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Verband froh über das Aus für Kreisreform

Landfrauen in Potsdam-Mittelmark Verband froh über das Aus für Kreisreform

Sie schwören auf das Landleben. Ihre Dörfer sollen lebens- und liebenswert bleiben. Dafür sorgen in Potsdam-Mittelmark 270 organisierte Landfrauen. Der Kreisverband hat in dieser Woche einen neuen Vorstand gewählt. Vorsitzende ist Petra Müller. Die Reckahnerin ist keine Unbekannte.

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Verbandsvorsitzende Petra Müller (2.v.l.) aus Reckahn mit dem neuen Vorstand des Kreislandfrauenverbandes Potsdam-Mittelmark.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Golzow. Das Aus für die Kreisgebietsreform ist bei den Landfrauen in Potsdam-Mittelmark auf ein positives Echo gestoßen. „Viele Bürger sind froh, dass dieses Vorhaben vom Tisch ist“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes (KLV), Bärbel Kaplick, in dieser Woche auf der Jahresmitgliederversammlung in Golzow. Sie erinnerte im Rechenschaftsbericht des Vorstandes an das erfolgreiche Kreiserntefest im September in Fohrde.

Dies sei ein klares Bekenntnis für den Verbleib des Amtes Beetzsee in Potsdam-Mittelmark gewesen, so Kaplick. Dennoch halte sie es für sinnvoll, sich weiter mit Unterschriften am noch bis Ende Februar laufenden Bürgerbegehren gegen die Kreisgebietsreform zu beteiligen. In seinem Grußwort an die Jahresmitgliederversammlung schlug Potsdam-Mittelmarks Vize-Landrat Christian Stein (CDU) in die selbe Kerbe. „Die schlagkräftigen Ortsgruppen in Brielow, Radewege und Weseram bleiben bei uns. Und wir lassen sie auch nicht wieder los“, versprach Stein unter dem Beifall der über 70 Vertreter aus 16 Ortsgruppen.

Zwar ist der Kreislandfrauenverband kein politischer Verein. Doch wie bei der ungeliebten Kreisgebietsreform mischen sich die Mitglieder durchaus in das aktuelle Tagesgeschehen ein. So engagieren sich die Frauen der Ortsgruppe Bliesendorf in der Bürgerinitiative gegen Windkraft. Andere Mitglieder engagieren sich in der Kommunalpolitik, kümmern sich um Flüchtlinge, sammeln Spenden, bringen Schulkindern die Heimat näher.

„Wir Landfrauen nehmen uns gern des kulturellen Erbes und des ländlichen Brauchtums an. Doch unsere Ortsgruppen stehen für mehr als Erntekrone, mobile Milchkanne und Kartoffelpufferbäckerei“, sagte KLV-Geschäftsführerin Cornelia Hurttig der MAZ.

Mit der fahrbaren Milchkanne ist der Kreislandfrauenverband bei vielen Veranstaltungen dabei

Mit der fahrbaren Milchkanne ist der Kreislandfrauenverband bei vielen Veranstaltungen dabei.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Für die nächsten drei Jahre haben sich die 270 organisierten Landfrauen, dazu kommen 17 eingetragene Männer, an der Spitze personell schlagkräftiger aufgestellt. Der Vorstand wurde in geheimer Wahl von fünf auf neun Personen erweitert. Zur neuen Vorsitzenden wählte das Gremium aus seiner Mitte Petra Müller (61) aus Reckahn. Sie ist für die Mitglieder keine Unbekannte.

Bis 2013 stand sie dem KLV schon einmal vor, gab dann aber aus gesundheitlichen Gründen das Ehrenamt ab. Jetzt wolle sie gern den Übergang an die junge Generation vorbereiten, sagte Petra Müller der MAZ. Dazu gehören unter anderem neue Vorstandsmitglieder wie Anne Baaske (Lütte), Katja Behling (Weseram) und Nicole Tall von der Ortsgruppe Ragösen. Auch der vor 25 Jahren gegründete Kreislandfrauenverband sucht Nachwuchs in den Dörfern.

Dass es ihn gibt, zeigt das Beispiel von Jessica Naumke aus Alt Bork. Die Zwanzigjährige ist mit ihrem Beitritt das jüngste Mitglied. Die an Lebensjahren älteste Landfrau ist die in Radewege lebende Vera Lohse (92).

Brauchtumspflege wird bei den Radeweger Landfrauen groß geschrieben

Brauchtumspflege wird bei den Radeweger Landfrauen groß geschrieben. In jedem Jahr wird eine Erntekrone gebunden.

Quelle: Maloszyk

Hinter dem Kreislandfrauenverband liegt ein ereignisreiches Jahr. Es gab Auftritte auf der Grünen Woche, Frühlingsaktionen, Frauentagsfeiern. Auch bei der Landpartie, beim Kreiserntefest und vielen Dorfveranstaltungen zeigten die Frauen in der grün-weißen Vereinskleidung Flagge. Als ein Beispiel sei an dieser Stelle die rege Backofengemeinschaft Emstal genannt, die auch die Landfrauenortsgruppe bildet.

Landtagsabgeordneter Günter Baaske (SPD) würdigte die ehrenamtliche Arbeit in den Ortsgruppen: „Sie beschreiben Heimat von Brielow bis Borne. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass unsere Dörfer lebens- und liebenswert bleiben.“

Von Frank Bürstenbinder

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