Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Vom Stall in die Selbstständigkeit
Lokales Brandenburg/Havel Vom Stall in die Selbstständigkeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:51 06.11.2015
Solveig Müller eröffnet Sonnabend in Lehnin ihre podologische Praxis. Quelle: Frank Bürstenbinder
Anzeige
Lehnin

Podo was? Solveig Müller (50) ist Podologin und muss Laien immer wieder ihren medizinischen Fachberuf erklären, hinter dem sich die nichtärztliche Heilkunde am Fuß verbirgt. Am Sonnabend eröffnet die Netzenerin in der Lehniner Bahnhofstraße 2 ihre erste eigene Praxis. Vier barrierefreie und freundlich eingerichtete Räume mit Wartebereich, Behandlungszimmer sowie Platz für Sterilisationsapparaturen und sanitäre Anlagen.

Gleich um die Ecke Apotheke, Physiotherapie, Arzt und Fitnessstudio. Mit der Ansiedlung einer podologischen Praxis entwickelt sich das Bahnhofsgelände immer mehr zu einem Gesundheitsstandort. „Die Rahmenbedingungen sind ideal. Und genug Parkplätze sind auch vorhanden“, freut sich die Podologin, die gerade ihre Kassenzulassung in Empfang nehmen durfte. Die Arbeit kann beginnen.

Neues Berufsbild

Mit dem sogenannten Podologengesetz im Jahr 2000 entstand ein neues Berufsbild. Der staatlich anerkannte Beruf berechtigt die Krankenkassenzulassung zu erwerben. Ziel der podologischen Behandlung ist die Erhaltung, Verbesserung und die Wiederherstellung der Fußgesundheit.

Der Podologe untersteht einer Vielzahl von Gesetzen. Er arbeitet mit sterilen Instrumenten und weitreichenden Desinfektionsmaßnahmen. Er arbeitet eng mit Ärzten, Orthopädietechnikern und Physiotherapeuten zusammen.

Dabei sollte alles ganz anders kommen. Solveig Müller wäre wohl mit ihren Rindern in die Rente gegangen. Doch mit dem personellen Umbruch in der Agrargenossenschaft Netzen vor sieben Jahren sah die diplomierte Agraringenieurin in dem Betrieb für sich keine berufliche Zukunft mehr.

Die Veränderung könnte kaum größer sein: Vom Stall ging Solveig Müller den Weg in die Selbstständigkeit. Fortan kümmerte sie sich nicht mehr um Milchkühe, sondern um die Füße ihrer Mitmenschen. Mit einer mobilen Fußpflege fing alles an. Später schnitt sie Kunden in der eigenen Wohnung die Nägel. „Jetzt wurde es Zeit für einen Neuanfang. Die Weiterbildung zur Podologin war mir wichtig“, erinnert sich die Praxisinhaberin. Drei Jahre lang setzte sie sich mehrfach in der Woche in Magdeburg auf die Schulbank und absolvierte diverse Praktika. Nach erfolgreicher Prüfung stand am Ende die staatliche Anerkennungsurkunde. Wichtig war die Rückendeckung durch die Familie und Ehemann Michael, denn in ihre Qualifikation und Praxisausstattung hat die frischgebackene Podologin über 25 000 Euro investiert.

Hausbesuche macht Solveig Müller auch in Zukunft bei nicht mobilen Patienten. Doch in erster Linie ist sie in ihrer Praxis zu finden, wo sie Hühneraugen behandelt, eingewachsene Nägel entfernt, sich um Risse in der Haut kümmert oder sich an extreme Hornhautstellen heranmacht. Als Podologin ist sie insbesondere Ansprechpartner für Diabetiker, die unter Folgeschäden ihrer Krankheit leiden – dem diabetischen Fußsyndrom. Denn Diabetiker sind bislang die einzige Gruppe, die eine Heilmittelverordnung zur podologischen Komplexbehandlung vom Arzt erhalten und die Kosten von ihrer Krankenkasse übernommen bekommen. Für den einfachen Fußpfleger sind Behandlungen solcher Diabetes bedingter Wundheilungsstörungen tabu.

Von Frank Bürstenbinder

Brandenburg/Havel Patin für marodes Museums-Exponat gefunden - Brandenburg: Frische Farbe für Jesus Christus

Dem Aufruf, bei der Rettung wertvoller Exponate des Stadtmuseums zu helfen, ist jetzt Renate Johne, Altphilologin aus Berlin, gefolgt. Sie übernimmt eine Patenschaft für eine Bildtafel, die wohl ursprünglich als Predella eines Epitaphs angefertigt wurde.

06.11.2015

Sollten die neuesten Prognosen des Innenministeriums für die Stadt Brandenburg eintreten, wird sich die Zahl der Flüchtlinge in der Havelstadt bis Jahresende verdoppeln. Derzeit leben 541 Menschen aus Krisenregionen in Brandenburg. Weitere 498 sollen bis Jahresende unterkommen. Die Notunterkünfte reichen dann nicht mehr aus.

09.11.2015
Brandenburg/Havel Speisesaal der Wusterwitzer Schule im neuen Outfit - Ach, du dicker Koch

In der Wusterwitzer Wilhelm-Götze-Grundschule ist jetzt mit Lupo und Pink Panther gut essen. Der Speisesaal wurde von einem Brandenburger Graffiti-Künstler in den Herbstferien im Auftrag des Schulfördervereins neu gestaltet. Die Gemeinde hat außerdem 150 kunterbunte Stühle spendiert.

08.11.2015
Anzeige