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Viele Filme über die graue Vorzeit

Brandenburg an der Havel Viele Filme über die graue Vorzeit

Ein bemerkenswertes Festival gewährt einen besonderen Blick in die Vergangenheit: Das Archäologie-Film-Medien-Festival „archäomediale & cinarchea“ startet am Mittwoch im Brandenburger Paulikloster. Neben Filmen gibt es Vorträgen – und ein spannendes Werkstattgespräch.

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So stellt man sich heute den Deichbau im Mittelalter vor: Diese Illustration gehört zur Rungholt-Dokumenation, die am Donnerstag zu sehen ist.

Quelle: Veranstalter

Brandenburg/H. Die versunkene Stadt Rungholt regt bis heute die Fantasie vieler Menschen an. Sie war Spekulationsobjekt von Chronisten und Inspirationsquelle wichtiger Literaten. Auch Filmemacher zog diese Stadt in ihren Bann. Im vergangenen Jahr drehte Martina Fluck einen 20-minütigen Streifen über den sagenumwobenen Ort vor der nordfriesischen Küste. Am kommenden Donnerstag ist der Streifen beim Archäologie-Film-Medien-Festival „Archäomediale & Cinarchea“ im Brandenburger Paulikloster zu sehen.

Das Geheimnis um die wichtige Handelsstadt Rungholt begann sich erst mit den Wattfunden des Heimatforschers Andreas Busch (1883-1972) zu lüften. Im Frühjahr 1921 war er mit seiner Pferdekutsche zur Hallig Südfall gefahren und fand zu seinem Erstaunen viele Kulturspuren vor. Seinen Reichtum verdankte Rungholt der Salzgewinnung aus Torf und dem Hafen, der an der Handelsroute zwischen dem Norden und Süden lag. Doch mit der „Ersten Groten Mandränke“ (einer gigantischen Sturmflut) versank Rungholt 1362 in der Nordsee. Viele Menschen starben und eine ganze Kultur verschwand im Watt.

Verschiedene Filme sind in dem Festival zu sehen

Verschiedene Filme sind in dem Festival zu sehen

Quelle: Landesmuseum/Fritz Fabert

Zurück blieb die unheimliche Geschichte von einem göttlichen Gericht gegen geizige und ungläubige Menschen, wie man sie auch von Vineta an der Ostsee, Göritz im Gohlitzsee und vielen anderen untergegangenen Orten in den Sagenbüchern findet.

Vom 11. bis 14. Oktober findet das Festival zum dritten Mal statt., zuletzt 2015. In jeweils zwei Programmblöcken werden internationale dokumentarische Formate gezeigt. Das Kino im Landesmuseum ist dafür jeweils von 13 bis 16 Uhr und von 17 bis 20 Uhr geöffnet.

Eine Auswahl aus dem Festival-Programm

Aus dem Programm des Festivals im Paulikloster:

Mittwoch, 11. Oktober: Eröffnung um 17 Uhr. Der Film „Cervantes, la búsqueda“ (Cervantes, the search), Spanien 2015, beginnt 17. 30 Uhr. „Winter des Schreckens – Jamestown und die ersten Siedler“, Deutschland 2016, läuft um 19 Uhr.

Donnerstag, 12. Oktober: „Chambord: The Castle, The King & The Architect“, Frankreich 2015, beginnt um 13 Uhr.

„Die Bronzezeit (in drei Teilen) 1. Die Entdeckung der befestigten Siedlung

SK 2016, um 14 Uhr, Teil 2. Handwerk um 14.40 Uhr. Der Vortrag von Doreen Mölders „Smartphone versus Wurfspeer? Digitale Medien und moderne Archäologie“ beginnt um 15.30 Uhr. „Rungholt“, D 2016, läuft ab 17.30 Uhr. Michael Merkel spricht ab ab 17.50 Uhr über „Digitale Archäologie und Archäologie plus Social Media im Museum“. „L’énigme du Grand Menhir (The Enigma of the Great Menhir)“, F 2016, läuft um 18.50 Uhr an.

Freitag, 13. Oktober: „Die Bronzezeit (in drei Teilen) 3. Das geistige Leben und Rituale“, SK 2016, beginnt um 13 Uhr. „Xenius: Archäologie und Zerstörung – Wie kann man die Funde bewahren?“, D 2015, heißt es um 14 Uhr. „Der Schatz von Timbuktu – Eine Rettungsgeschichte“, D 2016, läuft ab 19 Uhr.

Samstag, 14. Oktober: „Les Génies de la Grotte Chauvet (The Grand Masters of the Chauvet Cave)“ F 2015, beginnt um 17 Uhr. Die Preisverleihung ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Alle Programmpunkte stehen unter www.landesmuseum-brandenburg.de

„Das Themenspektrum ist vielfältig und reicht von der Steinzeit, über verschiedene Epochen des europäischen Mittelalters, bis hin zu Grabungen auf Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges und in Syrien“, teilt der Veranstalter mit. Eine Jury aus Vertretern von Fernsehen und Wissenschaft, darunter der Brandenburgische Landesarchäologe Franz Schopper, prämiert am Samstagabend die besten Produktionen.

Neben den gezeigten Filmen können die Besucher über ihr Smartphone archäologische Podcasts in der Hör-Lounge des Museums verfolgen und dafür einen Zuschauerpreis zu vergeben.

Ein weiterer deutscher Wettbewerbsbeitrag dreht sich um Jamestown in den USA. Jamestown war die erste englische Siedlung in der Neuen Welt. Heute ist der kleine Ort in Virginia eine Schatztruhe für Archäologen. Grabungsdirektor William Kelso und sein Team machen eine Entdeckung, die die frühe Siedlungsgeschichte Amerikas umschreibt. Es sind die zerstückelten Knochen eines jungen Mädchens. Sie erzählen die grausige Geschichte des Hungerwinters von 1609. Richard Wells führte im vorigen Regie bei dem 52-Minuten-Film „Winter des Schreckens – Jamestown unddie ersten Siedler“. Dieser Film steht am Mittwoch um 19 Uhr auf dem Programm.

Der Austausch über die Filme gehört zum Programm

Der Austausch über die Filme gehört zum Programm.

Quelle: Landesmuseum/Fritz Fabert

Zu den Höhepunkten des Festivals gehört ein „Werkstattgespräch“ mit Althistoriker Werner Dahlheim. Am Samstag um 18 Uhr berichtet er aus seiner Tätigkeit als Berater für Dokumentarfilme und gibt Einblick in diese teils komplizierte und schwierige Arbeit.

„Kontinuierlich hohe Einschaltquoten bei TV-Dokumentationen archäologischer Ausgrabungen unterstreichen ebenso wie Hunderttausende von Besuchern archäologischer Ausstellungen und Museen, die mit zu den erfolgreichsten gehören, das ungebrochen starke Interesse der Öffentlichkeit an der archäologischen Wissenschaft und ihren Themen“, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Parzinger ist Schirmherr. Die Archäologie erreiche Menschen jeden Alters und unterschiedlichen Bildungsgrades, sagt Parzinger. „Der Film ist dabei das entscheidende Medium, und das Festival archäomediale & cinarchea ist ein wichtiger Katalysator für diese Art der Berichterstattung.“

Abgerundet wird das Festival durch die Sonderausstellung des Berliner Fotografen Manfred Hamm „Die antiken Stätten von morgen. Ruinen des Industriezeitalters.“

Von Heiko Hesse

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