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Brandenburg/Havel Die Fabel-Welt von Frieder Heinze
Lokales Brandenburg/Havel Die Fabel-Welt von Frieder Heinze
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14:06 17.03.2019
Ausstellungseröffnung von Frieder Heinze in der Galerie Sonnensegel Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Die Bilder sind ganz anders als andere“, stellt Rim Jeoued (9) fest. „Ja, da steckt viel mehr Fantasie drin“, bestätigt die gleichaltrige Elena Colpo. Die beiden Schülerinnen der Curie-Schule sind begeistert von den Werken, die der Künstler Frieder Heinze seit Samstag in der Galerie Sonnensegel ausstellt.

Frieder Heinze zeigt seine Werke in der Brandenburger Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie Sonnensegel. Zahlreiche Besucher feierten die Vernissage am Samstagnachmittag.

Die handkolorierten Lithographien zeigen verrückte Wesen, skurrile Formen, Kopf- und Handfüßler, bedrohliche Tiere, aber auch christliche Motive. Alle Motive sind nebeneinander angeordnet, es gibt keine Perspektive. Auf den ersten Blick wirken die farbenfrohen Arbeiten fröhlich. Der Schrecken lauert – wenn überhaupt – im Verborgenen.

Hier hat jemand scheinbar in kindlicher Freude seiner Lust an der Darstellung freien Lauf gelassen, ziellos, planlos, wie Frieder Heinze selbst behauptet. Man könne seine Art zu Malen mit dem „automatischen Schreiben“ der französischen Surrealisten vergleichen, so der gebürtige Leipziger Jahrgang 1950. Die Surrealisten haben um 1920 jenseits des bewussten Denkens Texte zwischen Traum und Realität verfasst mit überraschenden Ergebnissen.

Absolvent der Hochschule für Grafik

Das Malen und Zeichnen empfindet Frieder Heinze, Absolvent der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und Meisterschüler von Werner Tübke und Bernhard Heisig, nicht immer als lustvoll, erzählt er, manchmal müsse er sich zum Arbeiten zwingen, um, wie geplant, täglich ein Bild fertig zu stellen.

Seine Bildideen entstünden aus der Kontemplation heraus, etwa beim Betrachten von Muscheln und Strandgut. Aber vor allem dürfte Heinzes Fantasie wohl genährt sein durch seine intensive Beschäftigung mit indigenen Kulturen weltweit. Heinze hat daraus für sich eine ganz eigene Bildsprache entwickelt.

Unendliche Vielfalt der Motive

„Die Varianz seiner Motive ist schier unendlich“, sagt die Kunstwissenschaftlerin Hendrikje Hüneke in ihrer Laudatio zur Ausstellungseröffnung. Die Richtigkeit dieser Aussage können die Ausstellungsbesucher anhand der knapp sechzig gezeigten Exponate in der Galerie Sonnensegel selbst überprüfen. Sie werden in Heinzes Arbeiten kaum Wiederholungen der Motive feststellen können.

Heinze ist kein Forscher, sondern ein Sammler, der seine Inspirationen aus Bildern vergangener Zeiten und Kulturen bezieht,“ so Hüneke. Zu DDR-Zeiten besuchte Heinze Völkerkundemuseen, nach der Wende reiste er viel, etwa nach Mexiko, in die Sahara oder nach Schweden.

Rätselraten und Reclam-Buch

Seine Bilder animieren zum Rätselraten. Aber: „Sichere Ergebnisse gibt es nicht“, sagt Heinze. „Ich selbst sehe in meinen eigenen Bildern im Laufe der Zeit immer andere, neue Aspekte. Meine Bilder sind lebendig.“

Hendrikje Hüneke hat ihre Magisterarbeit über ein ganz besonderes Werk von Heinze geschrieben.

„Unauluto“ heißt das Buch, das er gemeinsam mit Olaf Wegewitz geschaffen hat und das der Reclam-Verlag 1986 in Handarbeit in einer Auflage von 130 Stück veröffentlicht hat – eine Sensation in der damaligen DDR, weil der Verlag dafür weder Kosten noch Mühen gescheut hat, obwohl die beiden Künstler keinesfalls etabliert oder angesehen, sondern Mitorganisatoren des konterrevolutionären Ersten Leipziger Herbstsalons 1984 waren.

Info: Die Ausstellung läuft bis zum 31. Mai in der Galerie Sonnensegel, Gotthardtkirchplatz 4/5, Brandenburg an der Havel

Von Ann Brünink

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