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Viel Platz für das Chi

Offener Gärten in Lehnin Viel Platz für das Chi

Petra und Joachim Steffenhagen aus Lehnin haben ihren Garten nach der fernöstlichen Harmonielehre Feng Shui gestaltet. Am 3. und 4. Oktober nehmen sie an de in Berlin und Brandenburg laufenden Aktion „Offene Gärten“ teil.

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Petra und Joachim Steffenhagen tanken Energie in ihrem Garten.

Quelle: Jacqueline Steiner

Lehnin. Wer bei Petra und Joachim Steffenhagen im Grünen sitzt, kann die Seele baumeln lassen und Energie tanken. Die Wahl-Lehniner haben ihren Garten in der Beelitzer Straße 86 nach der uralten chinesischen Harmomielehre Feng Shui gestaltet, die Gesundheit, Glück, Wohlstand und Erfolg verspricht. 2008 ist das Ehepaar von Berlin nach Lehnin gezogen. Auch beim Bau ihres nach eigenen Vorstellungen geplanten Holzhauses sind Prinzipien des Feng Shui berücksichtigt. Die Grundidee ist, dass Energie fließt.

„Als wir herkamen, was hier alles eine Brache“, erzählen die Steffenhagen. Auch die Eigenheime rundum standen damals noch nicht. Von ihrem großen Grundstück haben sie 1100 Quadratmeter gestaltet und den überwiegenden Teil als Trockenwiese belassen, auf der Kräuter, Sauerampfer, Beifuß, Löwenzahn, Brennnessel wachsen. „Das ist nicht alles Unkraut, sondern hat auch Heilkraft.“ Die hinter einer Hecke aus Haselnuss, Hartriegel, Ginster, Wildrose und Schneeball liegende Naturwiese mit Chill-Ecke unter einer alten Eiche können sich Besucher ebenfalls ansehen, wenn die Eheleute am 3. und 4. Oktober ihm Rahmen der in Berlin-Brandenburg laufenden Aktion zum dritten Mal ihren Garten öffnen.

Auf Feng Shui kam Petra Steffenhagen vor Jahren durch eine Nachbarin, die ihr ein Buch in die Hand drückte. Denn schon in ihrem Schrebergarten in Berlin-Buckow, den ihre Großmutter vor 90 Jahren urbar machte und in dem sie als Kind und später mit ihren beiden Kindern viel Zeit verbrachte, versuchte sie die chinesische Harmonielehre umzusetzen. „Rosen, Rhododendren, ein paar Stauden habe ich aus Berlin mitgebracht“, sagt die 67-Jährige. „Ich kann einfach keine Pflanzen wegwerfen.“

Weitere Teilnehmer

Familie Steffenhagen aus Lehnin öffnet ihren Garten, Beelitzer Straße 86, am 3. und 4. Oktober von 10 bis 18 Uhr. Aus dem Umland sind weiterhin dabei:

In Netzen: Kleiner Hausgarten von Ines Hübner, Seestraße 12, am 3. Oktober von 10 bis 17 Uhr.

I n Rietz: Bödekers Unendlichkeit, ein Waldgarten mit Aussicht, Rietzer Berg 1, am 3. und 4. Oktober, 10 bis 17 Uhr.

In Rathenow: Petra Liepe und Norbert Skilandat, Egon-Erwin-Kisch-Weg 6, am 3./ 4. Oktober von 10 bis 17 Uhr.

Abstecher lohnen sich aber auch nach Werder, Potsdam mit Umland und Berlin, wo mehrere Gärten offen stehen.

Offene Gärten 2015 ist eine gemeinsame Aktion der „Initiative offene Gärten Berlin-Brandenburg“ (INOG) und der Urania „Wilhelm Foerster“ Potsdam e. V. Während im Mai die frühlingshafte Blütenpracht zu sehen war, zeigen sich jetzt die Herbstfarben.

Die 1100 Quadratmeter in Lehnin hat Petra Steffenhagen in neun Baqua-Zonen eingeteilt und entsprechend ihrer Bedeutung die Gestaltungselemente sowie die Pflanzen nach Wuchs und Farbe ausgewählt. In der „Reichtums“-Ecke zum Beispiel, die auch den ideellen Reichtum symbolisiert, ist alles hoch und blau. So rankt Wein an einer Pergola in Nachbarschaft von Tuja und Lavendel. Daran schließt sich „Familie“ in ähnlichen Farben mit anderen Pflanzen wie Buchs, Liebesperlenbaum, Agapanthus, Veronica und eine Ruheinsel an. Im „Partnerschafts“-Baqua, erklärt sie, sollte möglichst alles doppelt sein. Und so wachsen gelbe und bräunliche Studentenblumen, Rose, Quitte und Hibiskus paarweise unweit eines hübschen Schuppens. Die „Kreativitäts“-Ecke zieht ihre Enkel magisch an, denn passend zu Hortensie und Erika ist ein kleiner Buddelplatz mit runden Naturholzabschnitten zum Sitzen arrangiert.

Weitere Zonen sind „Ruhm“ (Rot und spitz), „Karriere“ (dunkle Farben, wellig mit Wasser) „Hilfreiche Freunde“ (rund, Weiß, Silber, Gold) und „Kontemplation“ mit sich zur Erde neigenden Pflanzen.

In der Mitte des Gartens befindet sich ein dichter Rasenteppich mit einem kleinen Apfelbaum und einer noch kleineren selbst gefertigten Steinplastik und damit viel Platz für das Chi, die Lebensenergie. Bei der Auswahl des Saatgutes hatte die Hobby-Gärtnerin auf Sonnenverträglichkeit geachtet. Gemäht und gegossen wird an Wassertagen. „Wir richten uns beim Pflanzen, Düngen mit Brennnessel- oder Schachtelhalmjauche und beim Ernten nach dem Mondkalender. Das bringt was“, erklärt Petra Steffenhagen. Kennen gelernt habe sie das in der Karibik.

Feng Shui sei keine Religion, man folge auch seiner eigenen Stimme. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn sich Energie nicht staut, sondern fließt.“ Der Garten sei für sie Hobby, Leidenschaft, Freude und Bewegung. „Und wenn man etwas Schönes hat, kann man doch auch andere daran teilhalben lassen.“

Von Claudia Nack

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