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Brandenburg/Havel Land spendiert vier Kita-Erzieherstellen - Stadt lehnt ab
Lokales Brandenburg/Havel Land spendiert vier Kita-Erzieherstellen - Stadt lehnt ab
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00:18 07.06.2018
Dieses Bild entstand zwei Wochen, bevor SPD-Fraktionschef Bischoff die Brandenburger Kita Mittendrin Anfang September 2016 in Hohenstücken besuchte. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Die Stadt verzichtet auf Fördermittel für zusätzliche Kitaerzieher-Stellen, weil ihr der bürokratische Aufwand zu hoch ist

Das Potsdamer Bildungsministerium hat ein Programm „Kiez-Kitas“ aufgelegt, mit dem gerade in Problem-Stadtteilen eine zusätzliche Betreuung sichergestellt werden soll. Beinahe alle großen Städte und Landkreise haben zugegriffen – nur nicht Brandenburg an der Havel und Teltow-Fläming, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher. Paradoxerweise ist die Idee gerade hier in der Stadt entstanden: Anfang September 2016 war der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag Mike Bischoff auf Einladung von Holzschuher hier, sie haben sich unter anderem die Kita Mittendrin in der Schleusener Straße angeschaut und von den Erzieherinnen die Anregung mitgenommen, dass es in Stadtteilen wie Hohenstücken für die Kinder mehr Betreuung geben müsste.

600 000 Euro ausgeschlagen

Seit Ende vergangenen Jahres gibt es das Kiez-Kita-Programm. Demnach könnte Brandenburg an der Havel von jetzt an drei Jahre lang jeweils 198 000 Euro in Anspruch nehmen, davon 192 000 Euro für die vier Stellen – insgesamt also 594 000 Euro. „Mit dem Landesprogramm ,Kiez-Kita – Bildungschancen eröffnen’ werden Kinder und ihre Familien in unterschiedlichen familiären wie sozialen Situationen unterstützt. Familien und Kindertageseinrichtungen sollen in ihrer Kompetenz gestärkt werden, ein für Kinder lernförderliches Klima zu schaffen und Bildungsanregungen zu ermöglichen. Folgen sozialer Benachteiligung soll frühestmöglich begegnet werden“, heißt es in dem Programm.

Alle anderen nehmen das Geld

„Für uns bedeutet das einen erheblichen Verwaltungsaufwand“, sagt Sozialbeigeordneter Wolfgang Erlebach (Die Linke). Zwar gebe es pro Jahr allein 6000 Euro für die Verwaltung, um sich gegebenenfalls auch externe Hilfe zu holen, doch genüge ihm das nicht. Es ist ein erheblicher Zeitaufwand mit Beratungen im Ministerium und Fachtagen, zudem mit Controlling – dafür reichen die durchschnittlich 500 Euro im Monat nicht aus.“ Er habe dafür geworben, dass die Kommunen mehr Geld für das Begleiten eines solchen Projektes bekommen, es habe auch Kritik aus anderen Städten und Landkreisen an dem Programm gegeben.

Einziger Unterschied: Alle anderen haben trotz ihrer Kritik das Geld genommen und können damit bereits die Mittel für zusätzliche Erzieherinnen an die freien Träger überweisen, welche in den meisten Fällen die Kindertagesstätten betreiben.

„Nicht genügend Leidensdruck“

„Wir haben das Projekt in der Arbeitsgemeinschaft Kita in der Stadt kurz vorgestellt, es hat sich niemand darum gerissen.“ Zwar gebe es grundsätzlich Interesse bei den Trägern nach mehr Personal, „aber offensichtlich ist der Leidensdruck noch nicht hoch genug“, resümiert Erlebach.

Landesweit machen Kommunen und Kita-Träger derzeit Druck aufs Land, damit es in allen Einrichtungen mehr Stellen finanziert. Bislang zahlt Potsdam für eine durchschnittliche Betreuungszeit von 7,5 Stunden am Tag, real ist sie aber höher.

Von André Wirsing

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