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Brandenburg/Havel Viel Rauch um Bienen
Lokales Brandenburg/Havel Viel Rauch um Bienen
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21:07 16.04.2018
Bienen werden im Amt Wusterwitz ortsüblich. Quelle: Archiv/M. Hübner
Wusterwitz

Beschlossen haben das auch die Bensdorfer Kommunalpolitiker, kommende Woche berät der Rosenauer Gemeinderat dazu. Angeregt und auf einen solchen Beschluss hingewirkt hat Imker Ferchland. Er möchte mögliche Beschwerden von Anwohnern gegen Bienenvölker in ihrer Nachbarschaft im Keim ersticken. Amtsdirektorin Gudrun Liebener unterstützt ihn dabei und sagt es so: „Wir brauchen Bienen. Ohne Bienen gibt es kein Leben. “

Ferchland ist Chef des Imkervereins Wusterwitz und Umgebung. Der zählt 30 Mitglieder und rund die Hälfte von ihnen hält die Bienenvölker im Wohngebiet. Die übrigen haben ihre Bienenstöcke in Schrebergärten.

„Bundesweit gibt es immer wieder Beschwerden von Anwohnern, die bei Bienenstöcken in der Nachbarschaft Panik bekommen und dagegen klagen“, sagt Ferchland. Stein des Anstoßes sei auch oft Bienenkot auf im Garten getrockneter Wäsche und Nachbars Auto. „Meistens sind das Neuzugezogene, die sich ärgern, dass auf dem Dorf ein Hahn kräht oder eine Kuh muht.“ Zwar gebe es kein Problem derzeit in den Gemeinden des Amtes Wusterwitz. Er könne sich nur an einen Fall in Kirchmöser kurz nach der Wende erinnern. Aber so solle es auch bleiben.

200 Quadratmeter für zwei Völker

In dem in Wusterwitz einstimmig gefassten Beschluss heißt es, „die Gemeindevertretung der Gemeinde Wusterwitz stellt zur Sicherung der Blütenbestäubung der Kultur- und Nutzpflanzen (....) für die Imker die Zulässigkeit und Ortsüblichkeit der Bienenhaltung fest.“ Bienen seien wichtig für die Landwirtschaft, da sie Obstbäume, Beerensträucher und landwirtschaftliche Kulturen bestäuben. „Ohne Bienen gibt es keine nennenswerten Ernten.“ Die Biene sei daher entscheidend wichtig für „die Ernährung von Mensch und Tier“. Das Papier besagt aber auch, dass die Imker verpflichtet seien, alle gesetzlichen Vorschriften zur Bienenhaltung einzuhalten.

Hintergrund

Bei einem Rechtsstreit, in dem sich Anwohner gegen Bienenstöcke in ihrer Nachbarschaft zur Wehr setzen, ist die einschlägige Norm Paragraf 906 Bürgerliches Gesetzbuch. Fliegen Bienen über ein Grundstück kann dies juristisch als „Zuführung unwägbarer Stoffe“ angesehen werden wie Rauch oder Lärm. Dies ist aber nicht der Fall, wenn das Nachbargrundstück „ortsüblich“ genutzt wird.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen etwa rät, je 200 Quadratmeter Gartenfläche zwei Völker zu halten. „Das stimmt, das gilt als Richtwert“, bestätigt Ferchland. „Aber es kommt auch immer auf die örtlichen Gegebenheiten an. Auf einem Grundstück mit 20 Meter hohen Bäumen drumherum und einer hohen Hecke, kann ich auch 40 Völker stehen haben.“ Das Bürgerliche Gesetzbuch umfasst mehrere Paragrafen Bienen betreffend. Da darf etwa der Eigentümer eines entfleuchten Bienenschwarms fremde Grundstücke bei der Verfolgung der wilden Tiere betreten. Es regelt sogar die Besitzrechte, sollten sich mehrere Bienenschwärme vereinigen. Die Verfolger werden Miteigentümer.

Erst 20 Gemeinden landesweit

Ferchland freut die Hilfe durch die Kommunalpolitik: „Sollte irgendjemand mal gegen Bienenhaltung klagen, sind mit dem Beschluss dem Anwalt gleich die Flügel gestutzt“, frohlockt der 48-Jährige. Seit 1981 hält Ferchland Bienen „am Haus“. Im Herbst hat er mehr als 60 Bienenvölker „eingewintert“. Sie stehen auf drei Grundstücken, wovon das größte anderthalb Hektar misst.

Ferchland rät den Vereinsmitgliedern auf Frieden mit der Nachbarschaft zu achten: Junge Imker sensibilisiert er etwa, auf den richtigen Standort der Stöcke zu achten. „Wenn man seinen Bienen keine Tränte hinstellt und der Nachbar nebenan hat einen Pool – na dann gibt es Probleme.“

Landesweit gibt es nach Angaben von Reiner Gabriel, Vorsitzender des Landesverbandes Brandenburger Imker, erst rund 20 Gemeinden, die einen solchen Beschluss gefasst haben.

Von Marion von Imhoff

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