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Brandenburg/Havel Unwetter: Einige Schulen reagieren schnell
Lokales Brandenburg/Havel Unwetter: Einige Schulen reagieren schnell
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18:59 01.06.2016
Zwei der 80 Schüler der Kleinen Grundschule Wollin beim Verlassen des Gebäudes, um vor dem drohenden Unwetter rechtzeitig nach Hause oder in den Hort zu kommen. Die Jungen freuen sich über den vorgezogenen Schulschluss. Quelle: privat
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Mittelmark

Der Deutsche Wetterdienst hat für Potsdam-Mittelmark am Mittwochvormittag eine Unwetterwarnung ab 12 Uhr wegen starken Gewitters herausgegeben. Und tatsächlich rückten die freiwilligen Feuerwehren etwa in der Gemeinde Kloster Lehnin, in Dippmannsdorf und anderen Orten immer wieder zu umgestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellern aus, teilte die Brandenburger Leitstelle mit. „Es ist jede Menge los, viele Feuerwehrleute sind im Einsatz.“

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Dunkle Wolken brachten sintflutartigen Regen mit und setzten am Mittwoch zahlreiche Orte in Potsdam-Mittelmark unter Wasser. Besonders stark betroffen war auch Golzow.

Axel Mäske, Leiter der Kleinen Grundschule Wollin, ging auf Nummer sicher und schickte seine 80 Schüler noch vor 12 Uhr nach Hause oder in den Hort. Er wollte nicht riskieren, dass die Jungen und Mädchen auf dem Heimweg in das Gewitter geraten würden. „Die Kinder packen gerade ihre Sachen und verlassen die Schule.“ Am Schulcampus Lehnin herrschte zu diesem Zeitpunkt noch Betrieb wie gewöhnlich. In der Grundschule Golzow wurde wegen der Unwetterwarnung ein Crosslauf abgesagt und auch dort gingen die 97 Kinder früher nach Hause oder wurden abgeholt. Gegen Mittag teilte Sekretärin Manuela Schmieder mit, dass durch den Starkregen der Schulkeller drohe vollzulaufen. „Der Hausmeister schließt gerade die Pumpe an.“ Somit reagierten einige Schulen sehr schnell auf die Unwetterwarnung, andere nicht.

Behörden warten auf Warnungen anderer Stellen

Gibt es dazu keine einheitliche Richtlinie? Aus dem Staatlichen Schulamt Brandenburg hieß es, „vom Bildungsministerium ist noch keine Warnung an uns gesandt worden, die wir an die Schulen weiterleiten sollen“. Im Bildungsministerium in Potsdam sagte Sprecherin Antje Grabley wenige Minuten später, „uns ist noch keine Warnung des Staatlichen Schulamtes zugekommen“. Danach warteten also beide Stellen offenbar auf Warnung der jeweils anderen.

Eine hohe Wasserlast auf dem Dach der Schulporthalle in Dippmannsdorf drohte am Mittwoch zur Gefahr für das Bauwerk zu werden. Nach dem Starkregen von Dienstagabend und Mittwochvormittag konnte schließlich nur noch die Feuerwehr helfen. Hausmeister Klaus Rettig zeigt auf das Dach, von dem das Wasser abgepumpft werden musste.       Quelle: Thomas Wachs

Dies zeigt, dass der Informationsfluss bei derartigen Wetterlagen stockt. Dabei rät Andreas Friedrich, Diplom-Meteorologe und Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, dringend, „dass in kritischen Tagen wie jetzt Schulen engen Kontakt zu den Behörden halten sollten, um die Kinder nicht in ein Unwetter laufen zu lassen“. Doch dafür müssen sich die Behörden selbst informieren und nicht auf Warnungen einer über- oder untergeordneten Stelle warten.

Ministerium: Schulleiter müssen vor Ort selbst entscheiden

Mehr als eine Stunde später teilte Ministeriumssprecherin Antje Grabley nun mit, „dass es in erster Linie den jeweiligen Schulleitern obliegt, ob und wie auf eine Unwetterwarnung zu reagieren sei. „Sie sehen vor Ort, ob es blitzt und donnert und ob sie die Schüler rausschicken können oder noch in den Schulen zurückhalten.“ Bei extremen Wetterlagen indes wie etwa bei Blitzeis oder beim Orkan Kyrill vor neun Jahren gebe auch das Bildungsministerium Warnungen an die Schulen heraus. „Aber extreme Wetterlagen haben wir momentan nicht“, sagte Grabley.

Im Laufe des Nachmittags gab der Deutsche Wetterdienst weiter für Potsdam-Mittelmark eine „Vorabinformation Warnung vor schwerem Gewitter“ heraus. Auftreten in Raum und Zeit sei noch unsicher. Entsprechende Warnungen erfolgten zeitnah, hießt es auf seiner Homepage. Derweil waren noch immer Feuerwehrleute im Landkreis unterwegs, die Unwetterschäden zu beseitigen.

Unwetterwarnungen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt amtliche Warnungen mit ständig aktualisierten Karten über jeden Landkreis und die großen Städte heraus. Im Laufe des Mittwochs vergrößerte sich der regionale Bereich der Warnungen beständig. Er reichts schließlich von Düsseldorf bis an die Oder und von Schwerin bis München.

Unwetter treten regional auf. Während in Brandenburg an der Havel das Wetter bis zum späten Nachmittag ruhig blieb, kam es wenige Kilometer weiter Richtung Golzow und Kloster Lehnin zu Starkregen mit überschwemmten Kellern und umgestürzten Bäumen.

Auch im Laufe des weiteren Mittwochs und am Donnerstag soll es laut DWD zu örtlich starken Gewittern kommen. Eng begrenzt seien Niederschlagsmengen und Hagelkörner von zwei Zentimetern Größe.

Der DWD ist eine Bundesoberbehörde und gehört zum Bundesverkehrs- und Infrastruktur-Ministerium. Er gibt amtliche Warnungen heraus über Wetterlagen, die zu einer Gefahr werden können. Aufgetragen ist dem DWD diese Pflicht per Gesetz.

Von Marion von Imhoff

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