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Brandenburg/Havel Verdammt viel Ärger mit den Mücken
Lokales Brandenburg/Havel Verdammt viel Ärger mit den Mücken
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14:33 23.07.2013
Diese Plagegeister... Quelle: dpa
Brandenburg an der Havel

Sie sind klein, machen ein nervtötendes Summgeräusch und ihre Stiche zerstören laue Sommernächte: Mücken. Welche Erfahrung machen Menschen, die viel Zeit draußen verbringen? Gerhard und Margit Hoppensack aus Bitterfeld (beide 74), Dauercamper an der Malge, kommen gerade mit dem Boot entgegen: „Mensch, das ist schlimm mit den Mücken auf dem Wasser, da hilft nichts, außer einreiben und totschlagen“, sagt Gerhard Hoppensack und seine Frau ergänzt: „Mit den Pferdefliegen ist es aber ebenfalls lästig diesen Sommer. Wir benutzen ,Antibrumm’-Mückenspray. Daran müssen sich die Apotheken zurzeit ja auch eine goldene Nase verdienen. Tja, was des einen Leid, ist des andern Freud.“

Der Angler

Daniel Müller, Vorsitzender des Städteanglerverbands Brandenburg/Potsdam: „Es ist definitiv schlimmer als sonst. Diesen Sommer habe ich schon mehrmals meinen Rekord im Mückentotschlagen gebrochen. Teilweise müssen wir wegen Mücken abbrechen. Ungeschützte Stellen sind dann an manchen Tagen komplett rot. Erfahrene Angler benutzen aber kein Mückenschutzmittel, weil das bestimmte geruchsempfindliche Fische, zum Beispiel Aale, verscheucht. Ich schlage die Mücken nur tot, aber Freunde von mir benutzen auch Schutzkleidung. Ein Bekannter hat sich von seiner Mutter einen Mückenschutzhut aus Gardinenstoff anfertigen lassen.“

Dabei wollen sie sich doch nur fortpflanzen, die lästigen Viecher. Zur Eierproduktion benötigen die Mückenweibchen die Proteine aus Blut. Ihr Speichel, den sie dafür in den menschlichen Körper spritzen, enthält Substanzen, die eine Verlangsamung der Blutgerinnung einleiten. Dadurch entsteht eine allergische Reaktion, nämlich die juckende Quaddel. Gefährlich sind Mückenstiche hierzulande so gut wie nie.

Die Kellnerin

Petra Kreutzer ist Kellnerin im Restaurant An der Dominsel: „Genug Mücken haben wir am Wasser immer. Zurzeit sind sie noch lästiger als sonst. Natürlich verteilen wir sofort Mückenspray. Ich kann die Uhr danach stellen: Um halb zehn geht es richtig los mit den Viechern. Die Gäste sitzen meist noch rund eine halbe Stunde da, danach flüchten sie nach Hause oder ins Restaurant.“

Nach dem Hochwasser war es vorherzusehen, dass dieses Jahr vor allem in den Überschwemmungsgebieten weitaus mehr Mücken als sonst leben werden. Die feuchten Gebiete waren eine ideale Brutstätte für Stechmücken. Doch in Brandenburg ist es kaum besser. Angler können davon ein Lied singen, sie sind in ihrem Hobby besonders beeinträchtigt von der Plage. „Diesen Sommer habe ich schon mehrmals meinen Rekord im Mückentotschlagen gebrochen“, sagt Daniel Müller. Er ist Vorsitzender des Städteanglerverbands Brandenburg/Potsdam. Der Handel profitiert auf der anderen Seite. In Supermärkten und Drogerien erleben Mückenpräparate einen Boom. Sophie Knappe ist Mitarbeiterin der dm-Filiale im Sankt-Annen-Center. Sie sagt: „Die riesige Nachfrage an Mückenschutzmitteln führt leicht dazu, dass unsere Bestände zur Neige gehen“, sagte sie. „Aber wir bemühen uns, diese so schnell wie möglich wieder aufzufüllen. Manchmal kann der Hersteller sie jedoch eine Woche lang nicht liefern. Am meisten gefragt sind die Autan-Mittel.“

Die Camperin

Martina Vogler aus Blankenburg macht Campingurlaub an der Malge: „Nachts ist es besonders schlimm. Sogar an der Handfläche habe ich einen Stich, das ist noch nie passiert. Letztens war ich laufen und dachte nur: ,Bleib bloß nicht stehen, sonst bist du nachher vollkommen zerstochen.’ Ich benutze Autan, das hilft meiner Meinung nach besser als das ganze Zeug mit den ätherischen Ölen."

Wenn die Gäste vom Lokal an der Dominsel vor den Mücken nach drinnen flüchten, verringert sich deren Zahl auf Einzelkämpfer. Kellnerin Petra Kreutzer hat da schon längst Mückenmittel ausgegeben. Sie lässt die Restauranttür offen – der Kompromiss, damit es drinnen nicht zu stickig wird.

„Wir verkaufen alles, was im Kampf gegen Mücken nützlich ist: Mückenspiralen, Mückenfackeln, Citronellakerzen, Mückenöle, das Mückenspray ,Stichfrei’ und Mückentücher“, heißt es im Toom-Baumarkt in Wust. Insektenschutznetze lassen sich auf die richtige Größe kürzen, den Angaben zufolge sind sie leicht anzubringen und halten fünf Jahre. Bohrlöcher sind hingegen nötig für klappbare Gitter, die man vor der Tür an-bringt. Wer in einer Mietwohnung lebt und sich eine Insektengittertür ohne Bohren befestigen möchte, hat Alternativen. Es gibt nämlich auch Klemmrollos und Magnettüren in verschiedenen Größen. So ganz ist es also nicht möglich, sich gegen Mücken zu wehren, aber trotzdem kann man den Tierchen etwas entgegensetzen. Das Sommerwetter sollte man allemal auch mit Mücken genießen.

Von Annelie Dasbach

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