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Viel Applaus für ein farbenreiches Konzert

Brandenburger Symphoniker Viel Applaus für ein farbenreiches Konzert

Es war ein Sinfoniekonzert mit nordischen Meisterwerken. Exzellent dargeboten von den Brandenburger Symphonikern unter Leitung von Alexander Mickelthwate. Der in Kanada lebende Dirigent sorgte für eine gute Verbindung zwischen Orchester und Solisten.

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Das 7. Sinfoniekonzert unter dem Dirigat von Alexander Mickelthwate (l.) war ein voller Erfolg.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. In ihrer Konzentration, Schlichtheit und Spiritualität sind die Werke des estnischen Komponisten Arvo Pärt von bewegender Kraft. Die Brandenburger Symphoniker haben am Wochenende zum Auftakt ihres abwechslungsreichen und inspirierenden 7. Sinfoniekonzerts Pärts „Fratres“ (Brüder) musiziert, ein Stück in dem der Dreiklang, aus dem sich glockenähnlich alles entwickelt, als fundamentales Gerüst zu hören ist. Für diesen kompositorischen Weg des Glockenschlags kreierte der Este das Kunstwort „Tintinnabuli“.

Seine von der Gregorianik inspirierte Musik lehnte die sowjetische Kulturpolitik ab. 1980 verließ er seine Heimat und ging nach West-Berlin. Unter der Leitung des in Kanada lebenden und wirkenden Dirigenten Alexander Mickelthwate wurde mit den Streichern eine ruhige, eine kontemplative Stimmung erzeugt, bei denen die subtilen Intensitäts- und Akzentverschiebungen eindrücklich enthüllt wurden.

Höchste Konzentration

Höchste Konzentration: Dirigent Mickelthwate bei der Arbeit.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Von Meditation ist in des Norwegers Edward Grieg einzigem Klavierkonzert in a-Moll 0p.167 nichts zu spüren. Der romantische Schwung, die eingängigen Melodien und die rhythmischen Aufbäumungen sind bei Musikern und Pianisten beliebt. In der Interpretation des an der Musikhochschule Detmold lehrenden französischen Pianisten Jean-Efflam Bavouzet hatte man den Eindruck, er lasse durchweg seine Muskeln spielen. Schon bei den ersten Takten mit den fallenden Akkordkaskaden des Klaviers.

Manches, vor allem im Finale, klang nach Klischee-Liszt. Auch wenn in den virtuosen Passagen viel Liszt stecken mag, hauptsächlich, weil das donnernde Passagenwerk überhastet fast nur noch auf rauschhaften Effekt gespielt wurde. Für eine gute Verbindung zwischen dem Solisten und Orchester sorgte Dirigent Alexander Mickelthwate mit großem Einsatz, der aber fast wie Akkordarbeit wirkte. Das Publikum spendete dem Pianisten begeisternden Applaus. Jean-Efflam Bazouvet bedankte sich mit einer Debussy-Zugabe.

Große Anziehungskraft besitzt das sinfonische Werk „The Confessions of Isobel Gowdie“ von James MacMillan. Mit aggressiven Akkordschlägen und immer neuen rhythmischen Mustern wurde das Pubilum hineingenommen in das Schicksal von Isobel Gowdie. Das Finale des farbenreichen Konzerts bildete die 1924 uraufgeführte einsätzige Sinfonie Nr. 7 in C-Dur op. 105 des Finnen Jean Sibelius. Ein Werk der eher gebremsten Lebensfreude. Es ist auch als eine Art Natur-Sinfonie zu deuten.

Sie beginnt mit Lavamassen, die aus der Tiefe quellen, und endet auf dem Olymp, wie der Sibelius-Spezialist Volker Trantow treffend meint. Die Brandenburger Symphoniker wussten unter Mickelthwates Dirigat die Sinfonie weitgehend ungesüßt zu musizieren und ihr die überdimensionierte Bedeutungsschwere zu nehmen.

Von Klaus Büstrin

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