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Verdi gibt Dietlind Tiemann Rückendeckung

Feuerwehr-Muslim-Konflikt in Brandenburg Verdi gibt Dietlind Tiemann Rückendeckung

Bezogen auf den Vorwurf, Stadtchefin Tiemann (CDU) habe den Aufstieg eines Beamten zum Feuerwehrchef wegen dessen Bekenntnis zum Islam verhindert, äußert sich die Gewerkschaft zwar nicht. Dennoch gibt sie Tiemann Rückendeckung. Verdi ist für die externe Stellenbesetzung. Es sei nie gut, im „eigenen Saft zu schmoren“.

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Verdi gibt Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) Rückendeckung.

Quelle: Norman Giese

Brandenburg/H. Zum Vorwurf, Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) habe den internen Aufstieg eines muslimisch gläubigen Beamten zum Feuerwehrchef der Stadt wegen dessen Religionsbekenntnisses verhindert, äußert sich am Dienstag die Gewerkschaft Verdi nicht. Sie gibt Dietlind Tiemann dennoch Rückendeckung. Verdi findet eine externe Besetzung besser. Denn es sei nie gut, im „eigenen Saft zu schmoren“.

Am Samstag veröffentlichte die MAZ die Vorgeschichte der Stellenbesetzung an der Spitze der städtischen Berufsfeuerwehr. Nach Darstellung des für die Feuerwehr zuständigen Beigeordneten Michael Brandt (CDU) hatten er und der Feuerwehrchef Detlef Wolf der Oberbürgermeisterin vor etwa zwei Jahren einen Beamten vorgeschlagen, dem sie zutrauten, nach entsprechender Qualifizierung Wolfs Nachfolger als Feuerwehrchef zu werden.

Tiemann äußerte seinerzeit laut Brandt jedoch Bedenken wegen des religiösen Bekenntnisses des Beamten, der seit 1994 als Feuerwehrbeamter in Brandenburg arbeitet und mit seiner Heirat den muslimischen Glauben seiner Frau angenommen hatte. Brandt sieht darin eine Diskriminierung und einen Verstoß gegen das Grundgesetz.

Für die Landesfachgruppe Feuerwehr der Gewerkschaft Verdi sind die öffentlichen Vorwürfe nicht nachvollziehbar, wie Landesfachgruppenleiter Dieter Korte am Dienstag mitteilt. Denn die fragliche Stelle sei ja als Stelle des höheren Dienstes ausgewiesen und in der Feuerwehr Brandenburg gebe es niemanden, der die fachliche Qualifikationen besitzt.

Interne Bewerber, so Korte weiter, bräuchten mehrere Jahre Ausbildung, um die Qualifikation nachzuholen. Dabei bestehe das Risiko, dass es auch Prüfungen zu bestehen gibt.

Dass Verdi nichts von einer internen Lösung hält, macht der Mann der Gewerkschaft unzweifelhaft klar. Er schreibt, dass es nie gut sei, zu lange im „eigenen Saft zu schmoren“. Korte: „Neue Kräfte sind nicht für eingefahrene Strukturen und eventuelle Verfilzungen verantwortlich. Sie bringen Leitungserfahrung mit und können, ohne große Rücksicht nehmen zu müssen, den Istzustand in der Berufsfeuerwehr analysieren.“

Die Feuerwehrgewerkschaft sieht folglich das Problem auch nicht bei Dietlind Tiemann, sondern bei Detlef Wolf in Fragen der „kontinuierlichen Personalentwicklung“. Wieder Korte: „Hier könnte man dem Feuerwehrchef den Vorwurf machen, dass es keine rechtzeitigen Ausbildungsangebote mit dazugehörigen Interessenbekundungs- und Auswahlverfahren gab.“

Nach MAZ-Recherchen trifft dieser Vorwurf zumindest bezogen auf die Leitungsstelle bei der Feuerwehr nicht zu. Denn Detlef Wolf kümmerte sich danach bereits vor zwei Jahren um seine Nachfolge, wohl wissend, dass er Ende 2016 sein Pensionsalter erreichen würde. Bis Ende 2015 bestand die Absicht, Wolf auch darüber hinaus noch so lange wie nötig weiterzubeschäftigen.

Die Zeit hätte also womöglich ausgereicht, um einen Beamten des gehobenen für den höheren Dienst intern zu qualifizieren.

Von Jürgen Lauterbach

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