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Brandenburg/Havel Untreue-Verdacht gegen neuen Chef der Wobra
Lokales Brandenburg/Havel Untreue-Verdacht gegen neuen Chef der Wobra
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00:30 23.05.2015
In einer der oberen Maisonette-Wohnungen lebte bisher Stephan Falk, nun zieht er wegen hohen Sanierungsbedarfs aus. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Stephan Falk ist am Montagabend vom Hauptausschuss zum Geschäftsführer der Wobra bestellt worden. Allerdings bekam er neben acht Ja- auch vier Nein-Stimmen, zwei Stadtverordnete enthielten sich des Votums.

Versuche der Wobra-Aufsichtsrätinnen Martina Marx (Bündnisgrüne) und Ilona Friedland (Linke), das Bestellen des bisherigen Prokuristen Falk zu verhindern beziehungsweise aufzuschieben, schlugen fehl. Marx hatte vor allem damit argumentiert, dass laut Gesellschaftervertrag des städtischen Wohnungsunternehmens der Aufsichtsrat Empfehlungen fürs leitende Personal abzugeben habe. Offiziell hatte sich das Aufsichtsgremium aber gar nicht mit der Nachfolgeregelung befasst. Nach MAZ-Informationen gab es Einzelgespräche der Stadtspitze mit den meisten Aufsichtsratsmitgliedern, aber keines mit den beiden Frauen. Marx hatte zudem in der vergangenen Woche Einsicht in die Mieterakte von Falk genommen, der seit November 2007 in einer höherwertigen Wobra-Wohnung am Katharinenkirchplatz wohnt. Seit dieser Zeit zahlt der Prokurist für seine 110 Quadratmeter große Maisonette-Wohnung auch weniger als die geforderten 750 Euro Kaltmiete. Über die siebeneinhalb Jahre hinweg erlöste das Unternehmen etwa 36000 Euro weniger als geplant. Bis Anfang 2010 betrug die Mietminderung 13, danach gar 75 Prozent.

Martina Marx informierte den Vize-Aufsichtsratschef Norbert Langerwisch (SPD), der den urlaubenden Vorsitzenden Michael Brandt (CDU) vertritt. „Ich sehe möglicherweise eine Untreue zum Nachteil der Gesellschaft Wobra. Aber das soll die Staatsanwaltschaft entscheiden, wenn die Sache öffentlich wird.“ Das hinderte Langerwisch aber nicht am Votum für Falk, neben den Linken-Vertretern René Kretzschmar und Lutz Krakau stimmte auch die CDU geschlossen für ihren Parteifreund.

Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) und Chef der Stadtholding TWB, deren Tochter die Wobra ist, will „weder von einem Verdacht der Untreue noch von einer Vorteilsgewährung oder -annahme sprechen“. Offensichtlich bewahrheite sich die Weisheit: „Wie man es macht, ist es verkehrt.“ Das gesteht auch Wobra-Geschäftsführer Klaus Deschner ein: „Wenn man im kommunalpolitischen Sinne von einer Schuld sprechen kann, dann ist es eine. Ich musste als Betriebswirt handeln.“ Es habe zwei Strategien gegeben, mit den gravierenden Baumängeln umzugehen (Schimmel, fehlende Luftzirkulation, ungenügende Dämmung, teilweiser Ausfall von Heizung und Warmwasser). Die Wobra habe sich für ein langwieriges Beweissicherungsverfahren entschieden, zudem werde mit dem Planungsbüro Köber-Plan eine außergerichtliche Einigung angestrebt. Das habe viel Zeit gekostet. Jetzt soll Falk in eine andere Wohnung ziehen, die alte wird für mehrere Zehntausend Euro komplett saniert. „Diese Entscheidung hätten wir auch getroffen, wenn der Vorgang jetzt nicht publik geworden wäre. Vielleicht hätten wir sie schon im Vorjahr fällen sollen“, sagt Deschner nun.
SPD-Fraktionschefin Britta Kornmesser wollte eine Chefbesetzung von außen. Nun drängt sie auf eine Doppelspitze: „Da muss frischer Wind rein, die Doppelführung hat sich in anderen Unternehmen längst bewährt.“

Von André Wirsing

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