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Brandenburg/Havel Vogelhochzeit zum Abschied
Lokales Brandenburg/Havel Vogelhochzeit zum Abschied
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00:37 03.09.2015
Im Wusterwitzer Trausaal: Ellen Recknagel-Bremer (Mitte) mit ihrer Nachfolgerin Stefanie Lippold (r.) und Amtsdirektorin Gudrun Liebener. Quelle: Claudia Nack
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Wusterwitz

Mit Apfelbaum, Rentnerbank und vielen guten Wünschen ist Ellen Recknagel-Bremer am Montag im festlich dekorierten Trausaal von Amtsdirektorin Gudrun Liebener und ihren Mitarbeitern in den Ruhestand verabschiedet worden. 33 Jahre lang war sie Standesbeamtin in Wusterwitz, jetzt tritt 26-jährige Stefanie Lippold ihre Nachfolge an. „Ich gebe alles in gute und fleißige Hände“, weiß die 65-Jährige. Ständchen brachten die Flötengruppe der Schule und Kita-Kinder mit der Vogelhochzeit.

Kinder der Wusterwitzer Kita „Schwanennest“ gaben zum Abschied die Vogelhochzeit. Quelle: Claudia Nack

An der bewegten Verabschiedung nahmen auch vier Standesbeamtinnen der Stadt Brandenburg, Heidrun Wiegner als zuständige Fachaufsicht beim Landkreis sowie Bürgermeister und Amtswehrführer Ronald Melchert teil. Denn Ellen Recknagel-Bremer war im Amt auch für Brandschutz und Friedhofswesen zuständig.

„Sie ist warmherzig, ehrlich, hat für jeden ein offenes Ohr und die Gabe ihren Beruf auszufüllen, der von der Geburt bis zum sich schließenden Lebenskreis reicht,“ so Liebener. Beide kennen sich seit 1982. Die eine verwaltete damals in Rogäsen die Finanzen, die andere Wohnungen im Gemeindeverband. Die gebürtige Thüringerin, die sich beim VEB Metallwaren Rennsteig zum Export- und Industriekaufmann ausbilden ließ, kam der Liebe wegen 1980 nach Wusterwitz. Ellen Recknagel-Bremer war seit 1989 Hauptstandesbeamtin, zuvor sieben Jahre Stellvertreterin von Ilsegrit Teschendorf.

Vom brennenden Schleier bis zum schnarchenden Trauzeugen

Die Zahl der von ihr geschlossenen Ehen hat die 65-Jährige nicht notiert, die auch zwei Amtskollegen getraut hat. Meistgespielte Lieder waren Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und der „Hochzeitsmarsch“ von Mendelssohn Bartholdy. Während es im Jahr derzeit etwa 15 Trauungen im Saal oder der Kulturscheune seien, habe man schon das Doppelte gehabt. „Es war eine schöne, freudige, zur Wende auch turbulente Zeit“, blickt Ellen Recknagel-Bremer zurück, die sich noch genau an ihren ersten Eintrag mit sieben Durchschlägen auf einer „Continental“-Schreibmaschine erinnern kann. Die Elektronik hielt 2009 Einzug. Die zierliche Frau hat während ihrer Standesbeamtenzeit einen brennenden Schleier, fehlende Ringe, einen schnarchenden Trauzeugen und zwanzig Gäste erlebt, die alle Norbert-Blüm-Brillen ohne Gläser auf ihren Nasen trugen.

Nach einer durchzechten Nacht sei selbst ein Brautstrauß für Westgeld auf der Straße versetzt worden, so dass zur Zeremonie ein Notstrauß besorgt werden musste. Seit sie vor einigen Jahren ihre vorbereitete Rede vergessen hatte, die 60-köpfige Hochzeitsgesellschaft in der Scheune aber nicht warten lassen wollte, redet sie frei. Bekannt ist ihre so genannte Buch-Rede, in der sie die Ehe mit einem Buch vergleicht, dass das Paar zu schreiben beginnt. Die Idee kam ihr beim Lesen einer Klatschzeitung bei einem Tirolurlaub. „Der älteste Bräutigam, der von mir getraut wurde“, war 80“, erzählt sie. „Das war etwas ganz Besonderes.“ Trauzeugen waren die Enkel.

Mit 65 Jahren noch Klavier spielen lernen

Jetzt freut sich Ellen Recknagel-Bremer, die neben einer erwachsene Tochter selbst einen kleinen Enkel hat, auf Familie, Freunde, Garten und Kultur. Als Rentnerin will sie sich einen Kindheitstraum erfüllen und Klavier spielen lernen. Das Instrument hat sie schon. „Ein Geschenk vom Schwiegersohn zu meinem 60“, verrät sie.

Geschenk von Amtsmitarbeitern: die Rentnerbank. Quelle: Claudia Nack

Die warmherzige Frau wird auch als Ruheständlerin auf geringfügiger Basis vorerst weiter trauen und beurkunden bis Nachfolgerin Stefanie Lippold, eine ausgebildete Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte aus Wusteritz, im Oktober den Standesbeamtenlehrgang besucht hat. Dann übernimmt sie ihre Urlaubsvertretung.

Standesbeamtinnen aus der Stadt Brandenburg gehörten zu den Gästen. Quelle: Claudia Nack

Von Claudia Nack

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