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Vom Sanierungsfall zur guten Stube

Päwesin: Marode Scheune zum Wohnhaus umgebaut Vom Sanierungsfall zur guten Stube

Ein Ehepaar baut in Päwesin eine marode Scheune zum Wohnhaus um. Am kommenden Sonntag, dem Tag der Architektur, können sich Interessierte nun davon überzeugen, dass die Eigentümer Wort gehalten haben. Vor sechs Jahren nämlich begann Familie Krüger, das gut 100 Jahre alte Haus aufzumöbeln - ohne dessen historischen Charakter zu opfern.

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Silvia Paul und Olaf Krüger vor ihrer zum Wohnhaus umgebauten Scheune in der Päwesiner Fischerstraße.

Quelle: F. Bürstenbinder

Päwesin. „Die Nachbarn dachten, wir reißen ab“, erinnert sich Olaf Krüger. Dabei hatten der Architekt und seine Ehefrau Silvia Paul ganz andere Pläne mit der einsturzgefährdeten Scheune. Statt den maroden Ziegelbau mit seinen gerissenen Wänden, weggefaulten Balkenteilen und durchlöchertem Dach dem Erdboden gleich zu machen, verfolgten die neuen Besitzer einen anderen Plan. Die gut 100-jährige Scheune auf einem brachliegenden Grundstück in der Päwesiner Fischerstraße sollte ihr neues Zuhause werden. Und zwar ohne den historischen Charakter des Gebäudes aufzugeben.

Offene Türen am Tag der Architektur

Das war 2009. Am kommenden Sonntag können sich Interessierte davon überzeugen, dass die Eigentümer Wort gehalten haben. Am bundesweiten Tag der Architektur präsentieren die Bauherren die zu einem großzügigen Wohngebäude samt Ferienwohnung umgebaute Scheune. Insgesamt entstanden 210 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Ebenen. Viele Ideen wurde entworfen und wieder verworfen.

Nun sorgen auf der Ostseite bodentiefe Fenster anstelle des ehemaligen Scheunentores für viel Licht im Wohnzimmer, das sich zur Küche samt großem Esstisch hin öffnet. Von Anfang an war für Olaf Krüger und Silvia Paul klar, dass die original Rundbögen über den früheren Eingängen unbedingt erhalten bleiben müssen. „Diese machen den besonderen Charakter der Fassade aus“, so der Architekt. Wo mal die Tenne war, erstrecken sich heute die Bereiche Schlafen und Arbeiten, erreichbar über eine offene Treppe mit Blick nach unten in die gute Stube.

Tag der Architektur

Am Sonntag führen Olaf Krüger und Silvia Paul um 13, 15 und 17 Uhr durch ihr Haus in Päwesin, Fischerstraße 8.
In Emstal beteiligen sich die Eheleute Budick mit ihrem von Andreas Mayer-Winderlich entworfenen Wohnhaus in der Emstaler Landstraße 26 von 13 bis 18 Uhr am Tag der Architektur.
In Brandenburg sind der Stadtwerke-Sitz (Wiemannwerft) und die Kita „Wellenreiter“ (Trauerberg) geöffnet.

Etwa ein Drittel der Fläche macht die Ferienwohnung aus. Die zwei Zimmer mit Küche und Bad haben einen separaten Zugang und eine eigene Terrasse. Die Bauherren spendierten ihrem mit viel Eigenleistung hergerichten Domizil moderne Haustechnik mit einer heizungsunterstützenden Solaranlage samt Brennwert-Gastherme. Für die nötige Dämmung der hauptsächlich aus Fehlbrandsteinen bestehenden Außenwände sorgt das hinter der Fassade hochgezogene Poroton-Mauerwerk, was zu einer stattlichen Wandstärke von 50 Zentimeter führt.

Ohne modernen Trockenbau geht es nicht

Die Original-Fußböden aus gestampftem Lehm und die ursprünglichen Kappendecken konnten nicht erhalten werden. Dafür tun große Teile des Dachstuhls weiter ihren Dienst. Bei der Eindeckung konnte fast ausschließlich auf Original-Biberschwänze zurückgegriffen werden. „Die halten noch die nächsten 100 Jahre“, ist Olaf Krüger überzeugt. Ganz ohne modernen Trockenbau für Gäste-WC und Hauswirtschaftsraum ging es nach der Entkernung nicht.

Auch im Außenbereich, der beim Grundstückskauf einem Urwald glich, werden Besucher mit der Geschichte der Immobilie konfrontiert. Unter einer dicken Erdschicht entdeckten die Besitzer das alte Hofpflaster, das geborgen und wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt wurde. Bereut hat das Ehepaar seine Mühen nie: „Wir sind glücklich hier im Havelland so nah am Wasser wohnen zu dürfen. Wir haben nette Nachbarn – und es hat sich gezeigt, dass man nicht alles abreißen muss, nur weil es alt ist.“

Von Frank Bürstenbinder

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