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Völlig überzogene Sperrung

Grebser fordern freie Durchfahrt nach Glienecke Völlig überzogene Sperrung

Die Grebser fühlen sich vom Landkreis verschaukelt. In dem kleinen Dorf wird derzeit eine Kreisstraße ausgebaut. Die Bauarbeiten zwingen die Bewohner des Örtchens noch bis Jahresende zu einem Umweg von fast 20 Kilometern pro Tour. Das wollen sie nicht länger hinnehmen.

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Die Grebser stöhnen über den Ausbau der Kreisstraße.

Quelle: privat

Grebs. „Wir Grebser fühlen uns vom Landkreis Potsdam-Mittelmark schikaniert“, sagt Manfred Geserick, der in dem 60-Seelen-Dorf lebt und Abgeordneter ist. Wegen dem zwischen Grebs und Steinberg bis zum Jahresende dauernden Ausbau der Kreisstraße sollen sie einen Umweg von fast 20 Kilometern pro Tour über Gräben und Wollin nach Ziesar in Kauf nehmen. Auch Pflegedienst, Post und Bäcker stöhnen. Zumal fraglich sei, ob der Termin wegen archäologischer Funde zu halten ist.

Stein des Anstoßes ist ein seit Mai ausgeschildertes Durchfahrtsverbot auf der viel kürzeren Verbindung nach Glienecke durch den Wald. Frei ist die dreieinhalb Meter breite Fahrbahn nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge und den Linienverkehr, denn die offizielle Busumleitung während der Bauzeit führt dort entlang. „Doch das sind höchstens fünf Busse am Tag. Wegen 20 Minuten dürfen wir da nicht mehr durch?“, fragt Geserick ungläubig. Zudem gebe es zusätzliche Ausweichstellen.

„Die Sperrung ist überzogen, unzweckmäßig, unsinnig“, gibt er die Meinung der empörten Einwohner wieder. Sie koste Zeit, Kraftstoff und Verschleiß. Wer sie negiert, muss mit Polizeikontrollen rechnen. Zwei Autofahrer sollen bereits abgestraft worden sein. Im Dorf spricht man von „Eulenspiegelei“. Denn seit Jahrzehnten nutzt man diese Strecke gemeinsam mit der Landwirtschaft, nie sei ein Unfall passiert.

Vor 15 Jahren ließ die damalige Gemeinde Glienecke mit Fördergeld den 2,7 Kilometer langen ländlichen Weg zum Ortsteil Grebs für 248.000 Mark mit Bitumen befestigen. Die 2011/12 wegen Unterspülung der Autobahnunterführung befristete Sperrung habe Einwohner und Durchreisende weniger getroffen, da man über Steinberg konnte. „Wir fordern freie Fahrt“, sagt Geserick, der sich im Kampf um eine Ausnahmegenehmigung an den Kreisstraßenbetrieb (KSB) und den Verkehrsausschuss des Kreistages gewandt hat und das Ordnungsamt Ziesar um Hilfe bat.

Die Vorwürfe will Jörg Schadow vom KSB nicht auf sich sitzen lassen. „Das Durchfahrtsverbot ist weder Schikane noch Eulenspiegelei, sondern dient der Leichtigkeit des Busverkehrs“, sagt er. Die Umleitung sei zumutbar. Bei Baumaßnahmen müssten Widrigkeiten halt in Kauf genommen werden.

„Ich kann die Leute zwar verstehen, doch Sicherheit geht vor“, so Heike Vierke-Eichler von der genehmigenden Verkehrsbehörde. Wegen der geringen Fahrbahnbreite und Wurzelverwerfungen sei nach Rücksprache mit dem KSB im Zuge der Baustelleneinrichtung eine generelle Freigabe abgelehnt worden. Der Zusatz „Anlieger frei“ sei nicht möglich, da es innerhalb des gesperrten Bereiches keine Wohnbebauung gebe, erklärt sie. Der Antrag aus Ziesar auf Durchfahrtsgenehmigung für die Ortsteilbewohner werde derzeit geprüft.

Von Claudia Nack

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