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Brandenburg/Havel Mehr Zeit zum Umkleiden für Arbeitnehmerin
Lokales Brandenburg/Havel Mehr Zeit zum Umkleiden für Arbeitnehmerin
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00:19 25.01.2018
Der Birkenhof-Fleischbetrieb Perwenitz hat vor Gericht eine Niederlage erlitten. Quelle: Tanja M. Marotzke
Brandenburg/H

Auch beim Umziehen für den Arbeitsplatz können Arbeitgeber ihren Beschäftigten Bestleistungen abverlangen. Doch die liegt nach einer Entscheidung des Arbeitsgerichtes Brandenburg/Havel in einem konkreten Fall nicht bei den vom Betrieb bewilligten fünf Minuten. Zwanzig Minuten fürs Umziehen muss die klagende Mitarbeiterin, die in der Fleischverarbeitung tätig ist, nun bezahlt bekommen.

Strenge Hygienevorschriften

Wenn es um die Wurst geht, gelten strenge Hygienevorschriften. An die hält sich der Arbeitgeber offenbar. Die Männer und Frauen, die im Birkenhof-Fleischbetrieb in Perwenitz beschäftigt sind, holen sich jeden Tag vor Arbeitsbeginn frische, eingeschweißte Arbeitswäsche vom Pförtner. Dieser Vorgang wird Tag für Tag auch dokumentiert.

Mit dem eingeschweißten Päckchen gehen die Beschäftigten in die Umkleidekabine und wechseln ihre Straßen- gegen Arbeitskleidung, auch die Schuhe. Petra Müller (Name geändert) und ihre Kollegen ziehen aber nicht nur diese Schutzkleidung über, sondern benötigen unten drunter noch warme Sachen. Denn am Arbeitsplatz ist es aus nachvollziehbaren Gründen kühl – die Temperaturen liegen bei etwa 4 Grad Celsius. Kühlschranktemperatur also.

Ehe der eigentliche Arbeitsplatz erreicht ist, müssen die Fleischverarbeiter noch zum Desinfizieren durch die Hygieneschleuse.

Bisher nur fünf Minuten für Umziehen, Desinfizieren und alle Wege

Petra Müller ist bei einem Dienstleister des Birkenhofs angestellt. Der gewährte bisher nur fünf bezahlte Minuten für den gesamten Weg vom Pförtnerempfang bis zum Frischfleisch, zwei mal zweieinhalb Minuten für den Hin- und Rückweg samt Umziehen.

Selbst 15 Minuten waren dem Arbeitgeber zuviel

Jahrelang klagte niemand. Doch unterstützt vom DGB-Rechtsschutz traute sich die Angestellte. In ihrer Klage beantragt sie 30 Minuten für den gesamten Weg mit Umkleidevorgang. Arbeitsrichterin Dietlinde-Bettina Peters machte in der Kammersitzung einen Vergleichsvorschlag 15 Minuten. Der Arbeitgeber lehnte diesen Kompromiss ab.

Nun sind nach erstinstanzlichem Urteil 20 Minuten festgelegt. Die Richterin erinnerte an frühere Rechtsprechung mit dem Tenor, dass beim Umziehen die individuelle Bestleistung erforderlich sei. Die schätzen sie und die beiden ehrenamtlichen Richter im vorliegenden Fall auf das Vierfache des bisher Gewährten ein.

Von Jürgen Lauterbach

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