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Vom Gartenlokal zum Kindergarten

Gotthardt-Kita feiert 70. Geburtstag Vom Gartenlokal zum Kindergarten

Die evangelische Kita St. Gotthardt besteht seit 70 Jahren und ist damit die zweitälteste Kita in der Stadt Brandenburg. Das Haus in der Bergstraße 14 war früher ein Gartenlokal mit angeschlossener Kegelbahn. Heute besuchen 40 Mädchen und Jungen diese Einrichtung. Das Jubiläum wird am 11. September mit einem Vormittag der offenen Tür und Mach-mit-Theater gefeiert.

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Die Bergrutsche konnte sich die Kita dank Spenden nach ihrem 60. Geburtstag leisten.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. „70 Jahre ist zwar eine lange Zeit, aber wir fühlen uns auf keinen Fall alt, sondern sind mittendrin im aktuellen Kita-Geschehen, sagen Leiterin Silvia Nowakowski und Stellvertreterin Katrin Specht. Am 11. September wird das runde Jubiläum der evangelischen Gotthardt-Kita mit einem offenen Vormittag, Mach-mit-Theater und am folgenden Sonntag mit einem Festgottesdienst mit den 40 Kindern, Eltern, Großeltern, Mitarbeitern und mit der Gemeinde gefeiert.„Wir hoffen, dass auch Ehemalige kommen, die hier betreut wurden oder gearbeitet haben“, so die Frauen. Neben dem neuen Pfarrer Jens Meiburg wird die langjährige Leiterin Adelheid Schulze erwartet. „Als gelernte Kinderdiakonin hat sie viele Werte in dieses Haus gebracht“, sagt Katrin Specht, die 2001 ihre Nachfolgerin wurde.

Nachdem die Sowjetarmee im April 1945 das Bodelschwingh-Haus in der Kirchhofstraße in Beschlag genommen hatte, wo vor dem Krieg eine so genannte Kinderaufbewahranstalt einrichtet wurde, musste eine Alternative gefunden werden. Das Haus in der Bergstraße 14 war früher der „Königsgarten“, ein Gartenlokal mit angeschlossener Kegelbahn, und gehörte dem Kommerzienrat Ernst Paul Lehmann. Auf der Suche nach einem Gemeindehaus hatte es die Gotthardtgemeinde 1926 gepachtet. Nach dem Tode des Spielwarenfabrikanten und Gemeindemitglieds 1934, bekam die Stadt das Grundstück, aber die Kirchengemeinde durfte es weiter nutzen. Vor 70 Jahren beschloss sie, dort einen Kindergarten einzurichten. Konfessionelle Grenzen spielen keine Rolle.

Kirchenchor probte im Saal

„Anfangs wurden nur die kleinen Räume der ehemaligen Kegelbahn auf dem Berg genutzt“, weiß Katrin Specht aus Überlieferungen. Eine Chronik gibt es nicht. 1950 zog man endgültig ins untere Haus. Als Specht 1994 in dieser Einrichtung anfing, wurden 30 Kinder betreut und es gab nur zwei statt jetzt drei Gruppenzimmern. Im Saal, der heute ein freundlicher und gut ausgestatteter Bewegungsraum ist, habe damals noch der Kirchenchor geprobt. 1998/99 erfolgten im Zuge der Anforderungen für die Betriebserlaubnis größere Veränderungen. Damals bekam man auch den architektonisch gelungen Anbau für moderne Sanitäranlagen.

Kurz vor dem 60. Kita-Geburtstag, zu dem man sich intensiv mit der Geschichte des Hauses befasste, ließ die Kirchengemeinde den alten Betonweg zum Spielplatz neu pflastern. „2007 konnten wir mit Hilfe der Rotarier und anderer Spenden, dem Erlös aus dem Silvesterspaziergang und Kuchenbasaren unsere Bergrutsche einweihen“, berichten Nowakowski und Specht, die von den Kindern rege genutzt wird. Seit „zwei, drei Jahren“ würden Unterhaltungsmaßnahmen über die städtische GLM laufen.

Azubis gestalten heute den Garten

Seitdem sei viel passiert. So seien Fluchttür, Auffahrt, Dach über dem Bewegungsraum, Heizungsanlage und Fußboden im Krippenraum erneuert worden. Seit 2013 ist die Kita mit Hilfe von Eltern und Kooperationspartnern wie Sonnensegel und Krugpark mit dem Projekt „Zauberspielplatz “ befasst. So wurden ein kleiner Gemüsegarten sowie mit Unterstützung von ZF-Lehrlingen ein Erlebnisweg angelegt und befestigt. Azubis von Heidelberger Druck legen diesen Frühjahr bei der Gestaltung eines Kräuterbeets Hand an, das sich wie ein Fluss schlängelt und daher „Havelfluss“ heißt.

Nächste Ziele sind die Umgestaltung des Sandkastens, eine Rollerstrecke und eine kleine Ritterburg. Großer Wunsch wäre ein Farbanstrich fürs Haus, damit die Kita auch von außen wahrgenommen wird. Und es bleibt der Traum von einer Werkstatt im Gartenhäuschen.

Von Claudia Nack

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