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In die alte Schenkenberger Schule kehrt wieder Leben ein Vom Klassenraum zum Wohnzimmer

In die ehemalige Schule in Schenkenberg kehrt nach Jahren des Leerstandes wieder Leben ein. Nicole Henseler aus Werder und ihr Lebenspartner Mario Friedrich haben das unter Denkmalschutz stehende Gebäude mit den imposanten Putten für gut 100 000 Euro von der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) gekauft, um dort zu wohnen.

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Planerin Monika Siemer (r.) mit den neuen Eigentümern Nicole Henseler und Mario Friedrich vor der ehemaligen Schule in Schenkenberg.

Quelle: Claudia Nack

Schenkenberg. Die alte Schule in Schenkenberg hat neue Besitzer. Nicole Henseler aus Werder und ihr Lebenspartner Mario Friedrich haben das seit etwa zehn Jahren leer stehende Gebäude mit den imposanten Putten zum Verkehrswert von gut 100 000 Euro von der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) gekauft, um dort zu wohnen. Beide nennen es „unsere Schule“.

„Wir suchten nach einem Haus mit viel Platz ab 300 Quadratmetern“, erzählen beide. „Denn wir sind Menschen, die viel Luft und Raum brauchen.“ Es hätte genauso gut ein Vierseiten-Hof werden können, doch man sei nicht fündig geworden. „Im Internet sind wir über die Schenkenberger Schule gestolpert.“ Das aufgeschlossene Paar konnte sich zwar auf Anhieb vorstellen, dass daraus etwas werden könnte, doch die Kaufentscheidung im Sommer dieses Jahres stand erst nach einem halben Dutzend Vor-Ort-Besuchen fest. „In einer ehemaligen Schule zu wohnen ist schon etwas Besonderes, auch wenn noch viel zu tun ist.“ Demnächst soll bei der Unteren Bauaufsicht der Umnutzungsantrag für das denkmalgeschützte Gebäude gestellt werden. Die Denkmalbehörde sei sehr kooperativ.

„Wir fangen in der ersten Etage an“

„In Werder leben wir auf 100 Quadratmetern, die uns zu eng geworden sind“, sagt Nicole Henseler, die jeden Stein dieses einstigen Fischerhäuschens auf der Insel kennt. „Wir bringen Bauerfahrung mit.“ Beide sind Informatiker von Beruf und arbeiten in Berlin im Softwarebereich bei verschiedenen Firmen. Nun steht ihnen zum Wohnen eine Nutzfläche von insgesamt 400 Quadratmetern zur Verfügung. Die sechs Zimmer wollen sie im Laufe der nächsten zwei Jahre nach und nach herrichten. „Wir fangen in der ersten Etage an und arbeiten uns bis zur dritten hoch.“ In Heizung, Sanitär, Elektro müssen sie investieren. Die Fenster wollen sie selber aufarbeiten und renovieren. Bis auf das Einziehen von zwei Trennwänden, um zwei Bäder zu haben, seien keine großen Umbauten vorgesehen. Die Bausubstanz sei solide.

Beraten werden sie von der Wusterwitzer Architektin Monika Siemer, die im Auftrag der Gemeinde unter Einbeziehung des Dachbodens eine Vorplanung für neun kleine Mietwohnungen erstellt hatte (MAZ berichtete). Selbst als Bauherr zu agieren, konnte sich die finanzschwache Kommune allerdings nicht leisten. Daher hatte sie händeringend nach Käufern für das 1930 als Schule errichtete Objekt gesucht, an dem Vandalen ihre Spuren hinterlassen haben.

Langer Leerstand wird beseitigt

Zwar gab es im Laufe der Zeit eine knappe Hand voll Interessenten mit unterschiedlichen Konzepten, darunter eine Künstlerin und ein Herr mit Blick auf altersgerechtes Wohnen, aber die waren wieder abgesprungen. Dass es endlich mit dem Verkauf geklappt hat und langer Leerstand beseitigt wird, freut nicht nur die Planerin, sondern auch Bürgermeister Reth Kalsow und Ortsvorsteher Christian Sommer: „Denn es kehrt wieder Leben ein und das historische Gebäude mitten in Schenkenberg bleibt in seiner Bausubstanz erhalten.“

Seit Juli ist auch auf dem 2600 Quadratmeter großen Grundstück etwas passiert. Vor der Schule wurde auf dem ehemaligen Parkplatz die oberste Schicht abgetragen. Die neuen Eigentümer sind dabei, Mutterboden aufzubringen und hinterm Haus die Stellflächen vorzubereiten. Nicole Henseler und Mario Friedrich, die in Schenkenberg bisher nur nette Leute getroffen hätten, wollen einen kleinen Park mit dem vorhandenen Baumbestand, viel Rasen und Flieder in verschiedenen Farben und Duftrichtungen anlegen. „Da dieses Haus in der Fliederstraße steht, wollen wir den Namen aufleben lassen“, sagen sie.

Von Claudia Nack

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