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Brandenburg/Havel Beetzsee adé: Leben auf den Faröer Inseln
Lokales Brandenburg/Havel Beetzsee adé: Leben auf den Faröer Inseln
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17:29 10.04.2018
Der Radeweger Max Robak auf einem Fischkutter im Atlantik vor den Faröer Inseln. Quelle: privat
Radewege/Tórshavn

Max Robak, Absolvent der Oberschule Nord in Brandenburg, hat seine Heimat Radewege für ein Jahr mit den Faröer Inseln getauscht. „Nach dem Schulabschluss wusste ich nicht, was ich in meiner Zukunft machen möchte“, sagt er. Wie es dann kam, dass er Brandenburg gegen Skandinavien tauschte, erzählt der heute 18-Jährige in folgendem Bericht.

Über eine Freund auf die Organisation gestoßen

Ich bin durch einen Freund, der ein Auslandsjahr machte, auf die Organisation AFS Interkulturelle Begegnungen aufmerksam geworden. Es ist ein gemeinnütziger Verein, der Schülern Auslandsaufenthalte vermittelt. Als Fan von Skandinavien wollte ich unbedingt dorthin.

Nach ein paar Wochen bin ich in die engere Auswahl gekommen und zu einem Vorbereitungscamp gefahren, wo alle Austauschstudenten aufeinander treffen und verschiedene Tests durchlaufen. Erst drei Wochen vor Reiseantritt erhielt ich die Zusage einer Gastfamilie auf den Färöer Inseln und zwar direkt in Tórshavn, also direkt in der Hauptstadt. Ich war super glücklich.

50 000 Einwohner auf 18 Inseln in Nordatlantik

Die 18 Faröer Inseln gehören zu Dänemark und liegen im Nordatlantik. Es gibt 50 000 Einwohner. Mein erster Eindruck bei meiner Ankunft am 6. August war windig, kalt und viele Schafe, aber wunderschön. Meine Gastfamilie hat mich am Flughafen herzlich mit wehenden Nationalfahnen begrüßt. Wir verständigten uns auf Englisch. Schon auf dem Weg zu ihrem Haus bombardierten sie mich mit Fragen nach Deutschland, meinem Leben und meiner Familie. Meine Gastmutter heißt Katrin, ist 50 Jahre alt und von Beruf Hebamme und Politikerin. Zur Familie gehören noch der zwölfjährige Brandur und die 15-jährige Sólja.

Tórshavn, Hauptstadt der Faröer Inseln. Quelle: Hurtigruten

Ich habe ein Zimmer mit eigenem Badezimmer. Es ist totaler Luxus. In den ersten Wochen nach meiner Ankunft auf den Färöer Inseln bin ich viel mit meiner Gastfamilie unterwegs gewesen zu Sehenswürdigkeiten.

Die Familie lud mich ein zu einem mehrtägigen Festival mit Färöischer Rockmusik. Nach kurzer Zeit habe ich das Färöische Essen kennengelernt. Es gibt Walfleisch, getrockneten Fisch und sehr viel Schaf. Mittlerweile esse ich diese Gerichte gerne.

Verständigung auf Englisch und Dänisch-Unterricht in der Schule

Ende August begann für mich die Schule. Ich bin in eine 10. Klasse gekommen mit 21 Schülern. Der erste Tag war komisch, weil ich der einzige Austauschschüler an dieser Schule bin. Alle zeigten großes Interesse und löcherten mich auf Englisch mit Fragen – über den deutschen Fußball und die Geschichte Deutschlands. Ich lerne nun auch Dänisch.

Nach einigen Wochen Schule stellte ich fest, dass mir das Schulsystem hier mehr bringt als das deutsche. Der Unterricht auf den Faröer Inseln ist nicht so stressig und die Inhalte nicht so vollgepackt. Ich nehme viel mehr auf und lerne schneller als in Deutschland. Die Lehrer sind viel freundlicher und offen den Schülern gegenüber.

Rückkehr in die Heimat nach Radewege im Juli

Nach sieben Monaten kann ich mir noch nicht vorstellen, hier am 1. Juli Abschied nehmen zu müssen. Ich fühle mich total wohl, weil die Menschen hier noch mit der Natur leben und jeder für den anderen da ist und keiner ausgeschlossen wird. Es gibt keinen Neid, einfach nur tolle Menschen.

Ich habe einen Fischer kennengelernt. Er heißt Doru. Er hat mich gleich auf seinen Kutter zum Fischen eingeladen. Danach hat er mir das Angebot gemacht, regelmäßig mit ihm zu fischen. Ich werde sogar ein bisschen entlohnt und es macht mir Spaß. Mittlerweile werde ich auch nicht mehr seekrank. Jetzt, zu Ostern, habe ich eine Woche Ferien, in der ich viel Zeit mit meiner Gastfamilie verbringe und das Osterfest feiern werde. Wir wollen zum Eiertrudeln und Eiersuchen gehen.

Von Max Robak

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