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Brandenburg/Havel Viele Retter und keine Hilfe
Lokales Brandenburg/Havel Viele Retter und keine Hilfe
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02:15 09.01.2016
Das Industriemuseum in Brandenburg an der Havel zeigt die frühere Technik des einstigen Stahlwerkes, das größter Rohstahlproduzent der DDR war. Quelle: MAZ
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Brandenburg/H

SPD-Landtagsabgeordneter Ralf Holzschuher ruft zur Rettung des in finanzielle Not geratenen Industriemuseums auf und reiht sich damit in eine Riege anderer Kommunalpolitiker ein. Der Vorsitzende der SPD in Brandenburg an der Havel macht der Stadtspitze harsche Vorwürfe: „Wir dürfen mit den kulturellen Leuchttürmen in unserer Stadt nicht so umgehen“, so Holzschuher.

Auch wenn Museumschef Marius Krohn zufolge nun doch erst einmal auf Entlassungen verzichtet werden kann, weil die Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten reduzierten, ist die Situation der Kultureinrichtung weiterhin hoch angespannt.

Der Ruf nach einer phantasievollen Lösung

Holzschuher fordert Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) dazu auf, „phantasievoll nach einer Lösung zu suchen“, um die Finanzlücke des Museums zu schließen. Bekanntlich droht dem Industriemuseum der Konkurs, weil die Stadt Brandenburg die Kultureinrichtung nicht in der beschlossenen Höhe unterstützen kann. Hintergrund ist der vom Land nicht genehmigte Haushalt. Daher konnten 2015 die 140 000 Euro Zuschuss nicht fließen, sondern nur die in den Vorjahren bewilligte, um 27 500 Euro niedrigere Fördersumme.

SPD-Landtagsabgeordneter Ralf Holzschuher kritisiert das Kulturmanagement der Stadt. Quelle: Peter Geisler

„Die Galerie Brennabor wird erst leichtfertig zur Disposition gestellt. Dann macht das Stadtmuseum ein Jahr lang die Türen zu. Nun ist die Zukunft unseres Industriemuseums gefährdet“, so Holzschuher. „Man wagt schon gar nicht mehr über Visionen wie eine Museumshalbinsel zu sprechen, wenn die Stadt nicht einmal die bestehenden Strukturen erhalten kann.“ Es fehle der Elan in der Stadtverwaltung, die Kulturlandschaft zu gestalten. Holzschuher plädiert mittelfristig für eine gemeinsame Trägerschaft für Industrie- und Stadtmuseum „in welcher Rechtsform auch immer“.

Die Linke kritisiert die SPD

René Kretzschmar, Fraktionschef der Linken in der Stadtverordnetenversammlung, kritisiert indes Holzschuher scharf: „Der Versuch der SPD, der Stadt den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist erbärmlich und ärgert mich zutiefst.“ Die Erhöhung des städtischen Zuschusses um besagte 27 500 Euro könne nicht ausgezahlt werden, „solange die Stadt keine Haushaltsgenehmigung des Innenministeriums erhält. Das weiß Herr Holzschuher als ehemaliger Innenminister mit Sicherheit“.

Das Land finanziert das Industriemuseum, das auf Platz 8 der landesweit beliebtesten Museen steht, mit je 80 000 Euro im vorigen und in diesem Jahr. Das sind je 5000 Euro mehr als zuvor. „Dass das Land mehr Geld dafür in die Hand nimmt, ist nahezu ausgeschlossen“, sagte am Mittwoch Stephan Breiding, Sprecher des Kulturministeriums. Er nennt das Industriemuseum herausragend.

Wolfgang Erlebach (Linke), Kulturbeigeordneter der Stadt, verweist darauf, dass sich die Verwaltung wiederholt ans Land gewandt und auf die Folgen der fehlenden Haushaltsgenehmigung hingewiesen und um höheres Engagement des Landes gebeten habe.

Von Marion von Imhoff

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