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Brandenburg/Havel Verhandlungen mit potenziellem Nachfolger
Lokales Brandenburg/Havel Verhandlungen mit potenziellem Nachfolger
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00:31 05.11.2015
Leider geschlossen: Die 17-Jährige Particia Schmehle blickt in das leere Geschäft. Quelle: Melanie Höhn
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Brandenburg/H

Noch ganz klein erinnern rot-weiße „Weltbild“-Schriftzüge am Eckgeschäft des Stoffelhauses in der Hauptstraße sieben an mehr als ein Jahrzehnt mit der inzwischen insolventen Buchhandelskette. Aufgekauft wurde sie im Februar 2015 von der Buchhandlung Lesenart/Rüdiger Wenk GmbH aus Ahaus bei Münster. Nun ist auch diese seit Juli nach der Übernahme von 67 Weltbild-Filialen pleite. In der Havelstadt sind fünf Mitarbeiter, darunter drei Festangestellte und zwei geringfügig Beschäftigte, betroffen.

Passanten blicken in das leere Geschäft. Quelle: Volkmar Maloszyk

Die Filiale in Brandenburg an der Havel schloss bereits am fünften Oktober, zuvor machten schon 20 Geschäfte deutschlandweit dicht. „Dieses Schicksal wird nun auch alle anderen 28 Filialen treffen“, sagte ein Mitarbeiter des Insolvenzverwalters Ulrich Zerrath aus Recklinghausen. Die Arbeitsverhältnisse seien bereits gekündigt, einige Arbeitnehmer können nun in eine Transfergesellschaft wechseln. Der Insolvenzverwalter hat die Löhne und Gehälter der ursprünglich 338 Mitarbeiter durch Insolvenzausfallgeld noch für den Monat November abgesichert. Der Insolvenzantrag der Buchhandlung Lesensart wurde bereits am 22. Juli beim Amtsgericht Münster gestellt. Schon bei der Antragstellung waren nur noch 55 von den ursprünglich 67 Filialen übrig.

Mangel an Investoren für einen stationären Buchhandel

Die Veräußerung des Geschäftsbetriebs scheiterte nach Angaben von Lesensart an einem Mangel an Investoren für einen stationären Buchhandel an den durch die Buchhandlung betriebenen Filialen, sowie dem „Umstand, dass bestehende Mietverträge der Filialstandorte ausnahmslos bei der Verkäuferin der Standorte, der Weltbild Plus Medienvertriebs GmbH & Co. KG verblieben, waren“. Deswegen konnte die Buchhandlung Lesensart hier auch keine aktive Einflussnahmemöglichkeit auf eine eventuelle Übertragung von Nutzungsrechten der Filialstandorte nehmen.

Bereits vier Anfragen für potenzielle Nachfolger

Bereits Anfang des Jahres habe es schon Gerüchte gegeben, dass die Brandenburger Filiale schon nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden soll, verriet eine Mitarbeiterin eines benachbarten Geschäfts. Jutta Horst, technische Hausverwalterin des Stoffelhauses der Phönix Hausverwaltungs GmbH, hat bereits vier Anfragen für potenzielle Nachfolger bekommen. „Die endgültige Entscheidung, wer einzieht, wird in Frankfurt am Main getroffen“, sagte Horst, die die Anfragen an das Unternehmen Corestate Capital weiterleitet, das für das Management des Gebäudes zuständig ist.

Ein Konzept, was zur Stadt und zur Fußgängerzone passt

„Es gibt eine rege Anfrage und wir führen aktuell Gespräche mit mehreren Bewerbern aus verschiedenen Bereichen. Wir sind guter Dinge, dass wir kurzfristig einen neuen Mieter präsentieren können“, sagte ein Mitarbeiter von Corestate Capital. Die Maßgabe solle auf jeden Fall ein längerfristiges Mietverhältnis sein. Doch zu Konditionen und Verhandlungsständen dürfe zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Auskunft gegeben werden. „Es wird ein Konzept sein, was zur Stadt und zur Fußgängerzone passt. Wir sind uns bewusst, dass das eine sehr gute Lage ist und es wird beispielsweise kein Ein-Euro-Shop werden“, gab die Firma Corestate Capital weiter Auskunft. In jedem Fall wollen sie dem Bedarf gerecht werden und so schnell wie möglich einen adäquaten Nachfolger finden. Ob das noch bis zum Jahresende geschieht, ist derzeit noch unklar. „Ich denke, es wird kein halbes Jahr dauern, bis jemand Neues die Räume bezieht“, ist sich Jutta Horst sicher. „Auf jeden Fall sind dann noch Umbaumaßnahmen erforderlich.“

Wechsel im Februar war nicht aufgefallen

Den Wechsel von Weltbild zu Lesensart bemerkten viele Passanten nicht, auch Eva Kunkel war er nicht aufgefallen. Die 71-Jährige kaufte gerne in der Filiale ein, am liebsten Krimis von Henning Mankell: „Das Sortiment hat mir hier ausgereicht, doch die Buchhandlung in der St.-Annen-Galerie ist ein bisschen besser sortiert und vertreibt auch mehr Fachliteratur.“

Von Melanie Höhn

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