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Vier Jahre Haft für Missbrauch-Vater

Vergewaltigungsprozess in Potsdam Vier Jahre Haft für Missbrauch-Vater

Ein Mann befingert und vergewaltigt die eigene zehn Jahre alte Tochter. Die Jugendstrafkammer in Potsdam verurteilt den Mann aus Brandenburg an der Havel deshalb nun zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe. Der Verurteilte bestreitet nach wie vor seine Schuld.

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Der Brandenburger auf dem Weg zur Anklagebank, wo Verteidiger Mario Schink bereits wartet.

Quelle: Julian Stähle

Brandenburg an der Havel. Für vier Jahre muss ein 37 Jahre alter Mann ins Gefängnis. Die Jugendstrafkammer des Landgerichts Potsdam verurteilte Hans G. (Namen geändert) in dieser Woche, weil er seine zehn Jahre alte Tochter im Sommer 2012 mehrmals unsittlich berührt und in einem Fall vergewaltigt hat. Der Arbeiter bestritt die Vorwürfe bis zum Schluss und geht voraussichtlich in Revision vor den Bundesgerichtshof.

Die sexuellen Übergriffe sind nach Auffassung des Gerichts am 24. Juni, 1. Juli und am 8. Juli 2012 geschehen. Am letztgenannten Tag war Hans G. zunächst mit seiner Tochter Anna im Marienbad, ehe sie sich in seiner Wohnung in Hohenstücken ausziehen sollte, er sie zunächst am Geschlechtsteil berührte und sich dann auf sie legte. Als das Mädchen sich vor Schmerz aufbäumte, ließ er ab von ihr.

Ein zentrales Thema der Gerichtsverhandlung war die Glaubwürdigkeit des Mädchens, das inzwischen 13 Jahre alt ist. Die psychologische Gutachterin erläuterte gut zwei Stunden lang, was für die Glaubwürdigkeit der einzigen Zeugin spricht, eines Mädchens, dessen Intelligenz deutlich unterentwickelt ist.

Psychologin wertet Aussagen des Mädchens als glaubwürdig

Die Psychologin hält Anna nicht zuletzt deshalb für glaubwürdig, weil sie ihren Vater mag, ihm nicht schaden will und unschlüssig ist, ob er bestraft werden soll trotz aller seelischen und körperlichen Schmerzen, die er ihr zugefügt hat. Denn Hans G. hat sich im Gegensatz zu der jungen Mutter bis zu seinen Straftaten um Anna gekümmert, zahlt Unterhalt und unternahm viel mit seiner Tochter, die seit jeher bei den Großeltern aufwächst.

Nach der Vergewaltigung impfte der Vater seiner Tochter ein, über den Vorfall zu schweigen. Doch das Mädchen war so stark belastet, dass es sich wenige Tage später den Großeltern anvertraute, die für sie wie Eltern sind.

Die Mutter des Kindes im Alter von 13 Jahren geschwängert

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer vier Jahre und vier Monate Haft für Hans G. beantragt, Verteidiger Mario Schink einen Freispruch oder im Falle eines Schuldspruchs ein mildes Urteil. Schink hatte als strafmildernde Gründe angeführt, dass Hans G. einem festen Job nachgehe, sich zu seiner Vaterrolle bekenne und das Kind nicht bedroht habe, damit es schweigt.

Hans G. bleibt bis zur Rechtskraft des Urteils auf freiem Fuß. Er hatte Annas Mutter übrigens im Jahr 2001 geschwängert, als diese erst 13 Jahre alt war.

Von Jürgen Lauterbach

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