alten Menschen näher. Dahinter steckt ein von der Bosch-Stiftung gefördertes Projekt der Lehniner Schule. Darin beschäftigen sich Schüler mit dem Thema Demenz.

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Eileen Schulze serviert den Heimbewohnern Waffeln.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Lehnin. "Mit Apfelmus oder Puderzucker?" Eileen Schulze geht von Tisch zu Tisch. Die 14-jährige Oberschülerin serviert Bewohnern des Lehniner Altenhilfezentrums frische Waffeln. Zur besten Kaffeezeit kümmert sich die Generation Urenkel um betagte Senioren. "Finde ich toll. Und schmecken tut es auch", lobt Elsbeth Voigt (78) die jungen Besucher. An den Waffeleisen sorgen Tobias Schulz, Fabienne Lohwasser, Anny-Jo Classen und Pascal Mielke für süßen Nachschub. "Ich bin gern hier, weil sich die Bewohner über uns freuen", sagt der zwölfjährige Tobias.

In der Pflegeeinrichtung, die zum Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin gehört, kommen Mädchen und Jungen einmal in der Woche alten Menschen näher. Dahinter steckt ein von der Robert-Bosch-Stiftung gefördertes Projekt der Lehniner Grund- und Oberschule. Darin beschäftigen sich Schüler mit dem Thema Demenz. "Geschichten vom Vergessen" werden sie schreiben und in einem Buch zusammentragen."Eine anspruchsvolle, aber notwendige Aufgabe", findet Martina Alband von der "Aktion Demenz Potsdam-Mittelmark". Was sich die Schüler in thematischen Unterrichtseinheiten an Wissen aneignen, können sie beim Umgang mit demenzkranken Menschen praktisch erfahren. Neben dem Altenhilfezentrum des Diakonissenhauses ist auch die Häusliche Krankenpflege von Helga Lietzmann mit ihrer Lehniner Seniorenwohnanlage als Partner an dem Schulprojekt beteiligt.

Doch haben sich Zwölfjährige und 82-Jährige überhaupt etwas zu sagen? Das kann eine ganze Menge sein. Beim gemeinsamen Singen, Lesen und Spielen zum Beispiel. Für die Alten eine willkommene Abwechslung, für die Jungen eine Lebenserfahrung. Alle Schüler haben sich im Rahmen der Ganztagsbetreuung freiwillig für die Teilnahme entschieden. Wie zum Beispiel Pascal aus Nahmitz. Wenn er den Senioren herbstliche Zeilen vom Wind vorgibt, ergänzen diese wie im Chor: "Das himmlische Kind".

Ulrike Bischoff, Pflegedienstleiterin im Altenhilfezentrum, ist überrascht, wie die Anwesenheit der jungen Leute auf ihre Bewohner wirkt: "Sie sind hellwach, sehr offen und werden an ihre eigene Jugend erinnert. Ich würde mir wünschen, dass die Partnerschaft über den Projektzeitraum hinaus wirkt." Ein Wunsch, den Schulleiter Dirk Lenius nachvollziehen kann: "Wir hoffen, dass wir die Zusammenarbeit langfristig installieren können."

Nicht alle Bewohner im Altenhilfezentrum und in der Seniorenwohnanlage sind von Demenz bedingten Krankheitsbildern betroffen. Doch von den 98 Bewohnern im stationären Bereich des Altenhilfezentrums leiden zwei Drittel unter der Krankheit. Tendenz steigend. Eine Entwicklung, die vor der Lehniner Kloster-Apotheke nicht Halt macht. "Demenz spielt bei unseren Kunden zunehmend eine Rolle. Entweder weil sie selbst oder jemand in der Familie betroffen ist", meint Apothekerin Sabine Wendlandt. Sie findet das Schulprojekt so wichtig, dass sie ihre Kunden zu einer Spendenaktion aufgerufen hat. 150 Euro konnte sie an Bettina Tonn vom Schulförderverein übergeben.

Von Frank Bürstenbinder

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