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Brandenburg/Havel Vielfahrer erfreut über günstigen Diesel
Lokales Brandenburg/Havel Vielfahrer erfreut über günstigen Diesel
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18:31 10.12.2015
Einmal volltanken bitte! Die günstigen Spritpreise lockten am Donnerstag viele Autofahrer in die Tankstellen. Quelle: Uwe Klemens
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Brandenburg/H

Cent um Cent sind in diesem Jahr zur Freude der Autofahrer die Spritpreise an den Tankstellen gesunken. Ein Liter Pkw-Diesel kostet mittlerweile nur noch knapp einen Euro, mancherorts ist die Ein-Euro-Grenze sogar schon geknackt. An der Anzeigetafel der Kaufland-Tankstelle in Brandenburg-Wust leuchtete zum Beispiel schon am Mittwochabend in weißer Schrift ein Literpreis von 0,989 Euro. Am Donnerstag war der Treibstoff dort sogar noch einen Cent günstiger.

Doch nicht nur in Brandenburg, auch in den anderen Orten der Region ist der Sprit im Moment so billig wie schon lange nicht mehr. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk der Mineralölkonzerne. Ein Grund für das aktuelle Preisniveau ist der anhaltend niedrige Rohöl-Preis. Experten sehen zudem in Machtkämpfen innerhalb der Opec (Organisation erdölexportierender Länder) eine weitere Erklärung für die günstigen Tarife. Es heißt, die Organisation sei intern gespalten und damit quasi handlungsunfähig.

„Boah, ist das billig!“

Im Einkaufszentrum Wust fiel der Dieselpreis bereits am Mittwoch unter einen Euro. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die genauen Ursachen dürften den meisten Verbrauchern am Ende egal sein, haben sie sich in den vergangenen Jahren schon oft genug über für sie meist nicht nachvollziehbare Preiserhöhungen geärgert. Umso mehr genießen sie nun das Preistief. Peter Müller aus Rathenow hat am Donnerstag gleich einen 20-Liter-Kanister mit zur Total-Tankstelle in der Berliner Straße gebracht. „Das ist aber Zufall“, sagt er und lacht. Wann der Sprit zuletzt so günstig war, daran konnte sich der Rathenower nicht mehr erinnern. Auch Mitarbeiterin Jenny Thie sagte, dass es schon sehr lange her sei, dass der Dieselpreis bei einem Euro lag. „Seit Mittwochnachmittag geht’s hier rund“, erzählt Thie. Mancher Kunde komme da auch schon mal in die Tankstelle mit den Worten „Boah ist das billig!“

Ganz so günstig wie in Brandenburg an der Havel war es in Rathenow aber noch nicht. Der niedrigste Literpreis lag am Donnerstag bei 1,009 Euro. In Premnitz und Mögelin hingegen rutsche man mit 0,999 Euro unter die Ein-Euro-Marke, in Stechow lag der Tiefstwert bei 1,009 Euro pro Liter. „Lange, lange her ist es, dass der Diesel so günstig war – und vor allem zur Weihnachtszeit“, sagt Anka Buhr von der Hoyer-Tankstelle in Stechow. Um 13 Uhr kostete der Liter Diesel dort 1,03 Euro. „Am Nachmittag liegen wir aber bestimmt wieder bei einem Euro glatt“, so Buhr. „Da stehen die Leute dann schon mal Schlange.“

Fahrer im Hohen Fläming zahlen mehr

Im Hohen Fläming purzeln die Spritpreise nicht ganz so rapide wie im restlichen Teil Westbrandenburgs. In Bad Belzig und Umgebung kostete ein Liter Diesel am Donnerstag zwischen 1,049 und 1,129 Euro. „Überall sinkt der Preis, nur Belzig ist im Vergleich immer fünf bis sechs Cent teurer“, moniert Landwirt Rien Vermue aus Werbig. „Beim jetzigen Ölpreis müsste Diesel unter einem Euro möglich sein“, findet der gebürtige Niederländer. Die Aral-Angestellte Christina Dorn stellt hingegen fest: „Ob die Preise sinken oder steigen, der Kundenstrom bleibt konstant.“ Wer viel unterwegs ist, tanke ohnehin in größeren Orten, wo der Sprit wegen der größeren Konkurrenz günstiger sei.

Diesel für 97,9 Cent

Laut Auskunft des Mineralölwirtschaftverbandes zahlen Deutschlands Autofahrer 2015 insgesamt rund 10,5 Milliarden Euro weniger für ihre Tankrechnungen als im Vorjahr.

Im Schnitt ist der Dieselpreis in den ersten elf Monaten des Jahres von 1,34 Euro je Liter im Jahr 2014 auf 1,17 Euro je Liter gefallen. Die Tendenz ist weiterhin abfallend.

Auch Benzin ist in diesem Jahr günstiger. Lag der Bundesdurchschnitt 2014 noch bei 1,48 Euro pro Liter, waren es von Januar bis November lediglich 1,36 Euro pro getanktem Liter.

Die günstigste Tankstelle der Region war am Donnerstag die Kaufland-Tankstelle im Brandenburger Einkaufszentrum Wust. Ein Liter Diesel kostete dort zeitweise nur noch 0,979 Euro.

Auch im Havelland wurde die Ein-Euro-Marke geknackt. In Premnitz und Mögelin gab es Diesel zum Preis von 0,999 Euro pro Liter.

Autofahrer im Hohen Fläming zahlten zwischen 1,049 und 1,129 Euro je Dieselliter.

Vom derzeitigen Preistief profitieren vor allem private und gewerbliche Vielfahrer. „Uns kommt das im Moment natürlich sehr entgegen“, sagt Patrick Noelte aus Bad Belzig. Zu seinem Unternehmen Noelte Service, das Taxifahrten und Krankentransporte erledigt, gehören zwölf Fahrzeuge. „Am Mittwoch habe ich in Magdeburg für 96 Cent getankt.“ Dank einer Partnerschaft mit einer Tankstellenkette erhält Patrick Noelte bei jeder Betankung einige Cent Rabatt und spart damit im Moment doppelt. Der Unternehmer genießt die aktuelle Lage, ist sich aber auch sicher: „Irgendwann steigt’s definitiv wieder.“

Verkehrsbetriebe Brandenburg sparen zehn Prozent Treibstoffkosten

Treibstoff in noch größeren Mengen benötigt die Verkehrsgesellschaft Belzig mit einer Flotte von 50 Bussen und jährlich fast drei Millionen gefahrenen Kilometern. „Wir verbrauchen ungefähr eine Million Liter im Jahr“, sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig. Getankt wird dabei an der betriebseigenen Tankstelle, der Sprit kommt direkt vom Großhandel. Große Preissprünge nach unten oder oben gebe es dort nicht, weil sich der Preis konstanter und stabiler entwickele. „Der Preis ist auch fallend, aber im vergangenen halben Jahr haben wir nur eine Differenz von drei bis sechs Cent“, erzählt Hennig.

Jörg Vogler, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel. Quelle: André Wirsing

Auch die Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel betanken ihre Busse an einer eigenen Tankstelle im Betriebshof. Aufgrund günstigerer Einkaufspreise liege man im Jahr 2015, was die Treibstoffkosten angeht, zehn Prozent unter den Planwerten, wie Geschäftsführer Jörg Vogler mitteilt. Diese Kosten bilden jedoch nur einen vergleichsweise geringen Anteil der Gesamtkosten des Unternehmens. „Der Hauptteil sind die Personalkosten“, so Vogler.

Von Norman Giese

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