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Unwetter: Große Katastrophen blieben aus

Beetzsee-Feuerwehren im Einsatz Unwetter: Große Katastrophen blieben aus

Die Feuerwehren des Amtes Beetzsee hatten in einer langen und stürmischen Nacht zu Freitag gut zu tun. Erstmals wurde vor Ort eine technische Einsatzzentrale in Radewege eingerichtet. Von dort aus wurden in Absprache mit der Brandenburger Leitstelle die Unwetter-Einsätze zwischen Havel und Beetzsee koordiniert. Große Unglücke blieben zum Glück aus.

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Amtsbrandmeister Jahn Lehnhardt (r.) und Funkwart Jens Mühlenberg koordinierten den Einsatz der Feuerwehren im Amt Beetzsee.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Amt Beetzsee. Das Gerätehaus in Radewege wurde am späten Donnerstagabend zu einem provisorischen Lagezentrum für die Feuerwehren des Amtes Beetzsee umfunktioniert. Weil das über der Region Brandenburg tobende Unwetter am späten Abend noch einmal an Stärke zugelegt hatte, richteten sich die Kameraden in den Dörfern auf eine lange und stürmische Nacht ein.

„Wir haben in Radewege eine technische Einsatzzentrale aufgebaut, um die von der Leitstelle ausgelösten Alarmierungen zu bündeln. Die Feuerwehren rund um den Beetzsee wurden von Radewege aus in Marsch gesetzt“, sagte Amtsbrandmeister Jan Lehnhardt der MAZ am Rande eines Unwettereinsatzes in Brielow.

In Brielow wurde ein Auto von einem starken Ast getroffen

In Brielow wurde ein Auto von einem starken Ast getroffen. Die Fahrerin blieb unverletzt.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Dort war in der Chausseestraße ein starker Ast auf ein vorbeifahrenden Kleinwagen gestürzt. Wie durch ein Wunder blieb die Fahrerin unverletzt. Der Rettungswagen konnte wieder umkehren. Die Kameraden beräumten bei strömendem Regen, Blitz und Donner die Straße. Seit Donnerstagnachmittag waren die Feuerwehren aus dem Amt Beetzsee unermüdlich unterwegs, um Fahrbahnen von Ästen und umgestürzten Bäumen zu befreien. Außerdem mussten zwei Verkehrsunfälle in Brielow und Briest abgesichert werden. Verletzte wurden aus dem Raum zwischen Havel und Beetzsee nicht gemeldet.

Provisorische Einsatzleitung im Radeweger Gerätehaus

Die angeordnete Einrichtung einer technischen Einsatzzentrale ist bislang einmalig im Amt Beetzsee. Der in Klein Behnitz wohnende Verwaltungschef Guido Müller war noch am Donnerstagabend über den Aufbau einer provisorischen Leitstelle in Radewege für die Beetzsee-Feuerwehren informiert. Amtsbrandmeister Jan Lehnhardt koordinierte dort mit seinem Führungsstab die weiteren Einsätze in der Nacht. Funkwart Jens Mühlenberg nahm mit zwei mobilen Funkgeräten die von der Brandenburger Leistelle kommenden Alarmierungen entgegen.

MAZ-Leserin Martina Böttcher hielt diesen Blitzeinschlag in Wusterwitz fest

MAZ-Leserin Martina Böttcher hielt diesen Blitzeinschlag in Wusterwitz fest.

Quelle: privat

Häufigste Probleme nördlich der Stadt Brandenburg waren in der Nacht zu Freitag umgestürzte Bäume und heruntergefallenes Astwerk. In einer Brielower Bungalowsiedlung am Freiheitsweg fiel eine Tanne auf ein Wochenendhaus, im Fohrder Gerätehaus mussten sich die Kameraden mit einem Stromausfall herumschlagen. Es gab insgesamt ein gutes Dutzend Einsätze.

Überschattet wurde die Nacht von einem nicht wetterbedingten Todesfall in Brielow. Zwischen zwei Einsätzen leisteten Kameraden der Feuerwehren aus Radewege und Brielow in einem Haus in der Hauptstraße bei einem bewusstlosen Mann Ersthilfe. Trotz aller Wiederbelebungsversuche konnte ein Notarzt nur noch den Tod des Rentners feststellen.

Ein Toter, aber das Unwetter hatte damit nichts zu tun

Unbeschadet hat hingegen die über 400 Jahre alte Schwedenlinde auf dem Brielower Friedhof die Unwetternacht überstanden.

Amtsbrandmeister Jan Lehnhardt zog am Freitag ein rundum positives Fazit einer aufregenden Nacht. „Das war eine gute Übung unter scharfen Bedingungen“, sagte er mit Blick auf die Einrichtung der provisorischen technischen Einsatzleitung in Radewege, die mangels ganz großer Katastrophen gegen 0.30 Uhr wieder zurückgefahren wurde. „Ab diesem Zeitpunkt haben wir wieder in den normalen Betrieb geschaltet.“

Amtsbrandmeister ist stolz auf seine Leute

Nichtsdestotrotz war es „eine hervorragende Übung. Wir konnten sehen, wo wir uns für die Zukunft noch verbessern müssen und was schon gut läuft“, sagte Lehnhardt nach einer nicht nur für ihn kurzen Nacht. Die Einrichtung einer temporären Einsatzleitung „vor Ort“ sei in Extremlagen wie in der Nacht zu Freitag „einfach sinnvoll“ – auch, um die Leitstelle in Brandenburg zu entlasten. Ein großes ob hatte Lehnhardt noch für seine Kameraden übrig: „Auch, wenn die ganz großen Einsätze ausgeblieben sind – wir haben gezeigt, was wir im Ernstfall leisten können. Es macht mich stolz zu sehen, wie meine Leute die Situation angenommen haben.“

Die letzten Sturm-Hinterlassenschaften räumten sie am frühen Freitagmorgen von den Straßen, als der Berufsverkehr langsam ins Rollen kam.

Von Philip Rißling und Frank Bürstenbinder

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